Lagenpeelings

Lagenpeelings

Foto: claires/Shutterstock.com
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Starkes Kombi
Die Zeiten von simplen Rubbelpeelings in der Kabine sind längst vorbei. Der Trend geht ganz eindeutig zu Enzym- und Säurepeelings. Doch auch hier beherrscht keineswegs nur eine Methode die Behandlungen. Um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, können die unterschiedlichen Peelings miteinander kombiniert werden.
Durch die Kombination unterschiedlicher Peelings lassen sich deren Eigenschaften noch stärker hervorheben. Denn wenn die Haut durch das erste Peeling bereits vorbereitet ist, entfaltet das folgende Peeling seine Wirkung gleich viel intensiver. Aber wie werden nun unterschiedliche Peelings in der kosmetischen Behandlung kombiniert? Zunächst ist zu klären, welches Behandlungsthema im Vordergrund steht: Möchte die Kundin eine Anti-Aging-Behandlung oder ist eine Aknebehandlung gefragt? Denn für verschiedene Problemstellungen gibt es auch bestimmte Peelingwirkstoffe bzw. Säuren, die besser geeignet sind als andere. Einige Peelings, wie etwa die klassische Glykolsäure, eignen sich jedoch für sehr viele Indikationen und können daher sowohl im Bereich Anti-Aging, als auch für die unreine Haut angewendet werden. Als nächstes muss in einer gründlichen Anamnese abgeklärt werden, inwieweit die Haut der Kundin für mehrere Peelings oder Lagenpeelings geeignet ist. Dafür sollten Sie sich folgende Fragen stellen: Hatte die Kundin jemals Peelingbehandlungen? Wie empfindlich ist die Haut der Kundin? Wie gut kann die Kundin mit heftigeren Reaktionen ihrer Haut umgehen? Generell empfiehlt es sich, eine kombinierte Peelingbehandlung entsprechend vorzubereiten und nicht als Erstbehandlung durchzuführen. Bitte beachten Sie stets die Vorgaben des Herstellers und vermeiden Sie die Kombination von Peelings unterschiedlicher Hersteller; sonst könnte es zu unvorhersehbaren Reaktionen kommen.

Kombimöglichkeiten
Die einfachste Variante, verschiedene Peelings miteinander zu kombinieren, ist es, zunächst ein Enzympeeling und danach eine Säurepeeling (z.B. mit Fruchtsäuren) durchzuführen. Das Enzympeeling löst abgestorbene Hornschüppchen effektiv, während das Säurepeeling danach eine bessere Wirkung entfalten kann. Anschliessend ist die Haut sehr aufnahmefähig für verschiedene Wirkstoffe. Ausserdem hat sich diese Art der Behandlung besonders bei fest sitzenden Mitessern bewährt. Wollen Sie nun verschiedene Säurepeelings miteinander kombinieren, haben Sie unterschiedliche Möglichkeiten:

  1. Sie können von einem Peeling mehrere Lagen auftragen, sofern dies vom Hersteller als Anwendungsmöglichkeit vorgesehen wird (= klassisches Lagenpeeling). Häufig wartet man zwischen den einzelnen Lagen zwischen ein und drei Minuten ab, um die Hautreaktion zu überprüfen. Bitte beachten Sie, dass in diesem Fall die nächste Peelinglage direkt über die vorherige aufgetragen wird! Es erfolgt also keine Neutralisation zwischen den einzelnen Lagen des Peelings. Wichtig: Fragen Sie nach jeder Lage nach dem Befinden der Kundin und beobachten Sie die Reaktion der Haut sehr genau. Verspürt die Kundin ein starkes Kribbeln und/ oder Brennen und/oder Hitze oder rötet sich die Haut stark, beenden Sie das Auftragen.
  2. Sie können unterschiedliche Peelings nacheinander, also mit dazwischen erfolgender Neutralisation, durchführen. (= Multipeel/Kombipeel) Dabei wählt man Peelings unterschiedlicher Stärke und/oder mit unterschiedlichen Säuren und Wirkstoffen, um auf verschiedene Aspekte einzugehen. Am deutlichsten sieht man das am Beispiel einer Kombination aus Fruchtsäuren (Glykolsäure, Milchsäure etc.) und z.B. Salicylsäure. Die Fruchtsäure bewirkt eine Lösung der Zellkohäsion (Zusammenhangskraft der Zellen) im Stratum granulosum, die Salicylsäure löst die Zellkohäsion im Stratum corneum. Vereinfacht gesagt, wirkt die Fruchtsäure innerhalb der Epidermis von oben und die Salicylsäure innerhalb der Epidermis von weiter unten. Somit kann man intensivere Resultate durch solch eine Kombination erwarten. Bei der Kombination verschiedener Säurepeelings gibt es auch die Möglichkeit, auf Peelings mit zugesetzten Wirkstoffen wie Retinol, Vitamin C o.Ä. zu setzen; diese können dann als zweites Peeling nach einem Vorpeeling ihre Wirkung optimal entfalten.
  3. Wenden Sie ein Säurepeeling auf dem gesamten Gesicht an und geben darüber nur partiell – also an den „Problemzonen“ – ein weiteres stärkeres Peeling. So kann intensiv auf Falten, Narben oder Pigmentstörungen eingegangen werden, ohne die übrige Haut unnötig zu stressen.

Neutralisation
Das Neutralisieren eines Säurepeelings wird immer wieder heiss diskutiert. Einige Hersteller halten für ihre Peelings spezielle Neutralisationslösungen bereit; diese sollten dann auch angewendet werden. Bei anderen Herstellern wird mit Wasser, d.h. lauwarmen oder kühlen Kompressen, neutralisiert. Wasser hat einen pH-Wert von 7 und ist dabei am Neutralpunkt. Chemisch gesehen, kann Wasser sowohl als Säure (H30+) oder Base (OH-) fungieren. Wieder andere Peelings neutralisieren sich nach einiger Zeit auf der Haut selbst und verbleiben dann einfach auf der Haut (dieses Verfahren kommt bei kosmetischen Peelingbehandlungen seltener zum Einsatz).

Nichts für Anfänger!
Zusammenfassend gesagt, ist es wichtig, die Haut der Kundin richtig einzuschätzen und sich mit den verschiedenen Peelings gut auszukennen, um diese sicher anwenden zu können. Bei Lagenpeelings oder Multipeels kann es zu intensiveren Hautreaktionen kommen, die ja an sich erwünscht sind. Klären Sie die Kundin zuvor entsprechend auf und stellen Sie sicher, dass auch zu Hause die richtige Pflege weitergeführt wird.

Den kompletten Text, inkl. Kalkulationsbeispielen, finden Sie in der BEAUTY FORUM Edition Swiss 06/15.

Susanne Thölke │ Die staatl. geprüfte Kosmetikerin und Heilpraktikerin hat sich in ihrer Praxis auf medizinisch dermatologische Kosmetik für Problemhaut, Anti-Aging sowie Peelings spezialisiert. Ausserdem ist sie als Fachautorin und Referentin tätig.

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