
Ein Kosmetikprodukt muss nicht nur den Teint perfektionieren, sondern auch möglichst natürlich wirken. Wie ist das möglich? Die Antwort sind winzige Partikel in der Formulierung: Mineralien. Sie brechen das Licht auf der Haut und sorgen für einen schönen Teint. Natürlich ist das Zusammenspiel aus Haut, Produktformulierung, Mineralien und Licht noch um einiges komplexer als das …
Die Ansprüche an multifunktionale Kosmetikprodukte steigen heutzutage. Inhaltsstoffe für dekorative Kosmetik sollen eine hohe Deckkraft bieten, Unreinheiten abschattieren und das Hautbild optisch verbessern. Entsprechende Foundations oder Concealer liefern ein effektives Farbergebnis, wirken dabei aber oft maskenhaft und künstlich. Die Herausforderung für Hersteller besteht darin, die Haut optisch frisch und gesund erscheinen zu lassen. Innovative Produkte sollten daher bestmögliche Deckkraft mit einer natürlichen Erscheinung kombinieren. Wichtig in dieser Hinsicht sind lichtstreuende Partikel, die dazu beitragen, Hautunebenheiten abzudecken, ohne das natürliche Aussehen der Haut zu überdecken.
Mit natürlichen Mineralien zum Traumteint
Herkömmliche Materialien wie Titandioxid und Eisenoxide verdecken zwar effizient Hautunregelmässigkeiten wie Pickel oder Sommersprossen, allerdings können sie feine Linien und Falten optisch verstärken und wirken oft maskenhaft oder unnatürlich. Ursache ist die Lichtbrechung, die durch das in den Falten und Hautporen absorbierte Licht entsteht. Durch diesen Kontrast nimmt das menschliche Auge Hautunregelmässigkeiten verstärkt wahr. Soft-Focus-Materialien, also Inhaltsstoffe mit weichzeichnender Wirkung, reduzieren mit einem niedrigen Brechungsindex die Sichtbarkeit von feinen Linien und Falten. Durch ihre Schlüsselrolle bei der Minimierung von sichtbaren Haut- unebenheiten können entsprechende Materialien sowohl in dekorativer Kosmetik als auch in Hautpflegeprodukten sinnvoll sein.
Die Grafik zeigt die Reaktion der Haut mit Licht, das entweder reflektiert oder absorbiert wird. Dabei gibt es jeweils zwei Komponenten: das direkte und das gestreute Licht. Der Soft-Focus-Effekt wird mittels der diffusen Durchlässigkeit und der Gesamtdurchlässigkeit berechnet. Die diffuse Durchlässigkeit steht für die Sichtbarkeit von Hautunreinheiten, und die Gesamtdurchlässigkeit spiegelt ein natürliches Erscheinungsbild der Haut wider.
Die Mischung macht‘s
Um optimal in kosmetischen Formulierungen eingesetzt zu werden, sollte ein Weichzeichner sowohl eine hohe Gesamtdurchlässigkeit als auch eine hohe diffuse Durchlässigkeit bieten. Damit der natürliche Hautton erhalten bleibt, muss das Licht durch das aufgetragene Kosmetikprodukt dringen und von der Haut reflektiert werden. Die Lichtstrahlen werden durch die in der aufgetragenen Formulierung vorhandenen Partikel gestreut und eine Reflexion an vielen Stellen der Haut ermöglicht. Dieser hohe Anteil an diffuser Durchlässigkeit bewirkt einen optischen Ausgleich von Hautunregelmässigkeiten. Die Kombination von Durchdringung und Reflexion des Lichts führt zu einem natürlichen Finish bei zeitgleichem Abdecken feiner Fältchen und einer Mattierung der Haut.
Ausschlaggebend für optische Effekte einer kosmetischen Formulierung sind Partikelgrössenverteilung, Viskosität und Dichte. Zusätzlich beeinflussen Form, Porosität und Konzentration der Partikel den Soft-Focus. Die Fähigkeit, Licht zu streuen, hängt jedoch
ausschlaggebend vom Brechungsindex der Partikel und der Brechung der Medien ab, in denen sie gelöst sind. Je grösser der Unterschied zwischen Partikel und Medium, desto grösser ist die Streuung. Ein kleiner Unterschied im Brechungsindex führt zu fast keiner Streuung, und die Partikel sind im Medium nicht sichtbar. Ein grosser Unterschied führt hingegen fast ausschliesslich zu einer Lichtstreuung, aber auch zu einem unnatürlichen Erscheinungsbild aufgrund einer höheren Opazität.
| Mineralien in Kosmetik |
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| Für den Einsatz in Körperpflegeprodukten und Kosmetik, ist Calciumcarbonat ein multifunktionaler Inhaltsstoff, der vielfältige Möglichkeiten für natürliche Formulierungen bietet.
Mineralien eignen sich aufgrund ihrer spezifischen Härte und Morphologie unter anderem als Glättemittel, Reinigungsmittel, sanfte Scheuerpartikel, Talgabsorber und Texturgeber mit angenehmem Haut-Finish. Die hochreinen Inhaltsstoffe müssen unter strengen hygienischen Bedingungen hergestellt werden, um eine hohe Verarbeitungssicherheit zu gewährleisten. Das Schweizer Unternehmen Omya forscht und entwickelt auf diesem Gebiet, um patentierte Inhaltsstoffe für dekorative Kosmetik, Haut- und Mundpflegeprodukte herzustellen. |

Anaїs Hecker
Die Autorin ist Technical Service Manager Personal and Oral Care bei der Omya International AG. Das Schweizer Unternehmen ist führender Hersteller von Calciumcarbonat und internationaler Anbieter von Spezialitäten, Dienstleistungen und Lösungen für die herstellende Industrie. In dem Bereich Consumer Goods bietet das Unternehmen innovative Lösungen auf der Basis hochreiner natürlicher Mineralien und ergänzender Inhaltsstoffe.