
Landläufig meist treffend als Käsefüsse bezeichnet, sind Schweissfüsse auf eine erhöhte Schweissproduktion zurückzuführen. Diese geht mit einer mehr oder weniger intensiven Geruchsbildung einher. Ursache kann eine Krankheit sein, meist handelt es sich jedoch nur um ein kosmetisches Problem. Einige Menschen sind von diesem Problem stärker betroffen als andere. Wer schwer betroffen ist, leidet meist sehr unter den Auswirkungen.
Eine starker Schweissgeruch ist aber nicht unbedingt auf eine mangelnde Körperhygiene des Betroffenen zurückzuführen. Schweissdrüsen kommen beim Menschen am gesamten Körper vor, ausser am Lippenrot und an der Eichel. Die Schweissdrüsen dienen der Wärmeregulation, der Entgiftung und sind auch an der Bildung des Säureschutzmantels der Haut beteiligt.
An Händen und Füssen dient der Feuchtigkeitsfilm zudem einer erhöhten Griffigkeit der Oberflächen für einen sicheren Stand und Griff. Die Schweissdrüsen der Fusssohle werden dabei nicht durch das Wärmeregulationszentrum des Körpers gesteuert. Sie werden über spezielle Fasern des vegetativen Nervensystems angeregt. Daher tritt die Schweissbildung an Händen und Füssen bei Stress oder Nervosität vermehrt auf und im Schlaf fast gar nicht.
An und für sich ist Schweiss zunächst geruchlos, erst auf der Haut kommt es zu Reaktionen mit Keimen und der unangenehme Schweissgeruch entsteht. Durch die erhöhte Feuchtigkeitsabgabe quillt zudem die Hornhaut auf. Das aufgequollene weiche Keratin kann von Mikroorganismen leichter als Nahrungsquelle genutzt werden.
In Kombination mit dem feuchtwarmen Klima der Füsse führt dies zu einer Vermehrung der Mikroorganismen. Hat ihre Anzahl einen gewissen Schwellenwert erreicht, bemerkt man ihre Existenz anhand ihrer Stoffwechselprodukte: kurzkettiger Gerbsäuren und Amine. Der typische unangenehm säuerliche bis ranzige Schweissfussgeruch entsteht. Für diesen ist vermutlich das Bakterium „Brevi-bacterium epidermidis“ verantwortlich. Es ist ein direkter Verwandter des Bakteriums, das für die Herstellung von Limburger Käse genutzt wird; daher der käsige Geruch von Schweissfüssen und die Bezeichnung Käsefüsse.
| Krankhaftes Schwitzen |
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| Ab einer Schweissmenge von mehr als 50 Milligramm pro Minute (unter einer Achsel) sprechen Experten von einer krankhaft erhöhten Schweissproduktion oder Hyperhidrose. Diese kann psychische oder physische Ursachen haben. Sind die Schweissdrüsen am ganzen Körper betroffen, besteht ein besonderer Leidensdruck für die Betroffenen. In diesem Fall sollte unbedingt ein Dermatologe hinzugezogen werden. |


Tipps gegen Schweissfüsse
Durch eine regelmässige Pflege können Sie die Ursache von Schweissfüssen nicht beheben, aber die Geruchsbildung deutlich minimieren:
- Nehmen Sie den Mikroorganismen die Nahrungsgrundlage: Entfernen Sie übermässige Hornhaut regelmässig und gründlich.
- Waschen reduziert die Anzahl der Keime auf der Haut. Darüber hinaus erfrischt und desodoriert ein Fussbad mit Zusätzen. Als Zusätze eignen sich bei erhöhter Schweissabsonderung Salbei, Teebaumöl, Thymian oder Weidenrinde. Auch Wechselbäder sind bei Schweissfüssen sinnvoll.
- Trocknen Sie die Füsse nach dem Baden gut ab. Manchmal kann es auch helfen, die Füsse zu fönen oder ein Fusspuder zu benutzen.
- Deosprays mit Aluminiumchlorid verschliessen die Schweissdrüsen für Stunden bis Tage und sorgen so für trockene Füsse.
Hilft dies alles nicht, muss die Ursache der vermehrten Schweissabsonderung von einem medizinischen Fachmann bekämpft werden.
Die Aktivität der Schweissdrüsen kann durch die Ernährung beeinflusst werden. Betroffene sollten scharfe Gewürze, saure Lebensmittel sowie Alkohol, Tabak und Kaffee vermeiden. Diese Lebensmittel gelten aufgrund ihrer Inhaltsstoffe wie Capsaicin und Allylisothiocyanat als schweisstreibend.
In schweren Fällen können eine Behandlung mit Schwachstrom (die Iontophorese) oder Injektionen mit Botox, das die Nerven hemmt, ebenfalls die Aktivität der Schweissdrüsen mindern. In sehr schweren Fällen können Dermatologen die Schweissdrüsen unter den Achseln auch entfernen.
Vermeiden sollten Ihre Kunden vor allem Stress, denn der führt nicht nur zu feuchten Händen und Füssen, sondern ist allgemein auf Dauer schädlich für den gesamten Organismus.
Mit diesen Tipps sollten Ihre Kunden die Winterzeit überstehen. Und dann wird es ja auch bald wieder wärmer. Denn offene Schuhe sind bei Schweissfüssen die einfachste Lösung.
| Richtige Schuhe und Strümpfe |
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| Von Schweissfüssen Betroffene sollten stets auf atmungsaktives Schuhwerk achten. Schuhe aus Leder oder speziell atmungsaktive Schuhe sind besser geeignet als reine Synthetikschuhe. Alle Schuhe sollten nach dem Tragen immer gut gelüftet und getrocknet werden. Zum Trocknen eignet sich zusammengeknülltes Zeitungspapier, mit dem die Schuhe ausgestopft werden. Ein Trick zum schnellen Trocknen von Schuhen ist das Befüllen mit etwas Katzenstreu. Im Schuh sollten Socken aus schweissableitenden Materialien getragen werden, keine aus Synthetik. Socken aus Wolle, Baumwolle oder spezielle Sportsocken sind gut. Socken mit Silberfäden können ebenfalls die Geruchsbildung mindern. Auch Woll- oder Ledereinlagen nehmen Feuchtigkeit auf und leiten diese von der Haut ab. Gegen Geruch helfen Einlagen mit Zimt, Sandelholz oder Aktivkohle. Wichtig ist, die Sohlen rechtzeitig zu tauschen, sonst verlieren sie ihre Wirkung. |
Auf die Füsse achten
DIABETISCHER FUSS – Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) gehört mittlerweile zu einer der gefährlichsten Krankheiten auf der Welt. Auch für die Füsse kann diese Krankheit schlimme Folgen haben. Diabetesexperte Georg Birkner erklärt, wie Sie die Krankheit frühzeitig erkennen und wie Sie das Risiko einer Folgeerkrankung eingrenzen können.
Bei Pflegeprodukten beachten
Gerade wenn eine Neuropathie vorliegt und die Talg- und Schweißproduktion der Fusshaut gestört ist, wird eine tägliche Pflege mit einem Pflegeprodukt wichtig. Cremes ziehen schneller in die Haut ein als reine Fette (Vaseline oder Melkfett), Duft- und Farbstoffe sollten möglichst vermieden werden. Bewährt haben sich Produkte, die eine Feuchtigkeitszufuhr oder -speicherung unterstützen, zum Beispiel mit einem 5-10 %-igen Harnstoff-Anteil (Urea). Da gerade die diabetische Haut Angriffen von Bakterien und Pilzen extrem ausgesetzt ist, sind auch keimhemmende Komponenten wie Microsilber oder Teebaumöl besonders geeignet. Diese finden sich z. B. in den für Diabetiker geeigneten Produkten der „peclavus PODOdiabetic-Serie“.

Dr. Evelyn Fein – Die Molekular- und Zellbiologin ist als Regulatory Affairs and Quality Managerin verantwortlich für die regulatorischen Aspekte und die Qualität der Kosmetikprodukte bei der Gustav Baehr GmbH.