Hand in Hand – Medizin und Kosmetik

Die Zusammenarbeit von Kosmetikerin und Arzt ist bereichernd: Der Kunde bekommt maximale Zuwendung und erhält das, was für seine Haut perfekt ist. Foto: NaruFoto/Shutterstock.com
Die Zusammenarbeit von Kosmetikerin und Arzt ist bereichernd: Der Kunde bekommt maximale Zuwendung und erhält das, was für seine Haut perfekt ist. Foto: NaruFoto/Shutterstock.com

Steht ein chirurgischer Eingriff bevor, bedeutet das oft im wahrsten Sinne des Wortes, dass es „spannend“ wird. Sehr viele Eingriffe im ästhetischen Bereich haben etwas mit Straffung zu tun. Von Kopf bis zu den Beinen kann je nach Indikation überschüssige Haut entfernt werden. 

Kooperation als Teamarbeit

Da die Haut unter Spannung gesetzt wird, ist es wichtig, dass sie im Vorfeld gut gepflegt ist. Eine wunderbare Vorbereitung für die Haut, um mehr Geschmeidigkeit und Elastizität zu erreichen, sind kosmetische Massnahmen. 
Im Winter ist unsere Haut sehr oft trocken. Manchmal sogar so trocken, dass nur ein leichtes Berühren mit dem Nagel zu einem weissen Streifen führt. In dieser Situation ist die Haut sehr anfällig für Verletzungen und reisst auch gerne mal ein. Durch eine entsprechende Pflege bleibt die Haut geschmeidig und ist deutlich widerstandsfähiger. Eine speziell auf die jeweilige Operation abgestimmte Vorbereitung vonseiten einer Kosmetikerin bedeutet, dass die Haut besser durchblutet wird, elastischer ist und somit auch schneller und besser heilt. Umgekehrt kann man mit der richtig abgestimmten Nachsorge die Erholungszeit deutlich reduzieren und die anschliessende Heilung maximal begünstigen. 
Sieht man den gesamten Prozess als Teamarbeit, so wird der Patient wunderbar geführt und erfreut sich durch den verkürzten Heilungsprozess früher an dem gewünschten Ergebnis. Neben allgemeinen Richtlinien nach einer Operation trägt die Kooperation zwischen Arzt und Kosmetikerin also wesentlich zu einer besseren Genesung bei. Ein weiteres Beispiel aus dem Alltag ist die Kombination von Needling, Unterspritzung und Frequenzbehandlung. Needling macht die Haut erfahrungsgemäss geschmeidig. Die anschliessende Unterspritzung lässt sich dann viel leichter durchführen. Die Nadel gleitet sanfter durch die Haut und reduziert somit die Schmerzen des Patienten. Eine anschliessende Frequenzbehandlung, selbstverständlich abgestimmt auf das jeweilige Verfahren bzw. das verwendete Material, unterstützt den Effekt einer Unterspritzung zusätzlich, indem der Kollagenaufbau beschleunigt und verbessert wird. Nicht nur der behandelnde Arzt kann sein Ergebnis verbessern, auch die Kosmetikerin erzielt mit ihren Behandlungen schnellere Erfolge. Und genau das ist das Wichtige: Der Kunde bekommt maximale Zuwendung und erhält das, was für seine Haut perfekt ist. 

Darauf kommt es an 

Generell gibt es bei der Zusammenarbeit von Kosmetikerin und Arzt keine Grenzen – natürlich vorausgesetzt, dass jeder seine Arbeit gewissenhaft ausführt und niemand überfordert wird. Ich benutze sehr gerne den Spruch „Schuster, bleib bei deinem Leisten“. Wenn sowohl Kosmetikerin als auch Arzt nur das anbieten, was sie können, und auch gesetzeskonform handeln, ist eine Zusammenarbeit etwas Bereicherndes und Ergänzendes. 
Wichtig ist auch, dass der Motivationsgrund niemals ein finanzieller Aspekt sein darf. Ich finde es fragwürdig, ein Therapieverfahren anzubieten, bei dem man sich nicht wohlfühlt, und es nur praktiziert, weil es finanziell sehr lukrativ ist. Für einen Patienten/Kunden sollte sich das System zwischen Arzt und Kosmetikerin wie ein ineinandergreifendes Zahnrad darstellen – Wissen schafft Sicherheit. Ist der Patient zu jedem Zeitpunkt bestens versorgt und erledigen beide Parteien gewissenhaft ihre Arbeit, gewinnt am Schluss jeder: der Kunde, die Kosmetikerin und auch der Arzt. 
Die Zusammenarbeit kann sich auf unterschiedliche Weise darstellen. Es besteht die Möglichkeit, dass man sich die Patienten zuweist und anschliessend die Optionen bespricht. Auch ist es möglich, dass die Kosmetikerin an bestimmten Tagen in der Praxis behandelt oder auch umgekehrt. Entscheidend ist, dass der Kunde fachmännisch bestens beraten und behandelt wird. 

1. Vertrauen 

Ein wichtiger Punkt bei der Zusammenarbeit ist das gegenseitige Vertrauen. Sowohl der Arzt als auch die Kosmetikerin empfiehlt die Patienten an eine theoretisch „fremde Person“. Aufgrund dieser Tatsache ist es unumgänglich, dass die jeweilige Partei weiss, wie die Kundschaft anschliessend beraten und behandelt wird. Wenn man eine Empfehlung ausspricht, sollte man ein sicheres Gefühl haben, dass die Kundschaft mit bestem Wissen und Gewissen betreut und behandelt wird – schliesslich hat man einen Namen zu verlieren. 
Eine ehrliche, ethische Grundhaltung gegenüber dem Patienten/Kunden und der eigenen Kompetenz sollte die Basis jeglichen Handelns sein. Das inkludiert auch eine gewissenhafte Beratung über Möglichkeiten und Grenzen – ohne finanziellen Hintergedanken. So weiss der Kunde zu jedem Zeitpunkt: Ich werde ernst genommen und ich erfahre die bestmögliche Behandlung. 

2. Fachkompetenz und Respekt 

Für die Kooperation ist es wichtig, dass sowohl der Arzt als auch die Kosmetikerin eine ausgezeichnete Fachkompetenz besitzen. Eine langjährige Ausbildung, ständige Weiterbildungen und die richtige Einstellung sind unumgänglich. Wichtig für eine harmonische Zusammenarbeit ist auch der gegenseitige Respekt. Um diese Ebene zu erreichen, müssen sowohl die ärztliche Seite als auch die kosmetische Seite über das Angebot und der Herangehensweise des anderen Bescheid wissen. Wenn ich mit einer Institution kooperiere, dann weiss ich genau, wie sorgfältig die Kosmetikerin mit dem Kunden umgeht und wie gewissenhaft sie arbeitet. Umgekehrt soll das natürlich auch so sein. Ist der Patient dann noch mit der Weitergabe der medizinischen Fakten – also Arzt und Kosmetikerin dürfen über die jeweilige Situation Bescheid wissen – einverstanden, so weiss der Arzt genau, was die Kosmetikerin gearbeitet hat, und die Kosmetikerin weiss, was der Arzt getan hat. Einer nahtlosen und somit hocheffizienten Behandlung steht somit nichts im Wege. 

3. Erweiterung des Spektrums 

Die Tatsache, dass man sich gegenseitig Patienten/Kunden empfiehlt, bedeutet, dass man eine maximale Synergie erzeugt. Beide Parteien können ein erweitertes Behandlungsspektrum in ihrem Portfolio anbieten. Ist jemand auf einem Gebiet schon seit mehreren Jahren erfolgreich tätig, hat er ein enormes Wissen auf diesem Gebiet. Es ist möglich, sich in ein Thema einzuarbeiten und die Lernkurve selbst zu bestreiten. Meiner Meinung nach können sich fachkompetente Personen gegenseitig unterstützen – Hand in Hand zum Wohl des Patienten/Kunden.

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Dr. Med. Alexander Fuchs – Er ist Facharzt für ästhetische Medizin in Luzern. Nach dem Studium der Humanmedizin spezialisierte er sich auf das Fachgebiet der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie: www.dr-alexander-fuchs.eu 

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