Masken, Packungen & Co.

Masken, Packungen & Co.

Schöne Maskerade!

Masken und Packungen sind ein fester Bestandteil in Kosmetikbehandlungen. Doch sie können noch viel mehr als manche glauben: In Kombination mit bestimmten Wirkstoffen und Basiscremes werden sie zu richtigen Allroundern. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten vor.

Viele Menschen denken bei kosmetischen Behandlungen sofort an Gesichtsmasken – und das nicht ohne Grund. Masken und Packungen gehören seit jeher in eine klassische Behandlung und können im Kosmetikinstitut unterschiedlich eingesetzt werden. Sie lassen sich nach Konsistenz, Inhaltsstoffen und Wirkungsweise klassifizieren und individuell anwenden. Im Folgenden erfahren Sie alles, was Sie zum Thema wissen müssen.

Die Reinigungsmasken
Masken, die zur Vorbereitung der Behandlung mit einem Bedampfer zum Einsatz kommen, enthalten meist Heil- und Tonerden, Kleie sowie Schleifpartikel (Peelingmasken). Da sie durch ihren hohen Gehalt an Mineralerden schnell antrocknen, sollte man sie mittels Vapozon oder feucht-warmen Kompressen feuchthalten. Eine andere Variante ist, sie gewollt antrocknen zu lassen (z.B. mittels Infrarotlampe) und schliesslich eine Trockenschleifbehandlung durchzuführen. Hierfür gibt es für das Bürstenschleifgerät spezielle Aufsätze. Diese Behandlung eignet sich besonders gut bei starken Verhornungen, schlecht durchbluteter und grober Haut. Eine weitere Möglichkeit ist, Reinigungsmasken mit antibakteriellen Wirkstoffen zum Schluss einer Reinigungsbehandlung einzusetzen. In diesem Fall kann auch eine beruhigende Packung oder Gelmaske untergemischt werden – so bleibt die Maske geschmeidiger.

Packungen
Packungen sind im klassischen Sinne Crememasken, die aus Fett (öligen Komponenten) und Wasser (Feuchtigkeit) in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen bestehen. Es gibt eine breite Auswahl an Zusätzen und Wirkstoffen wie ätherischen Ölen, Kräutern, Vitaminen oder Antioxidantien, die den jeweiligen Wirkungsschwerpunkt der Packung ausmachen. Sie können anregende Wirkstoffe enthalten, die die Durchblutung stimulieren und einen rosigen Teint zaubern (Anti-Aging) oder mit nährenden Ölen trockener Haut zu Leibe rücken. Packungen mit gefässstabilisierenden Komponenten eignen sich gut für sensible Haut und Couperose. Ist die Haut unrein, kommen Packungen mit Kräutern und adstringierenden Wirkstoffen zum Einsatz. Cremepackungen, die etwas länger auf der Haut bleiben dürfen („Leave-on-Produkte“), sind bei Kunden besonders als Heimpflege am Abend beliebt. In der klassischen Behandlung können Kosmetikerinnen mit solchen Masken nach der Einwirkzeit auch massieren.

Gelmasken für den Frischekick
Gelmasken enthalten viel Feuchtigkeit und haben, wie der Name schon sagt, eine gelige Konsistenz. Da sie einen kühlenden Effekt haben, sind sie besonders in den Sommermonaten beliebt. Sie eignen sich aber auch als Frischekick für zwischendurch oder als „Durstlöscher“ für die feuchtigkeitsarme Haut. In der Kosmetikbehandlung sorgen Gelmasken nach Reinigung und Peeling dafür, dass die Haut durchfeuchtet wird und aufnahmefähiger für weitere Wirkstoffe ist.
Eine Sonderform der Gelmasken stellen die sogenannten
Creme-Gel-Masken dar. Sie enthalten ausser hydrophilen Inhaltsstoffen unter anderem leichte Öle. In der klassischen Behandlung kommen diese Masken entweder zum Abschluss oder vor der Massage zum Einsatz. Beides hat seine Berechtigung und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn Sie eine Massage mit einer reichhaltigen Massagecreme, also einem W/O-Präparat durchführen, kann eine leichtere Feuchtigkeitsmaske oder Gelmaske nicht mehr von der Haut aufgenommen werden. Aus diesem Grund sollte die Maske entweder davor erfolgen oder die Kosmetikerin muss erneut abreinigen.

Doppelte Wirkung
Intensivieren können Sie die Wirkung von Masken durch das Abdecken mit Folie und die Bestrahlung mit Infrarot- oder Farblicht. Obligatorisch sind auch die Augenpflege und das Abdecken der Augen mit Wattepads. Eine weitere Möglichkeit ist, die Augen mit sogenannten Augenkissen zu bedecken. Diese kleinen Kissen sind mit Leinsamen oder Kräutern gefüllt und sorgen dafür, dass der Kunde während der Maskenpause besser abschalten kann. Für Kosmetikerinnen, die gern mit Steinen arbeiten, gibt es spezielle Augensteine (z.B. aus Aventurin), die sanft auf die geschlossenen Augen gelegt werden. Ein Klassiker ist während der Maske auch die Lippenpackung. Sie pflegt nicht nur spröde Lippen, sondern sorgt dafür, dass auch besonders redselige Kundinnen zur Ruhe kommen.

Thermomodellagen öffnen Poren
Thermomodellagen sind Gipsmasken, die unmittelbar vor dem Auftragen mit Wasser angerührt werden. Sie erhärten durch eine chemische Reaktion, bei der thermische Energie (Wärme) frei wird. Diese Art der Masken ist besonders in der kalten Jahreszeit beliebt und eignet sich gut bei schlecht durchbluteter, müder Haut oder für Anti-Aging-Behandlungen. Durch die Wärme wird die Durchblutung und damit die Mikrozirkulation angeregt. Die Poren öffnen sich und der Gewebestoffwechsel kommt in Schwung. Die zuvor aufgetragenen Wirkstoff- und Pflegepräparate können nun durch den Okklusiveffekt besonders gut einwirken. Nach etwa 20 Minuten kühlt die erhärtete Maske aus und die Poren schliessen sich wieder. Wichtig ist, dass man bei folgenden Kontraindikationen Vorsicht walten lässt:
§  ausgeprägte Couperose
§  entzündliche Hauterkrankungen
§  Schilddrüsenprobleme
§  Herz-Kreislauf-Erkrankungen
§  Bluthochdruck
§  Klaustrophobie
§  Schwangerschaft

Algenkaltmodellagen
Auch diese Modellage rührt die Kosmetikerin erst unmittelbar vor dem Auftragen an. Wie die Thermomodellage verändert die Algenkaltmodellage ihre Konsistenz: Sie „gummiert aus“ und kann später in einem Stück vorsichtig abgezogen werden. Auch bei dieser Modellage können die Wirkstoffe durch einen Okklusiveffekt besonders gut penetrieren. Allerdings sind diese Masken generell eher kühl. Einige Hersteller bieten zwar Algenmodellagen an, die warm angerührt werden. Doch sie kühlen meist recht schnell aus. Mittlerweile gibt es ausser der klassischen Algenkaltmodellage viele Varianten, die in der Kabine für Abwechslung sorgen. Zum Beispiel:
§  Modellagen mit Vitaminen oder Kräutern
§  mit beruhigenden Wirkstoffen für die sehr sensible Haut
§  oder mit Vitaminen und Champagnerextrakten als exklusives Angebot im Anti-Aging-Bereich.

Die meisten dieser Masken kann man auch direkt über die Augen geben. Nach dem „Ausgummieren“ lassen sie sich wieder rückstandslos und sanft entfernen. Diese Behandlungsvariante eignet sich übrigens auch als Augenspezialbehandlung während einer klassischen Kosmetikbehandlung. Algenkaltmodellagen sind generell für jeden Hauttyp geeignet.

Susanne Thölke – Die staatl. geprüfte Kosmetikerin und Heilpraktikerin mit eigener Praxis hat sich auf die Bereiche dermatologisch-medizinische Hautpflege, Sugaring und besondere Massagen spezialisiert. Außerdem ist sie als Fachautorin und Referentin tätig.

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