
Rosazea gehört für mich als medizinische Kosmetikerin zu einem wichtigen Aufgabenbereich. Für Betroffene kann bei dieser unberechenbaren Hautkrankheit der Leidensdruck sehr gross sein.
Umso schöner ist für eine Kosmetikerin, solchen Menschen helfen zu können, sich in ihrer Haut wieder wohlzufühlen und die Krankheit in den Griff zu bekommen.
Ich bin eine Kosmetikerin, welche den Ursachen gern auf den Grund geht, und bin der Meinung, dass jede Hautreaktion ein Signal für eine Störung in unserem System ist. Das Problem der Hitze bei der Rosazea ist uns allen bekannt. Wenn Rötungen auftreten, spricht man in der Traditionellen Chinesischen Medizin immer von einer Bluthitze. Stagniert die Hitze in den Leitbahnen, führt dies zu Entzündungen und Rötungen. Wie kommt es aber zu einer Bluthitze? Klimatische und ernährungsbedingte Ursachen oder negative Emotionen sind Faktoren, welche Hitze im Körper verursachen. Um die Hitze zu klären, werden also kühlende Nahrungsmittel bevorzugt und erhitzende Nahrungsmittel reduziert.
Folgende Nahrungsmittel klären die sogenannte Bluthitze: Adzukibohnen, Grüntee, Kopfsalat, Radieschen, Rettich, Spinat, Stangensellerie. Besonders empfehlenswert ist auch ein Tee aus Löwenzahn und Stiefmütterchenkraut. Diese Emotionen können eine Bluthitze begünstigen: Alle Gefühle haben eine bestimmte Wirkung auf den Körper; Ärger und Wut wirken daher erhitzend.
Typische Begleiterscheinungen einer Bluthitze sind innere Unruhe, gereizte Nerven und Schlafstörungen. Aufgrund dieser physischen und psychischen Faktoren, die einen Einfluss auf diese Hautkrankheit haben können, lohnt sich in jedem Fall, ein ausführliches Anamnesegespräch zu führen, um mit Fingerspitzengefühl mögliche Auslöser herauszufinden und in die Behandlung miteinfliessen zu lassen. Bei Hautproblemen ziehe ich zusätzlich einen Spezialisten der Traditionellen Chinesischen Medizin hinzu.
Erfolgreich behandeln
Die Rosazea-Behandlung braucht viel Aufmerksamkeit und Feingefühl von der Kosmetikerin. Die Behandlung sollte aus sanften, entstauenden, festigenden und entzündungshemmenden Massnahmen bestehen.
Lymphdrainage, Hochfrequenz- oder Photodynamische Therapien können bei der Behandlung von Rosazea sehr hilfreich sein.
Ein äusserst bewährter Wirkstoff in der Rosazea-Behandlung ist Vitamin C. Durch die Stimulation der Kollagensynthese wird das Gewebe gefestigt, was sich auch auf die Stärkung der Kapillargefässe positiv auswirkt. Zudem schützt es auch die Zellen vor freien Radikalen. Ein weiterer toller Wirkstoff ist der indische Wassernabel, welcher die Kapillaren stärkt.
Andere bewährte Wirkstoffe sind die Vitamine K und E, Echinacea-Extrakt, Aloe vera und Nachtkerzenöl.
Auf Sonnenschutz sollten Kunden mit einer von Rosazea betroffenen Haut besonders Wert legen. Empfehlenswert ist ein Lichtschutzmittel, das auf einem physikalischen Lichtschutzfaktor basiert.
Vorsicht geboten
Rosazea-Haut reagiert schon bei kleinsten mechanischen Einwirkungen mit starker Hautrötung, daher sollten wir alle aktivierenden Massnahmen auf ein Minimum reduzieren. Keine durchblutungsfördernden Massnahmen und Peelings mit mechanischen Schleifpartikeln, Salicyl- oder Glycolsäure. Die Wassertemperatur auf keinen Fall zu heiss und keine Anwendung von warmen oder gar heissen Kompressen.
Gefässerweiternde Wirkstoffe wie beispielsweise Kampfer, Menthol,
Alkohol, Pfefferminz oder Eukalyptusöl sollten auch vermieden werden. Vorsicht auch mit Emulgatoren und fettenden Cremen.
Dermatologe hinzuziehen
Bei der Behandlung der Rosazea lohnt es sich, frühzeitig einen Dermatologen hinzuziehen, damit sie früh erkannt und mit der richtigen Begleitung gut im Griff gehalten werden kann. So können beispielsweise lokale Therapien mit Antibiotika oder Azelainsäure unterstützt werden.
Es gibt Fälle, bei denen auch die Augen betroffen sein können. Trockene, brennende, gerötet oder tränende Augen können auch Symptome einer Rosazea sein. In diesem Fall sollte die Kundin/der Kunde sich auch bei einem Augenarzt untersuchen lassen.
Hilfreiche Unterstützungen
Je besser man die Hautkrankheit akzeptieren und sie im täglichen Verhalten beobachten und ihr die nötige Fürsorge schenken kann, umso besser und leichter lässt es sich damit leben.
Es gibt auch eine „Rosacea Tagebuch“-App. Dort werden täglich Ereignisse festgehalten, um einfach und unkompliziert herauszufinden, auf welche Rosazea-Auslöser die Kunden reagieren. So können Betroffene persönliche Trigger identifizieren und weitere Schübe vermieden werden.
Nebst der unterstützenden Heimpflege empfehle ich auch gerne die Sobye-Massage. Das ist eine Form der Lymphdrainage, welche die Kunden an sich selbst praktizieren können.

Was ist Rosazea?
Rosazea ist eine chronisch verlaufende, entzündliche Hauterkrankung. Die Erkrankung tritt meistens im dritten oder vierten Lebensjahrzehnt auf. Insbesondere Personen mit einem hellen Hauttyp sind betroffen. Rosazea ist nicht heilbar, erkennt man sie allerdings frühzeitig und unternimmt aktiv etwas dagegen, kann man sie gut in den Griff bekommen. Deshalb ist es für uns Kosmetikerinnen wichtig, diese Hautkrankheit frühzeitig zu erkennen und richtig zu behandeln. Oft suchen Kunden zuerst ein Kosmetikinstitut auf, bevor sie sich an einen Dermatologen wenden.
Ursachen der Rosazea
Die genauen Ursachen der Rosazea sind noch unklar. Es scheinen jedoch mehrere Faktoren verantwortlich zu sein, z.B. genetische Faktoren, ein heller Hauttyp und chronische UV-Strahlen. Eine Verschlechterung tritt ausserdem oft bei Anwendung von zu fettigen oder reizenden Produkten sowie unter einer längerfristigen Therapie mit Kortisoncremes auf.

Elena Vurma – Die Autorin ist Medizinische Kosmetikerin FA, Kosmetikerin EFZ und Berufsbildnerin. Sie ist Inhaberin der Kosme-
tikinstitute „AMAYA“ in Aarau und Lenzburg.
www.amaya.ch