Schönheit aus der Natur – Heilkunst und Kosmetikschätze der Kelten

Schönheit aus der Natur – Heilkunst und Kosmetikschätze der Kelten

„Grüne“ Kosmetik ist ein Renner. Auch immer mehr Kosmetikerinnen setzen in ihrem Institut auf Beauty-Schätze aus der Natur. Doch um sich von der Konkurrenz abzuheben, müssen sie ihren Kunden etwas Besonderes bieten. Hier stellen wir Ihnen einmal die Heilkräuter- und Pflanzen der Kelten vor …

Der Ursprung und die Kultur der Kelten liegen noch immer im geheimnisvollen Dunkel vergangener Zeiten. Es wird vermutet, dass sie sich als indogermanische Steppenvölker aus dem asiatischen Raum in ganz Europa ausbreiteten. Die Kelten bauten keine Tempel für ihre religiösen Rituale, sie hatten Kultstätten in der freien Natur, wo sie sich den Göttern nah fühlten, zum Beispiel auf Waldlichtungen
und Hügeln, an Quellen oder Seen. Sie sollen auch die Erbauer alter Steinkreise wie Stonehenge sein; das ist allerdings umstritten. Die Natur, sogar mit Steinen und Felsen, war bei den Kelten beseelt und lebendig. Dort wohnten für sie auch die Wesen der „Anderswelt“: Feen, Elfen, Trolle und Gnome. Das erstaunlich umfassende Wissen der Kelten lag im Machtbereich der Druiden, den am meisten geachteten Personen eines Keltenstammes. Sie hüteten ihr Wissen und gaben es nur an ausgesuchte Schüler weiter. Diese Kenntnisse beruhten vor allem auf den Beobachtungen der Natur. So waren die Druiden nicht nur Priesterärzte, sondern auch Naturwissenschaftler, Astronomen/Astrologen, Lehrer, Berater der Fürsten und Könige, Richter, Musiker und Magier. Es gab auch weibliche Druiden, wie es in irischen und walisischen Sagen geschildert wird. Das waren weise Frauen, die auch als Hebammen tätig waren und über immenses Kräuterwissen verfügten.

Extrakte aus Bäumen
Die ganze Natur war den Kelten heilig und belebt mit den Wesen der Anderswelt. Bäume, Sträucher und spezielle Heilkräuter galten zum Teil sogar als göttliche Erscheinungen. Auf den Bäumen ruhte nach Ansicht der Kelten der Himmel und sie waren besorgt, er könne auf sie herabfallen. Bei Zusammenkünften wurden Holzfeuer entzündet, deren Rauch den heiligen Geist des jeweiligen Baumes freisetzte. Der heiligste Baum war die Eiche, sie galt als Symbol des gesamten Kosmos und des lebendigen Seins. Extrakte aus Bäumen werden noch heute zur medizinischen Anwendung, aber auch für den Kosmetik- und Wellness- Bereich genutzt:
·         Ahorn: Sein Saft wirkt durch seine Mineralien und Spurenelemente in Kosmetikprodukten als Feuchtigkeitsregulator.
·         Apfelbaum: Zum Einsatz kommen seine Früchte und Blüten; es gibt heute ganze Produktpaletten mit ihren Wirkstoffen (Pektine, Vitamine etc.).
·         Birke: Rinde, Blätter und Knospen enthalten Gerb- und Bitterstoffe, Betulin und einen hohen Kaliumanteil, Saponine sowie Flavonoide. Die Stoffe wirken antientzündlich, antibakteriell und stoffwechselfördernd. Lotionen sind ein gutes Anti-Cellulite-Mittel.
·         Eiche: Die Gerb- und Bitterstoffe (Tannine) der Rinde lindern Entzündungen und Hautinfektionen, helfen bei Ekzemen und fettiger Haut sowie gegen zu starken Fuss-Schweiss.
·         Linde: Rinde, Blüten und Blätter haben diverse Inhaltsstoffe mit vielfältigen Wirkungen: schweisstreibend, nervenberuhigend, immunstärkend. Ein Dampfbad aus Lindenblüten hilft gegen fettige, unreine Haut.
·         Weide: Der Inhaltsstoff der Rinde, Salicin, hilft gegen eine verdickte Hornschicht sowie eine übermässige Talgproduktion und wirkt zellregenerierend. Auch viele Sträucher galten schon bei den Kelten als wirksam und werden auch heute noch genutzt:
·         Haselstrauch: Er wurde schon bei den Kelten zur Herstellung von Wünschelruten und Zauberstäben verwendet; er galt als Schutzstrauch. Die Inhaltsstoffe der Rinde, der Blätter und der Nüsse sind unter anderem Gerbstoffe, Flavonoide und gute Fette. Ihre Wirkungen: adstringierend, blutreinigend, gefässverengend, schlankheitsfördernd.
·         Holunder: Die Kelten nutzten Blätter, Wurzeln und Rinde für Heilzwecke; heute werden nur noch die Blüten und Früchte eingesetzt. Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Vitamine, Gerb- und Schleimstoffe, Glycoside, ätherische Öle und Phytosterole. Sie wirken schweisstreibend, schleimlösend und immunstärkend, verbessern Hautunreinheiten und helfen gegen Sonnenbrand sowie bei Altersflecken.
·         Wacholder: Seine Beeren und Nadeln enthalten ätherische Öle, Vitamin C, Camphen, Terpene, Pinene, Gerb- und Bitterstoffe. Sie wirken antiseptisch, beruhigend und entspannend, entschlakkend, blutreinigend sowie entzündungshemmend und helfen bei Akne und fettiger Haut.

Die wichtigsten Heilkräuter und -Pflanzen sind:
·         Zinnkraut (Acker-Schachtelhalm) hilft gegen Striae und hat sich bei Anti- Cellulite Behandlungen bewährt. Es enthält einen hohen Anteil an Kieselsäure, aber auch andere Mineralsalze, Glycoside, Saponine sowie Gerb- und Bitterstoffe.
·         Efeu: Unbearbeitet ist Efeu giftig, aber er hat längst seinen Platz in der Arzneimittelindustrie (Hustensaft) und in der Kosmetik (Anti-Cellulite-Faktor) gefunden. Efeuextrakt ist nicht nur hautstraffend, sondern hilft auch gegen Striae, Sommersprossen sowie Ekzeme und wirkt antibakteriell und zellregenerierend.
·         Seifenkraut: Ein Absud der Wurzel wurde schon von Kelten, Germanen und Römern als Sapo (lat. Seife) zum Waschen benutzt. Inhaltsstoffe sind vor allem Saponine und Harze. Sie helfen bei verschiedenen Hauterkrankungen wie Hautpilz, Akne, Ekzeme und Hautflechten sowie gegen Hautflecken und -entzündungen.
·         Eine Sonderstellung nimmt die Mistel ein. Dieser Halbschmarotzer, der häufig auf Apfelbäumen, Pappeln und Linden wächst, war den Druiden das heiligste Kraut. Sie nutzten die Mistel für ihre Zaubertränke und schnitten sie nur in ganz besonderen Nächten mit goldenen Sicheln. Die jungen Blätter werden auch heute noch in der Naturmedizin genutzt. Die Inhaltsstoffe Alkaloide, Cholin und Triterpene helfen bei nervösen Herzstörungen, gegen hohen Blutdruck und begleitend auch bei Krebserkrankungen. Ausserdem wirken sie harntreibend und krampflösend.
·         Aber auch Brennnessel, Gänseblümchen, Gerste, Lein oder Flachs, Schafgarbe, Schlüsselblume und viele andere Pflanzen wurden schon von den Kelten für Gesundheit und Schönheit genutzt.

Die Heil- und Schönheitsrituale der Kelten und Germanen waren verbunden mit der Achtsamkeit gegenüber der Natur und dem einzelnen Menschen. Davon können wir in unserer so sehr an Konsum und Profit orientierten Welt sicher einiges lernen. Es bringt uns unserer wahren Natur wieder näher und schenkt uns eine Weiterentwicklung des kollektiven Bewusstseins.

Keltisches Felsenritual für die Schönheit
Schmücken Sie den Behandlungsraum je nach Saison mit natürlichen Zweigen sowie Blüten und stimmen Sie Beleuchtung und Raumduft darauf ab. Nach der Begrüssung und Absprache des Behandlungsablaufs visualisieren Sie mit Ihrer Kundin einen Schutzkreis aus Licht.

·         Beginnen Sie die Behandlung mit einem warmen Eichenrinden-Fussbad (10 Min., 37-38 Grad), dazu ein Glas Holunderblütentee. Das gibt Ihnen Zeit für weitere Befragungen.
·         Schliessen Sie eine kräftige Fussmassage mit Birkenöl an.
·         Beginnen Sie die Körperbehandlung, zum Beispiel mit einer Seifenschaummassage mit Keltensalzseife und einer weichen Naturhaarbürste.
·         Waschen Sie alles mit kühlem Birkenblätterwasser ab (Verhältnis Birkenblättertee zu Wasser 1:3).
·         Eventuell folgt ein warmes Vollbad mit Efeu-, Zinnkraut-, Wacholder- oder Fichtennadelextrakt (12 Min., 38 Grad). Eventuell mit grünem Licht bestrahlen.
·         Anschliessend folgt eine Massage oder Einreibung mit Birken-Bodylotion und eine 20-Minuten-Packung. Dabei entführt eine CD mit Naturgeräuschen Ihren Gast über Kopfhörer in die Welt der Elfen und Feen.
·         Als Abschluss bieten sich eine Bernsteinmassage und Atemübungen an. Druidensnacks für die Behandlungspause:
·         Apfel-Sellerie-Raute-Salat mit Nüssen und ein Glas Holundersaft
·         Sehr dünne Apfelscheiben mit Waldbeeren und ein Glas Holunderblütentee mit Honig

Henny Ladwig –  Die Kosmetikerin, Gymnastiklehrerin, Physio-, Atem-, Lymphdrainage- und Reflexzonentherapeutin betrieb eine Praxis für Physiotherapie und eine Schönheitsfarm. Heute ist sie als Fachautorin und Referentin tätig.

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