Körpertreatments für Männer

For Gentlemen
Waren es früher meist Frauen, die Wellness- Trips buchten, fahren heutzutage immer mehr Pärchen in den Wellness-Urlaub. Doch wie kann man sich auf die männliche Klientel einstellen? Und wie unterscheiden sich die Behandlungen vom üblichen Angebot?
So viel sei vorab gesagt: Männer lieben Körperbehandlungen – und Massagen im Besonderen. Klassiker wie Teil- oder Ganzkörpermassagen sind meist der Einstieg für den Mann, wenn er zum ersten Mal eine Körperbehandlung bucht. Aber Vorsicht, es gibt einige geschlechtsspezifische Unterschiede zu beachten:
· Sagen Sie Ihrem Kunden vor der Behandlung ganz genau, was er ablegen darf. Man hört immer wieder Geschichten von höchst irritierten Jungkosmetikerinnen, die in der Kabine plötzlich einen splitternackten Kunden vorfanden. Häufig sind sich Männer in dieser Frage einfach nur unsicher.
· Achten Sie auf das richtige Massageöl: Rosenduft oder Lavendel sind nicht gerade die Favoriten der männlichen Kundschaft. Wählen Sie lieber fruchtig-frische Düfte wie Zitrone, Orange oder Grapefruit oder mischen Sie diese mit holzigen Noten wie Zedernoder Sandelholz.
· Führen Sie die Massagegriffe ruhig etwas kräftiger aus – Männer wollen häufig keine sanfte „Streichelmassage“. Fragen Sie einfach nach und passen die Griffe entsprechend an. Beliebt ist ausserdem die Massage der Kopfhaut und auch der Ohren; eine Bauchmassage hingegen ist hier eher Geschmackssache.
Kräftige Peelings für kräftige Kerle
Auch Körperpeelings und Bürstenmassagen eignen sich gut für die männliche Kundschaft – entweder als Vorbereitung auf die anschliessende Behandlung oder auch gern etwas ausgiebiger als Single Treatment. Hier spürt der Kunde schnell, dass „etwas passiert“ – ideal für Männer, die sich sichtbare Ergebnisse wünschen. Eine Peel-Behandlung könnte wie folgt aussehen:
Führen Sie den Kunden nach der Begrüssung in die Kabine und bitten Sie ihn, alles ausser der Unterwäsche abzulegen; dann darf er es sich auf der Massagebank in Bauchlage bequem machen. Verlassen Sie den Raum, während der Kunde sich auszieht, und kommen Sie nach circa drei Minuten wieder. Decken Sie Ihren Kunden zunächst mit einem grossen Handtuch zu und legen Sie bei Bedarf eine kleine Rolle unter die Füsse. Jetzt beginnen Sie die Kontaktaufnahme, indem Sie vom Nacken über den Rücken und die Beine bis zu den Fersen hinunterstreichen. Danach beginnen Sie mit dem Körperpeeling. In grossen kreisenden Bahnen können Sie die Beine und den Rücken gründlich bearbeiten – aber Achtung, bitte nicht schrubben!
Nehmen Sie die Reste einfach mit warmen Kompressen ab. Im Anschluss kommt für ca. fünf bis zehn Minuten ein kleines Dampfbad mittels Vapozon und ätherischen Ölen zum Einsatz. Danach beginnen Sie mit der Massage: Erst ist der rechte Fuss an der Reihe, dann das Bein und der Oberschenkel, bis Sie schliesslich auf die linke Seite wechseln. Beim Rücken darf es gern eine etwas ausführlichere Massage sein. Im Anschluss decken Sie den Kunden wieder zu und lassen ihn noch einige Minuten ruhen.
Enthaarung plus eine Portion Pflege
Da für Männer auch das Thema Haarentfernung interessant ist, können Sie dies optimal mit einer Pflegebehandlung kombinieren. Bieten Sie zur Vorbereitung eine Bürstenmassage an, um die Haare aufzurichten und eventuell eingewachsene Härchen aus der obersten Hornschicht zu lösen. Dann folgen die Vorbehandlung und die Haarentfernung. Im Anschluss können Sie eine Massage mit einer beruhigenden Lotion durchführen oder auch mit Zucker massieren. Besonders beliebt ist diese Behandlung bei der Haarentfernung am Rücken.
Tipp:
Bei besonders öligen Massagen oder Behandlungen mit Schaum oder Schlamm eignen sich spezielle Einmalslips für die Herren – es gibt sie übrigens auch in Schwarz.
Susanne Thölke | Die staatlich geprüfte Kosmetikerin und Heilpraktikerin mit eigener Praxis hat sich auf die Bereiche dermatologisch-medizinische Hautpflege, Sugaring und besondere Massagen spezialisiert. Außerdem ist sie als Fachautorin und Referentin tätig.