B.B. Creams

Die „neuen“ Stars am Kosmetikmarkt
B.B. Creams, einst bekannt als Blemish Balms, sind die neuen „Must-haves“. Fast jede Kosmetikfirma bringt neuerdings ihr eigenes B.B.-Produkt heraus. Kaum jemand weiss: Was als hipper Trend aus Asien gilt, wurde bereits vor 45 Jahren in Deutschland entwickelt.
Angefangen hat alles 1967 in Essen. Die Kosmetikerin Christine Schrammek hatte bereits ein Peeling zum Schälen der Haut auf Kräuterbasis entwickelt und forschte nun nach einer Creme, um die geschälte Haut wieder zu beruhigen. Heraus kam dabei ein Produkt namens Blemish Balm. Zu Deutsch: Pflege gegen Makel. Schnell stellte Schrammek fest, dass die neu entwickelte Creme viel mehr konnte, als nur die Haut zu beruhigen. Der Wirkstoffcocktail war mit entzündungshemmenden, regulierenden und pflegenden Substanzen versehen. Hautunreinheiten und Rötungen liessen sich durch Blemish Balm problemlos abdekken und heilten sogar schneller ab.
Schrammek hatte somit eine der ersten „All-in-one-Cremes“ geschaffen, die von ihrer Tochter, der Hautärztin Christine Schrammek-Drusio, bis heute ständig weiterentwickelt wird. In Deutschland kam das Produkt gut an, noch besser aber in Asien, wo Blemish Balm (kurz B.B. Cream genannt) einen wahrhaften Siegeszug antrat. Es wird vermutet, dass koreanische Krankenschwestern, die in Deutschland tätig waren, das Produkt mit nach Hause gebracht hatten. Mitte der achtziger Jahre besuchte Dr. Schrammek-Drusio erstmals Korea und Japan und stellte dort ihre B.B. Cream vor. Mit dem Ergebnis, dass diese schon bald nicht nur bei Celebrities, sondern auch bei Tausenden von asiatischen Frauen die Lösung für ihre Hautprobleme war. Zwar war Blemish Balm ursprünglich nicht für den asiatischen Markt entwickelt worden, kam dort aber wie gerufen, da viele asiatische Frauen unter unreiner Haut litten.
B.B. Creams im Institut
Auch in Deutschland eroberten Schrammek- Produkte den Markt, der Absatz steigt bis heute kontinuierlich. 2000 Kosmetikinstitute arbeiten alleine in Deutschland mit Schrammek-Produkten, wobei Blemish Balm nach wie vor der Star im Angebot ist. Sowohl Kosmetikerinnen als auch ihre Kundinnen zeigen sich begeistert von seiner Zusammensetzung. Das enthaltene Jojobaöl wirkt feuchtigkeitsbindend, Süssholzwurzelextrakt reizlindernd und Zinkoxid entzündungshemmend. Elisabeth Zielinski, die ihr Kosmetikinstitut Hautnah in Gelsenkirchen betreibt, schwärmt: „Die B.B. Creams decken nicht nur wunderbar ab und kaschieren kleine Makel, ich setze sie auch bei grossporiger Haut ein, bei Insektenstichen, kleinen Wunden und Lippenbläschen. Nach Laserbehandlungen regeneriert sich die Haut mit Hilfe von Blemish Balm sehr schnell.“ Ulrike Ramke vom Institut Auszeit cosmetic in Bremen setzt auch das neue Blemish Balm Fluid ein: „Es ist auch für trockene und Mischhaut geeignet, hat im Gegensatz zu anderen B.B. Creams, die auf dem Markt sind, aber eine deutlich bessere Deckkraft. Das Fluid verschmilzt mit der Haut, setzt sich
Der Markt zieht nach
Zuerst entstanden im asiatischen Markt Konkurrenzprodukte, die sich ebenfalls B.B. Creams nannten. Asiatinnen lieben helle Haut, darum kamen dort Produkte in die Läden, die nicht nur Schutz vor Sonne, Schmutz und Hautalterung bieten sollten, sondern auch aufhellende Inhaltsstoffe beinhalteten. Auch europäische und amerikanische Firmen erkannten das Potenzial von „B.B.“ und brachten ihre eigenen Serien auf den Markt. Viele der heutigen Konsistenzen sind leichter und für unterschiedliche Hauttypen geeignet. Ausserdem werden sie – wie mittlerweile auch die Schrammek-Cremes – in verschiedenen Farbtönen angeboten. Sie verstehen sich alle als „Multitasker“, sind in ihrer Zusammensetzung und Textur aber unterschiedlich. So wird eine Creme beispielsweise als wandelbare Emulsion beschrieben, die weiss beim Auftragen ist, durch spezielle Pigmente beim Auftragen ihre Farbe verändert und so den natürlichen Ton der Haut annehmen soll. Andere Cremes verstehen sich als Weiterentwicklung von getönten Tagescremes, die einen ebenmässigen, makellosen und strahlenden Teint schaffen. Auch beliebte Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure und Koffein werden eingesetzt: B.B. Creams lassen sich je nach Alter und Hauttyp auf unterschiedliche Art auftragen, als Basiscreme, als Make-up oder als Abdeckcreme für punktuelle Irritationen. Und alle eifern dem Blemish Balm nach. Sie wollen eines sein: Alleskönner.
Wie trage ich sie auf?
Die B.B. Cream sanft mit den warmen Fingern auf der Stirn beginnend nach unten streichen. So vermeidet man, dass sich tönende Pigmente in eventuell vorhandenem Gesichtsflaum ansammeln. Tipp: Bei sehr trockener Haut empfiehlt es sich, vorher noch eine Creme oder ein Serum aufzutragen. Kunden, die ihre Haut noch stärker abdecken möchten, benutzen danach zusätzlich ein Makeup. Bei normaler Haut sind B.B. Creams ausreichend.
Kirsten Antje Hoffmeister – Die Journalistin war viele Jahre bei der deutschen Wellnesszeitschrift Vital beschäftigt. Ihre Themenschwerpunkte sind Beauty, Medizin, Food und Reise.