Clevere Einrichtungskonzepte

Klein, aber fein
Es gibt viele Möglichkeiten, ein Institut einzurichten. Sind die Räumlichkeiten allerdings begrenzt, kann es eine grosse Herausforderung sein, das Institut so effizient wie nur möglich auszustatten.
Ein guter Arbeitsplatz zeichnet sich dadurch aus, dass er den Arbeitsablauf unterstützt und übersichtlich bleibt. Dies ist aber nur möglich, wenn die benötigten Utensilien nicht nur in Reichweite stehen, sondern auch mit einem Griff zugänglich sind. Um das zu erreichen, empfiehlt es sich, Funktionseinheiten zu bilden, in denen die benötigten Materialien bereits vorbereitet sind. So eignen sich zum Beispiel tiefe Tabletts, auf denen die Kosmetikerin die jeweiligen Produkte individuell für die Behandlungen zusammenstellen kann. So wird der Arbeitsplatz übersichtlicher.
Den eigenen Arbeitsstil erkennen
Meist richtet sich die Kosmetikerin die Kabine so ein, wie sie es von der Schule oder dem Praktikum her kennt. Doch je nach Behandlungsschwerpunkt und eigenem Arbeitsstil ändern sich die Anforderungen an eine Kabine. Damit die Kosmetikerin in der Lage ist, ihren Arbeitsplatz funktionell zu gestalten, sollte sie sich während ihrer Arbeit eine Zeit lang aufmerksam beobachten. Tipp: Bitten Sie eine Testperson, sich während der Behandlung Notizen über alle unterbrechenden oder störenden Faktoren zu machen. So zeigen sich schnell Schwachstellen im Ablauf.
Schwachstellen innerhalb der Kabine
Etwas, was in der Kosmetikkabine allzu oft vernachlässigt wird, ist ein Platz, an dem die Kundin bequem ihre Kleidung, ihre Tasche und ihren Schmuck ablegen kann. Nicht selten gibt es nur einen kleinen Hocker in der Ecke, der seiner Funktion nicht wirklich gerecht wird. Auch für den Schmuck gibt es oft keinen speziellen Platz. Nach dem Prinzip der Funktionseinheit empfiehlt es sich hier, eine einheitliche Minigarderobe einzurichten. Diese besteht aus einem grossen, stabilen und bequemen Stuhl, der Möglichkeit, Kleidung und Handtasche aufzuhängen, sowie einem Spiegel mit einer Ablage für den Schmuck. Ist das Raumangebot sehr begrenzt, kann man auf den Hocker verzichten und grosse Haken sowie schöne Bügel in der Nähe eines Spiegels anbringen.
Ergonomie zugunsten der Kosmetikerin
Damit die Kosmetikerin optimal arbeiten kann, sollte sie auch die ergonomischen Aspekte berücksichtigen. Nicht nur ein passender Stuhl ist dabei entscheidend, sondern auch die richtige Anordnung der Arbeitsmaterialien. Eine Rechtshänderin wird versuchen, alle wichtigen Instrumente und Materialien auf der rechten Seite zu platzieren. Dennoch sollte sie für einen linksseitigen Ausgleich sorgen, indem sie jene Waren und Instrumente so platziert, dass sie sie mit der linken Hand greifen und bedienen kann.
In einer kombinierten Kosmetik- und Fusspflegekabine ergibt sich aus dem eingeschränkten Platzangebot häufig ein weiteres Problem: Weil sie keine ergonomische Fusspflegestation hat, sitzt die Kosmetikerin mit gebeugtem Rücken vor der Kundin. Nicht selten resultieren daraus Rückenschmerzen. Tipp: Ein Yoga- oder Meditationshocker erleichtert nicht nur das Sitzen mit geradem Rücken in der angemessenen Arbeitshöhe, sondern ist auch handlich und leicht wegzuräumen.
Stiefkind Kundentoilette
Ein weiterer „Problembereich“ im Institut sind häufig auch die sanitären Anlagen. Ein kleines Kunden-WC bietet nur selten Platz für ansprechende Möbel. Mit etwas Einfallsreichtum kann die Kosmetikerin allerdings originellen Stauraum für Papier und Handtücher schaffen. Wenn Handtuchhalter und Aufbewahrungsort eine optische oder thematische Einheit ergeben, entsteht ein dekorativer Eindruck, ohne dass imposante Möbel erforderlich sind. So bieten eine Bambusstange und ein Bambuskorb asiatisches Flair, während eine moderne Gardinenstange aus Metall in Verbindung mit einem polierten Werkzeugkasten modern wirkt.
Ordnung ist das halbe Leben
Dass Ordnung das halbe Leben sein soll, klingt vielleicht etwas bürokratisch. Und ein aufgeräumter Arbeitsplatz sagt sicher nichts über die Qualität der Behandlung aus. Wenn allerdings eine gute Kosmetikerin ihre wundervolle Behandlung unterbrechen muss, weil sie nach Produkten sucht, aufgrund eines unübersichtlichen Arbeitsplatzes Gefässe umkippt oder nach der falschen Ampulle greift, dann macht das den feinen Unterschied zwischen einer guten und einer Spitzenkosmetikerin aus.
Fazit: Es sind oft die kleinen Details und nicht die grossen Ideen, die den Alltag der Kosmetikerin erleichtern und ihren Erfolg vorantreiben.
Praktische „Ordnungshüter“
Eiswürfelbehälter: Ampullen lassen sich am Arbeitsplatz stehend in einem Eiswürfelbehälter aufbewahren. Auf diese Weise sind die verschiedenen Ampullen gut sortiert und lassen sich mit einem Handgriff entnehmen.
Schmuckschatullen: Darin können kleinen Utensilien wie Wattepads, Einwegkanülen, Q-Tips, Lanzetten o.Ä. griffbereit verstaut werden.
Flaschentragekörbe: Um Handtücher aufzubewahren, eignen sich Flaschentragekörbe oder Flaschenkisten. Die eingerollten Handtücher sehen nicht nur ordentlich aus, sondern lassen sich mit einem Griff verwenden.
Hänge-Organizer für den Kleiderschrank: In Möbelhäusern gibt es Einsätze aus Leinen oder Baumwollstoff, um Schuhe oder Pullover im Kleiderschrank unterzubringen. Diese Organizer lassen sich unterhalb eines Regalbrettes oder an der Decke aufhängen. Damit wird Raum für Handtücher oder Kabinenware gewonnen.
Ina-Griet Raatz-von Hirschhausen
Die Kosmetikerin und Visagistin absolvierte ein Studium an der Universität Osnabrück, arbeitete in einer Fachklinik für Haut- und Gelenkerkrankungen und führte viele Jahre ihr eigenes Kosmetik- und Yoga-Studio.