Reif für Radiowellen

Foto: wedmoments.stock/Shutterstock.com
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Hautstraffung ohne Spritze und Skalpell – ist das möglich? Ja, mit einer Radiofrequenz-Behandlung kann man dem natürlichen Hautalterungsprozess sanft entgegenwirken.

Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Protein im Körper. Es bildet das Gerüst der Haut und verleiht ihr ihre Festigkeit. Im Laufe des Älterwerdens produzieren die Zellen aber immer weniger Kollagen, was zu schlaffer Haut und vermehrter Faltenbildung führt. Der zunehmende Volumenverlust beginnt etwa ab einem Alter von 35 bis 40 Jahren. Die Hautstraffung mit Radiowellen oder Radiofrequenz (RF) wird seit zwei Jahrzehnten eingesetzt, um sanft, aber effektiv Anzeichen der Hautalterung zu bekämpfen.  

Wie funktioniert die Radiofrequenz-Behandlung? 

Das Wirkungsprinzip dieser langjährig erfolgreichen Methode basiert darauf, die tieferen Hautschichten mittels gezielter Wärme zu stimulieren, neues Kollagen und Elastin zu produzieren. RF-Wellen erzeugen ein Schwingen der Wassermoleküle innerhalb der Hautzellen, das wiederum zu einer Erwärmung des Gewebes führt. Es ist möglich, das Gewebe so kontrolliert auf mindestens 42 °C zu erwärmen. Dieser starke Wärmeeinfluss bewirkt im lokalen Stoffwechsel eine verbesserte Durchblutung und dementsprechend eine bessere Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen, zusätzlich zur Straffung der Haut in der Dermis. Der Eingriff dauert in der Regel weniger als eine Stunde und ist nahezu schmerzfrei. 

Applikationsarten der RF-Therapie 

Die bei der Radiofrequenz-Behandlung verwendeten Techniken unterscheiden sich grob in drei verschiedene Applikationsarten: 

  • Bei der monopolaren Radiofrequenz – einer der ersten Applikationsarten – tritt die Radiofrequenz als elektromagnetische Wellen fächerförmig aus dem aktiven Pol im Handstück (Elektrode) aus. Sie dringen in das zu behandelnde Hautareal ein und werden über einen Gegenpol (auch Negativelektrode oder Erdung) an einer anderen Hautpartie aus dem Gewebe ausgeleitet. 

  • Die bi-, tri- und multipolare Applikation erfolgt durch Applikatoren, welche sowohl die aktive als auch die passive Elektrode (Pol) in einem Handstück vereinen. Dabei kann es sich um einen oder mehrere aktive Pole handeln. Daher auch die Bezeichnungen bi-, tri- oder multipolar. Durch den integrierten passiven, neutralen Pol erfolgt die Ableitung der Wellen. Elektromagnetische Wellen fliessen immer auf dem kürzesten Weg, also vom aktiven Pol zum passiven Pol hin und her; bei mehreren aktiven Polen im Kreis. Es resultiert die Erwärmung der Haut. Durch verschieden grosse und in der Anzahl der Pole unterschiedliche Applikatoren eignet sich diese Methode sowohl für Gesicht, Hals, Dekolleté als auch für grössere Hautflächen wie Oberarme, Bauch, Beine und Po. 

  • Die dritte wichtige Behandlungsmethode ist eine Weiterentwicklung und Kombination aus zwei wirkungsvollen Systemen: Microneedling in Kombination mit Radiofrequenz. Hierbei werden kleinste Nadeln stempelförmig in die Haut eingebracht, wobei die elektromagnetischen Wellen anschliessend ausschliesslich zwischen den Nadelspitzen fliessen. Das zwischen den Nadeln liegende Gewebe wird ganz gezielt und kontrolliert erwärmt. Diese Behandlung wird vermehrt zur Straffung, Faltenreduzierung und Verfeinerung von Poren im Gesicht. Hals und Dekolleté eingesetzt, aber auch Narben an jeder Hautpartie lassen sich deutlich verschönern. 

Der momentane Trend liegt ganz klar bei der zweit- und drittgenannten Methode von RF-Behandlungen, die zwar mehrere Sitzungen in gewissen zeitlichen Abständen benötigen, dafür aber auch weniger zeitaufwendig sind und als weniger belastend empfunden werden. 

Ab Wann ist eine Radio­frequenz-Behandlung sinnvoll? 

Da eine RF-Behandlung eher die Hautveränderungen verbessert, die ab einem gewissen Alter auftreten, ist eine Behandlung meist erst ab dem 30. Lebensjahr angebracht. Eine Ausnahme stellt hier aber die Porenverkleinerung da. Diese kann schon ab einem jugendlichen Alter durchgeführt werden. 

Fazit 

Eine RF-Behandlung kann in erfahrenen Händen eine sehr effektive und risikoarme Behandlung sein. Es können aber auch – wenn auch selten und meist durch unsachgemässe Anwendung – Nebenwirkungen auftreten, wie Verbrennungen und daraus resultierende unschöne Narben des Gewebes. Mit dem richtigen Ansprechpartner und System ist das aber eher unwahrscheinlich.  

Foto: Dr. med. Hero P. D. Schnitzler
Foto: Dr. med. Hero P. D. Schnitzler

Dr. med. Hero P. D. Schnitzler ist Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und spezialisiert auf  
Laserbehandlungen sowie die Ästhetische und Konservative Dermatologie und Gründer des derma competence center in Zürich. 
www.dermacompetencecenter.com 

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