Strahlend in den Winter

Pflege für kalte Tage
Um Ihre Kunden entspannt und optimal gepflegt durch die kalte Jahreszeit zu begleiten, ist es wichtig, die Pflege anzupassen. Kosmetikerin Mayleen Eraerts weiss, welche besonderen Behandlungen Sie anbieten können.
Wenn unsere Haut der Kälte ausgesetzt ist, ziehen sich die Kapillaren zusammen und sie kann nicht mehr optimal versorgt werden. Bei weniger als 8 °C verlangsamen die Talgdrüsen ihre Fettproduktion, welche notwendig ist, um den Säureschutzmantel optimal aufrechtzuerhalten. Kalte Luft entzieht der Haut Feuchtigkeit, denselben Effekt auf die Haut hat die trockene Heizungsluft. Eine häufige Folge sind trockene, brennende und juckende Stellen, entzündliche und sensible Haut. Trockene Haut reagiert häufig sehr sensibel. Die Sensibilität geht oft einher mit einer Unverträglichkeit von Produkten. Kunden mit diesem Problem sollten Sie behutsam behandeln.
Das Ziel sollte es sein, die Haut und ihre Schutzfunktion zu stärken. Dazu bieten sich Wirkstoffe aus Pflanzenund Samenölen wie Jojoba- oder Nachtkerzenöl an. Diese Wirkstoffe können optimal vom Körper aufgenommen werden und so die Barriereschicht der Haut stärken.
Reinigung
Besonders im Winter bietet es sich an, die Haut mit einer schonenden und rückfettenden Reinigungsmilch zu reinigen. So kann die Haut bereits bei der Reinigung intensiv gepflegt, ideal versorgt und geschützt werden. Auch Kunden, die generell zu fettiger Haut neigen, sollten im Winter bei der Reinigung auf sanftere Produkte zurückgreifen, um die Haut nicht zu stark zu entfeuchten.
Cremes
Wenn Kunden sich häufig draussen aufhalten, ist eine reichhaltige Creme empfehlenswert.
Kunden, die sich überwiegend in geschlossenen Räumen mit Heizungsluft aufhalten, können zu leichteren Cremes greifen und mit einer Serumkombination arbeiten. Zu wasserhaltige Cremes können bei Minusgraden auf der Haut gefrieren und die Haut somit oberflächlich und strukturell schädigen! Es ist wichtig, den Lipidgehalt der Creme individuell abzustimmen. Arbeiten Sie hier ergänzend mit Seren! Harnstoff verstärkt den pflegenden Effekt eines Produktes, indem er dafür sorgt, dass die Haut aufquillt; dadurch wird der Wasserverlust verringert. Eine ähnliche Wirkung haben Hyaluronsäureseren. Bei dieser Kombination kann der Fettanteil der Creme geringer sein, sodass das Produkt leichter einzieht.
Tipp: Kunden können zwei- bis dreimal Mal pro Woche eine Crememaske anwenden.
Seren
Um die Haut im Winter ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen, ist ein Hyaluronsäureserum eine sehr gute Wahl! Für Kunden, die es nicht zu schwer auf der Haut mögen, bietet es sich an, tagsüber ein leichtes Serum zu nutzen. Das ist besonders dann zu empfehlen, wenn im Anschluss eine reichhaltigere Tagescreme auf die Haut aufgetragen wird. Je nach Hautzustand und Vorliebe kann aber sowohl tagsüber als auch abends ein reichhaltiges öliges Serum angewendet werden.
Peelings
Die Haut ist spröde und schuppig? Dann empfehle ich Fruchtsäurepeelings! Hin und wieder sind sanfte manuelle Peelings im Gesicht zum Beispiel mit abgerundeten Mandelsplittern, Aprikosen- oder Traubenkernen eine willkommene, nützliche und effektive Methode, um kleine Hautschüppchen abzutragen.
Tipp: Sanfte Peelings wie Milchsäurepeelings sind eine schonende Methode. Die Haut wird nicht durch manuelle Reize gestresst. Eine sanfte Pinselmassage, mit der die Wirkstoffe behutsam einmassiert werden, sind nicht nur für die Haut beruhigend, sondern schenken auch der Seele sanfte Streicheleinheiten.
Winterbehandlung
Im Winter haben wir es alle gerne kuschelig. Nicht jeder hat ein Institut mit angeschlossenem Ruheraum oder Sauna. Aber Sie können auch ohne diese räumlichen Gegebenheiten die Behandlung in Ihrem Institut zu einem ganz besonderen Wintererlebnis machen. Wenn Ihr Kunde bereits mit sanften Klängen und einem angenehmen Duft empfangen wird, lässt das den ersten Stress meist schon abfallen. Draussen ist es kalt und ungemütlich, da ist es umso einladender, wenn man gleich einen besonderen Wohlfühlfaktor bieten kann. Beginnen Sie die Behandlung mit einem warmen Fussbad, reichen Sie dazu einen warmen würzigen Tee. Es ist ein tolles Gefühl, die geplagten und kalten Füsse verwöhnt zu bekommen! Für Kunden, die ihre Füsse nicht gerne hergeben, bietet sich ein Handbad an; dieses können Sie auf der Behandlungsliege durchführen.
Egal ob Füsse oder Hände: Machen Sie ein Ölpeeling. Es stimuliert, wärmt auf und macht sowohl Füsse als auch Hände butterweich und pflegt sie gleichzeitig. Peelen Sie ruhig die Unterschenkel und Unterarme mit! Bevor Sie mit der Gesichtsbehandlung beginnen, sorgen Sie dafür, dass Sie zuvor ein Wärmekissen oder eine Wärmeflasche erwärmt haben! In der kalten Jahreszeit bekommt man schnell kalte Füsse. Legen Sie angewärmte Kompressen auf Schultern und Dekolleté, anschliessend über die Augen.
Achtung: Bitte die Kompressen nicht zu heiss machen! Testen Sie die Temperatur an der Innenseite Ihres Arm.
Massagen entspannen
Ich finde eine Ölmassage im Gesicht äusserst entspannend! Für die individuellen Hauttypen und Hautzustände gibt es die Möglichkeit, mit verschiedenen Ölen zu arbeiten. Tragen Sie vorher das Serum auf, damit es ideal von der Haut aufgenommen werden kann. Durch das Öl ist die Haut wie „versiegelt“ und kann Seren auf Wasserbasis nicht mehr so gut aufnehmen. Hören Sie mit Ihrer Massage nicht beim Haaransatz auf. Machen Sie eine Kopfmassage! Fragen Sie aber Ihren Kunden vorher, ob nach der Behandlung noch was ansteht! Denn die Frisur ist nach einer Kopfmassage mit Öl meist ruiniert! Bleiben Sie während der Maskenzeit in der Kabine. Nutzen Sie die 10 bis 15 Minuten, um eine Arm-Hand-Massage zu machen. Verwenden Sie hierfür am besten eine reichhaltigere Massagecreme oder ein Öl. Sie können die Arme und Hände nach der Behandlung mit einem trockenen Handtuch oder auch einer feuchten Kompresse wieder etwas „fettfreier“ machen. Wenn Sie ein Körperprodukt verwenden, welches Sie auch im Verkauf haben, verkauft sich dieses häufig fast wie von selbst!
Mal anders: warme Produkte
Wärmen Sie Ihre Produkte vor der Behandlung auf. Wenn Sie einen Hot Cabi für Kompressen haben, können Sie Produkte wie Reinigungsmilch, Öl, Massagecreme und auch Crememasken ganz einfach aufwärmen. Es fühlt sich toll an, wenn die Produkte eine angenehme Wärme haben! Achten Sie aber bitte darauf, dass die Produkte nicht zu heiss werden! Auch vertragen manche Produkte wie Enzympeelings oder Fruchtsäurepeelings das Aufwärmen nicht ganz so gut. Vielleicht machen Sie, um alle Produkte in der Behandlung aufwärmen zu können, zur Abwechslung ein anderes Peeling. Dann gibt es kein kaltes Erwachen!
Tipp
Achten Sie auf kleine Details:
Kerzen sorgen für ein angenehmes Licht. Düfte wie Lavendel lassen Ihre Kunden zur Ruhe kommen. Hier bieten sich Duftlampen an. Achten Sie darauf, dass der Duft nicht zu intensiv ist; er soll nur dezent wahrzunehmen sein.
Das macht Ihre Winterbehandlung besonders:
- ein entspannendes und aufwärmendes Fussbad,
- ein wohlduftendes Handbad,
- warme Füsse mit Wärmekissen
- warme Kompressen,
- angewärmte Produkte.
MAYLEEN ERAERTS
Die Kosmetikerin betreibt ein eigenes Institut in Barsinghausen. Sie ist Expertin für ganzheitliche Kosmetik und hat sich auf die Themen Anti- Aging und Wirkstoffkosmetik spezialisiert. www.may-beauty.de