Von beruflichen Netzwerken profitieren

Von beruflichen Netzwerken profitieren

Gut vernetzt

Kosmetikerinnen arbeiten meist als selbstständige Einzelkämpferinnen im Ein-Frau Institut. Kontakte zu Kolleginnen sind folglich rar. Fortbildungen bieten daher neben der Chance, sich fachlich auf den neuesten Stand zu bringen, auch die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und das eigene Netzwerk auszubauen.

Wer sich freut, Mitstreiter zu treffen, und neugierig zu Fortbildungen, Messen oder Profi Club Events von BEAUTY FORUM geht, denkt nicht in erster Linie daran, die Konkurrenz zu beobachten. Vielmehr geht es darum, Kolleginnen kennenzulernen und mit deren Erfahrungen den eigenen beruflichen Horizont zu erweitern. Denn im Gespräch mit Mitbewerbern kommen Kosmetikerinnen an jede Menge Informationen, angefangen beim neuen Maskenrezept über Anwendungstipps bis hin zu Marketingideen und Preiskalkulationen. Ausserdem können sie sich mit Kolleginnen austauschen, wie sie auf aktuelle Fragestellungen und Probleme des Berufes reagieren.

Mehr als Smalltalk
Wer regelmässig Fortbildungen besucht, nimmt von jeder Veranstaltung Ideen mit und erweitert darüber hinaus das eigene berufliche Netzwerk. Tipp: Da man einige Kolleginnen zudem bei den unterschiedlichen Fortbildungen der gemeinsamen Depotfirma wiedersieht, bietet es sich an, den zunächst losen Kontakt zum ständigen Erfahrungsaustausch auszubauen. Prinzipiell besteht während der Veranstaltungspause bei jedem Gespräch die Chance zu einer beginnenden Partnerschaft. Da viele Veranstaltungen mehrere Tage dauern, kann man am Abend im Restaurant, beim Frühstück oder während eines Spaziergangs am Aufbau seines Netzwerkes arbeiten. Während eines Wochenendkurses stellte sich beispielsweise heraus, dass die Institute zweier Teilnehmerinnen nur fünfzig Kilometer voneinander entfernt sind. Die beiden Fachfrauen hatten sich angeregt unterhalten und beschlossen, die Gespräche künftig weiterzuführen. Jetzt verabreden sie sich regelmässig, um mehrmals im Jahr gemeinsam zu Veranstaltungen zu reisen. Ausserdem ruft man sich schon mal an, wenn kollegialer Rat gefragt ist.

Konkurrenz?
Bei regionalen Treffen, etwa sogenannten „Citytreffs“ einzelner Herstellerfirmen, spürt man die Konkurrenzsituation der Teilnehmer deutlicher als bei überregionalen Veranstaltungen. Dennoch sollte die Kosmetikerin überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, nur einen Austausch mit der Kollegin aus der sicheren Entfernung von hundert Kilometern zu beginnen, als sich den Mitstreitern aus der gleichen Stadt zu öffnen.

Geben und Nehmen
Die Bereitschaft zum Kommunizieren ist eine wesentliche Voraussetzung für das berufliche Netzwerken. Vorsicht ist aber geboten, wenn sich das Gefühl einstellt, vom Gegenüber lediglich als willkommene Informationsquelle benutzt zu werden. Ein Netzwerk lebt vom Geben und Nehmen. Es macht durchaus Sinn, einerseits unvoreingenommen und offen auf Menschen zuzugehen und gleichzeitig die Augen offenzuhalten, mit wem ein näherer Kontakt überhaupt interessant wäre. Die gleiche Wellenlänge – oder Berufsphilosophie – sollte schon vorhanden sein. Eine Kosmetikerin bekam während der Pause eines Marketingabends zufällig mit, wie sich zwei Kolleginnen über kaufmännische Fortbildung unterhielten. Da sie seit Langem eine derartige Möglichkeit suchte, sprach sie eine der Frauen an und erfuhr so die Vor- und Nachteile aus deren Sicht. Sie tauschten Visitenkarten aus und schon am nächsten Tag erhielt die Fachfrau die Kontaktdaten des Veranstalters. Nicht spektakulär und dennoch effizient, wenn man bedenkt, dass die beiden Kosmetikerinnen seither in lockeren Abständen in Verbindung bleiben und Tipps nicht nur in eine Richtung fliessen.

Vernetzen
Jede berufliche Fortbildung bietet die Möglichkeit, sich um kollegiale Partnerschaften zu bemühen. Dabei sollten Kosmetikerinnen aber nicht wahllos Visitenkarten verteilen, sondern sie gezielt dem Seminarleiter und den Kolleginnen geben, zu denen auch eine interessante Verbindung entsteht.
Der wichtigste Schritt steht am Tag nach der Veranstaltung an: Dann sollten Sie die Initiative per Anruf, E-Mail oder Postkarte ergreifen und sich zum persönlichen Treffen, Telefonat oder Skype-Meeting verabreden. Beweisen Sie Mut! Wenn alle zögern, den ersten Schritt zu tun, entstehen keine neuen Partnerschaften. Und noch eines: Freundinnen möchte man für sich alleine gewinnen, da tut intime Zweisamkeit bisweilen gut. Netzwerke bestehen jedoch aus möglichst vielen Leuten mit unterschiedlichen Kenntnissen, Meinungen und Stärken. Rufen Sie also ruhig alle Frauen an, für die Sie sich interessieren.

Heide Kuhn-Winkler | Die Autorin ist Journalistin mit Schwerpunkt Beauty, Gesundheit und Marketing. Die frühere Chefredakteurin von zwei Kosmetik Magazinen ist Inhaberin des HKW Pressoffice mit Sitz in Ilvesheim bei Heidelberg und in Berlin.

Leave a Comment