Permanent Make-up

Permanent Make-up

Pigmentiertechnik bei Vitiligo
Bei Menschen, die von der „Weissfleckenkrankheit“ betroffen sind, lassen sich mit Camouflage-Make-up hervorragende Ergebnisse erreichen. Eine weitere Möglichkeit ist das dauerhafte Kaschieren der störenden Flecken mittels einer Pigmentierung 
Vitiligo-Betroffenen durch eine Pigmentierung der weissen Hautstellen zu mehr Lebensqualität zu verhelfen, klingt nach einer wunderschönen Aufgabe. Doch Vorsicht: Nicht in allen Fällen kann Vitiligo vorbehaltlos pigmentiert werden.
Eine Pigmentierung ist nur möglich, wenn die Ausbreitung der Flecken seit einigen Jahren zum Stillstand gekommen ist und sie sich nicht mehr verändern. Dies kann nur der Arzt beurteilen. Deshalb gilt: Schicken Sie Ihre Kunden vor der Camouflage-Pigmentierung unbedingt zu dem behandelnden Arzt.
Die Testpigmentierung
Für eine Pigmentierung eignen sich beispielsweise Gesicht, Rücken und Dekolleté. Stark beanspruchte Stellen wie Hände, Füsse, Handgelenke etc. dürfen nicht pigmentiert werden. Bei grösseren Flächen ist es angebracht, eine 2 cm grosse Kreisfläche vorab als Testfläche zu pigmentieren und diese Probepigmentierung nach zwei Wochen zu überprüfen. Wenn das Farbbild der Umgebungshaut entspricht, können mit der entsprechenden Farbe auch grössere Flächen pigmentiert werden.
Unbedingt beachten!
Technik und Farbwahl sind bei der Pigmentierung von Vitiligo eine äusserst sensible Sache. Folgende Punkte sollten Sie beachten:

  • Pigmentieren Sie eine flächige Schattierung.
  • Pigmentieren Sie äusserst fein und leicht, keinesfalls zu tief, um ein gleichmässiges Ergebnis zu erzielen und einem unregelmässigen Verblassen vorzubeugen.
  • Wenden Sie eine besondere Spanntechnik während des Pigmentierens an, da ansonsten kein gleichmässiges Ergebnis gewährleistet werden kann.
  • Arbeiten Sie absolut akkurat bis zum Rand des weissen Flecks, aber pigmentieren Sie keinesfalls darüber hinaus.
  • Passen Sie die Farben perfekt dem Hautton Ihrer Kunden an, da ansonsten eventuell sogar ein gegenteiliger Effekt erreicht wird und die depigmentierten Stellen noch mehr auffallen.
  • Wählen Sie Farben, deren Farbnuance sich beim Verblassen nicht verändert.
  • Verwenden Sie ausschliesslich Farben, die für die Camouflage-Pigmentierung geeignet sind. Erkundigen Sie sich dazu bei Ihrem Hersteller.
  • Sparen Sie generell Muttermale und Hautveränderungen aus.

Nachbehandlung und Pflege
Bei der Camouflage-Pigmentierung reagiert die Haut nach der Pigmentierung teilweise anders als nach rein „kosmetischen“ Pigmentierungen: So kann es gelegentlich zu Rötungen kommen. Wichtig ist, dass die Kundin in der ersten Woche keine anderen als die empfohlenen Pflegemittel benutzt und auf keinen Fall die Haut mit Seife reinigt.
In der Regel sind ein bis zwei Nachbehandlungen jeweils im Abstand von ca. vier bis sechs Wochen notwendig. Bei der Nachbehandlung haben Sie die Gelegenheit, möglicherweise die Farbe anzupassen, sollte das Ergebnis nicht ganz zufriedenstellend sein.
Die Haltbarkeit der Pigmentierung ist, wie immer bei Pigmentierungen, individuell abhängig vom Stoffwechsel und/oder der Hautbeschaffenheit der Kundin.
Auch hier gilt: Nur eine gut aufgeklärte Kundin wird zu einer zufriedenen Kundin! Seien Sie also ehrlich und versprechen Sie keine Wunder. Grundsätzlich rate ich: Vereinbaren Sie einmal jährlich einen Kontrolltermin, um eine dauerhaft gleichmässig aussehende Pigmentierung zu erhalten.
Nicht ohne Ausbildung
Die Camouflage-Pigmentierung ist äusserst anspruchsvoll und erfordert ein Höchstmass an Professionalität und Verantwortung. Eine qualifizierte Schulung ist hier das A und O. In meinem Unternehmen werden z.B. nur bereits vollständig ausgebildete Pigmentierer zu diesen Schulungen zugelassen. Neben einer ganz speziellen Spanntechnik ist u.a. auch eine detaillierte, auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmte Farbenlehre Bestandteil der Schulung. Ohne eine spezielle, fachlich hochwertige Ausbildung in diesem Bereich würde ich unbedingt abraten, diese Art der Pigmentierung durchzuführen.   
Autorin: Waltraud Kuffner

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