Das kleine Werbe-ABC

Das kleine Werbe-ABC

Dauerhaft erfolgreich
Werbung ist wichtig! Nicht nur für Kosmetik-Newcomer – auch Profis müssen ihre Angebote ständig überprüfen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die wichtigsten Marketinginstrumente haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.
Schnelllebigkeit und ständig wechselnde Angebote bestimmen heute den Kosmetikmarkt. Ein grosszügig ausgestattetes Institut in guter Lage und innovative Behandlungskonzepte sind noch lange kein Garant für wirtschaftlichen Erfolg – auch kleine Studios in Randlagen können profitabel arbeiten. Um langfristig und dauerhaft Erfolg im dicht besiedelten Markt zu erlangen, zählen nicht unbedingt Grösse und Lage eines Instituts, sondern vielmehr die persönliche Note und kundenorientiertes Handeln. Aber auch wenn das gegeben ist – ohne vernünftiges Marketing stellt sich selten der gewünschte Erfolg ein.

Marketinginstrumente
Unter dem Begriff Marketing werden alle Tätigkeiten eines Unternehmens bezeichnet, die der Förderung des Umsatzes dienen. Marketing ist also im weitesten Sinne Werbung. Da die meisten Kosmetikinstitute für Werbung nur ein kleines Budget zur Verfügung haben, ist es umso wichtiger, es sinnvoll und gezielt einzusetzen. Nur so kommt die Werbung im Zeitalter der völligen Reizüberflutung auch bei den Kunden an. Damit Marketing funktioniert, muss es auf mehreren Ebenen gleichzeitig und kontinuierlich stattfinden. Die dafür wichtigsten Werbeinstrumente sind:
· Firmendesign
· Anzeigen
· Mailings
· Internetpräsenz
· Give-aways
· Events
· Themenwochen

All diese Instrumente repräsentieren Sie und Ihre Arbeit in der Öffentlichkeit. Stellen Sie sie sich wie ein Kleidungsstück vor, das gut sitzen sollte. Es umfasst Firmenname, Logo, Schriftart, Firmenfarbe und idealerweise auch einen Slogan. Der Wiedererkennungswert spielt eine zentrale Rolle. Jedes grosse Unternehmen weiss deshalb, wie wichtig „Corporate Identity“ ist.

Anzeigenmarketing
In erster Linie dienen Anzeigen in der Regionalpresse der Neukundengewinnung. Deshalb bietet es sich an, sie mit einem kleinen Behandlungsgutschein zum Kennenlernen zu kombinieren – oder alternativ mit anderen Angeboten. Doch auch für Stammkunden ist eine gut gestaltete, aussagekräftige Anzeige eine Bestätigung, das richtige Kosmetikinstitut gewählt zu haben. Eine einmalige Anzeige bringt in der Regel wenig. Deshalb sollten Anzeigenstrecken über das Jahr verteilt geplant werden. Ideal hierfür sind die Frühjahrs- und Herbstwochen und natürlich die Weihnachtszeit. Dabei sollten die Anzeigen immer gleich gestaltet und aufgebaut sein und nur die Texte entsprechend variieren.

Aussagekräftige Mailings
Betrachten Sie Rundschreiben, Postwurfsendungen, Flyer oder E-Mails als Ihre Aussendienstmitarbeiter. Sie schicken sie zu Ihren Kunden, um diese auf Ihre Dienstleistung aufmerksam zu machen. Auch laden sie in Ihrem Na men zu Veranstaltungen ein oder informieren über neue Produkte. Damit Ihre Informationen bei Kunden ankommen, sollten Sie beim Verfassen auf Folgendes achten: In den ersten Sekunden muss der Leser erkennen, dass ihn der Inhalt interessiert, nur dadurch motivieren Sie ihn zum Weiterlesen. Schreiben Sie Ihre Botschaft in kurzen Sätzen mit einfachen Wörtern. Ihr Leser muss Vorteile für sich erkennen, damit das Schriftstück nicht direkt in den Müll wandert. Sprechen Sie ihn direkt an und sagen Sie ihm, was Sie konkret von ihm erwarten, z.B. eine Terminvereinbarung.

Sonderfall Newsletter
Ebenfalls in den Bereich der Kundenanschreiben gehört der Newsletter. Steht das postale Kundenanschreiben noch unter einem gewissen „Leistungsdruck“ des Verkaufens, so kann sich der Newsletter den Luxus gönnen, den Leser rein informativ daran zu erinnern, dass es Sie gibt. Newsletter verschickt mittlerweile so ziemlich jeder. Doch die wenigsten dieser Schreiben erreichen dabei ihr Ziel, nämlich vom Empfänger geöffnet zu werden. Nichtsdestotrotz sind Newsletter ein unverzichtbarer Teil der Kundenkommunikation. Die Vorteile sind augenfällig: Mit geringstem Kosteneinsatz und mit relativ wenig Zeitaufwand können Sie Ihre Kunden erreichen und mit einem inhaltlich wie grafisch interessant gestalteten Newsletter Ihre eigene Kompetenz unter Beweis stellen. Doch ebenso offensichtlich wie die Vorteile für den Absender sind die Nachteile für den Adressaten: Newsletter können nerven. Der Grossteil dessen, was als Newsletter verpackt in den elektronischen Postfächern landet, entpuppt sich in Wahrheit als Werbung. Und die ist oftmals auch noch schlecht gemacht, unübersichtlich, technisch fehlerhaft oder grafisch so überladen, dass der Speicherplatz nicht auszureichen droht. Deshalb ist es wichtig, dass das „Gerüst“ des Newsletters von einem Profi erstellt wird, der sich neben der technischen Seite und dem Format um Aspekte wie den Datenschutz oder die Abbestellfunktion kümmert. Diese Investition ist einmalig notwendig, um sich zum einen von der Masse der Newsletter abzuheben, und zum anderen, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Damit Ihre Botschaft ankommt und beim Kunden Interesse und nicht etwa Frust über „noch so einen Newsletter“ weckt, sollten Sie unbedingt ein paar Regeln beachten, denen ein simpler Gedanke zugrunde liegt: Lassen Sie all das weg, was Ihnen selbst an diesen Informationsschreiben missfällt. Achten Sie unbedingt darauf, dass bei der Gestaltung die Identität Ihres Instituts berücksichtigt wird – Ihr Logo, der Schriftzug, bestimmte Farben und Ähnliches. So wird ein Wiedererkennungswert geschaffen. Auf den ersten Blick muss der Newsletter klar und übersichtlich sein – meiden Sie verschnörkelte Schriftarten, entscheiden Sie sich für eine gut lesbare Schriftgrösse und wählen Sie einen etwas grösseren Zeilenabstand. Wenn Sie diese Hürde des ersten Eindrucks gemeistert haben, sollten Sie den Kunden nicht durch langatmige Texte wieder abschrecken. Fassen Sie sich kurz, konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und verlieren Sie sich nicht in reisserischen Floskeln. Als Faustregel gilt: nicht mehr als eine Seite Text.

Must-have: Die Webseite
Ein Kosmetikinstitut ohne eigene professionell gestaltete Webseite und EMail- Adresse ist in der heutigen Zeit ein „No go“! Wer sich modernen Medien entzieht, wird über kurz oder lang auf der Strecke bleiben. Auf der Internetseite sollten sich Kunden einen ersten Eindruck vom Institut, dem Behandlungsportfolio und den Räumlichkeiten verschaffen können. Auch sollten dort aktuelle Angebote und Termine wie zum Beispiel Make-up-Abende etc. zu finden sein. Die Internetseite muss natürlich regelmässig aktualisiert und gepflegt werden. Viele Kunden kontaktieren ihre Dienstleister via E-Mail. Damit das funktioniert, müssen Sie Ihre E Mails mindestens einmal pro Tag lesen und beantworten. Auch sollten Sie sich mit dem sogenannten Social Networking vertraut machen. Plattformen wie Facebook oder Twitter ermöglichen zusätzliche Werbung.

Ein Plus: kleine Präsente
Unter Give-aways versteht man alle Werbepräsente, die dem Kunden während eines Besuchs im Institut „mit auf den Weg“ gegeben werden. Dabei sollten Sie es nicht bei Testmustern von Depotfirmen belassen. Da die Kundschaft überwiegend weiblich ist, sollten es auch Geschenke sein, die von Frauen genutzt werden. Mit Ihrem Logo und Firmennamen bedruckte DIN-A6-Einkaufszettelblöcke liegen in der Regel dann immer in der Küche der Kundin. Mit geschmackvollen und selbstverständlich mit Ihrem Logo ausgestatteten Tassen, Schlüsselanhängern oder Kugelschreibern sagen Sie ebenfalls nicht nur Danke, sondern bringen sich von Zeit zu Zeit wieder ins Gedächtnis der Kunden. Gerade bei denen, die Ihr Institut nicht regelmässig besuchen, ist dies von grosser Bedeutung. Doch solche Give-aways können auch kostengünstiger sein. Eine kurze Hand- oder Kopfmassage während der Maskenpause kostet wenig Zeit. Bei der Kundinhinterlassen solche kostenfreien „Pflegezuckerl“ jedoch Eindruck. Und Stammkunden, die schon zehn Jahre und länger regelmässig kommen, sollten unbedingt für ihre Treue belohnt werden. Über einen Gutschein für eine 30-minütige Gratis- Wellness-Massage wird sich jede Kundin freuen.

Events und Co.
Ob Make-up-Abende, Tag der offenen Tür, Sommerfest oder Fachvorträge – mit Events kommen und bleiben Sie im Gespräch. Wichtig für den erwünschten Erfolg ist eine gute Organisation. Zwei bis drei unterschiedliche Veranstaltungen pro Jahr sind völlig ausreichend. Erkundigen Sie sich bei Ihren Depotfirmen, inwieweit diese Sie bei den Veranstaltungen unterstützen können. Holen Sie sich für solche Tage gegebenenfalls auch Unterstützung durch Freunde oder einen Cateringservice, die an dem Veranstaltungstag Arbeiten erledigen, die Ihnen wertvolle Zeit rauben würden – z.B. Mäntel aufhängen oder Prosecco nachschenken. Schliesslich sollten Sie sich voll und ganz auf Ihre Kundschaft konzentrieren können. Themenwochen sind die Königsdisziplin bei den Veranstaltungen im Institut. Dabei geht es darum, eine Woche unter ein bestimmtes Thema bzw. Motto zu stellen. So kann ein passendes Thema, z.B. „Fit und attraktiv ins Frühjahr“, eine neue Saison einläuten. Grundlage sind bei diesem Beispiel jeweils eine Gesichts- und eine Körperbehandlung, die Sie in der Kabine anbieten. Umrandet wird das Angebot von speziellen Getränken, Eiweissshakes oder auch Fruchtsnacks. Highlight der Woche sollten täglich wechselnde Veranstaltungen sein. Dazu gehören zum Beispiel Vorträge, Workshops für Make-up oder Ähnliches. Eine Menge Arbeit im Vorfeld – aber auch eine sehr gute Möglichkeit, sich von den Mitbewerbern abzuheben.
Schnurrer Manuela – Die ehemalige PTA und med. geprüfte Fachkosmetikerin ist neben ihrer Arbeit im eigenen Kosmetikinstitut, als Referentin und Trainerin tätig. 2009 gründete die zertifizierte Anti-Aging- und Präventionstrainerin das Weiterbildungsunternehmen LifeWalk.

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