Naturkosmetik für Frauen in der Menopause

Naturkosmetik für Frauen in der Menopause

Kundin im Wechsel

Die Wechseljahre sind im Leben einer Frau nicht nur eine Phase grosser physischer
Veränderungen, sondern sie beanspruchen auch die Seele. Wie Sie als Kosmetikerin hilfreich auf die besonderen Bedürfnisse dieser Lebensphase eingehen können, zeigt
Ihnen unsere Autorin Ranina Monika Janz.

Zwischen 40 und 50 Jahren tritt die Frau in die Phase der Wechseljahre ein. Diese Zeit der hormonellen Veränderung fällt häufig zusammen mit weiteren einschneidenden Veränderungen im Leben unserer Kundinnen. Die Kinder sind meist bereits erwachsen und haben die elterliche Wohnung verlassen. Die ersten nicht mehr übersehbaren Fältchen treten in Erscheinung und die ersten „Zipperlein“ lassen erkennen, dass Körper und Seele nicht mehr so belastbar sind wie noch vor 10 Jahren. Die Haut reagiert auf die hormonellen Veränderungen, manche Kundin fühlt sich zurückversetzt in die Zeit der Pubertät.

Leben auf dem Prüfstand
In dieser „Krise“ entscheiden sich viele Frauen bewusst zu Veränderungen in ihrem Leben. Einige kehren zurück in ihren Job oder suchen einen neuen Sinn in einer neuen Beschäftigung. Andere trennen sich von „alten Zöpfen“ und fangen an, das zu tun, was sie sonst „verpassen“ könnten, geniessen die neue „Freiheit“ oder fallen in eine Sinnkrise wie in ein tiefes Loch. Auch Trennungen von Mann oder Partner sind in dieser Phase keine Seltenheit. Kurzum, die Wechseljahre stellen das Leben der Frau in jeder Hinsicht auf den „Prüfstand“. Das oftmals neue Bewusstsein für ihren Körper und ihre Haut spiegelt sich vielfach in dem Verlangen nach gesünderer Ernährung, Sport und natürlicher Hautpflege wider. Dabei haben diese Frauen oftmals mehr Zeit und Geld zur Verfügung als in ihren vorherigen Lebensphasen – sind also ideale Kundinnen für das Naturkosmetikinstitut.

Beratung ist Trumpf
Dabei haben diese Kundinnen auch Ansprüche an Sie. Aufgrund ihrer Lebenserfahrung erwarten sie in der Regel eine erfahrene, reifere Kosmetikerin, möglichst im selben Alter oder etwas älter, die ihre „Probleme“ bereits am eigenen Leib erfahren und aus der eigenen Lebenserfahrung „Problemlösungen“ parat hat. Diese sollten dann auch schnell helfen. Als jüngere Kosmetikerin haben Sie da schon mal Mühe, Ihre Kompetenz unter Beweis zu stellen! Hier helfen nur aktives Zuhören und ein klares Behandlungskonzept, mit dem Sie Ihr Fachwissen deutlich machen. Im Vordergrund steht wie immer die kompetente Beratung durch die Kosmetikerin. Gerade wenn die Kundin bislang noch keinen Kontakt zur Naturkosmetik hatte, muss sie darauf vorbereitet werden, dass durch die Umstellung auf eine Pflege ohne Konservierungsmittel auch die Haut eine Umstellungszeit von ca. 4 bis 6 Wochen benötigt. Hautreaktionen in dieser Zeit sind kein Zeichen von Unverträglichkeiten der Präparate, sondern zeigen an, dass die Haut zu ihrem natürlichen Hautstoffwechsel zurückkehrt – dies hat oftmals Reaktionen der Haut zur Folge. Nur wenn der Kundin dies klar ist, wird sie die Umstellung auch mittragen. In dieser Phase kann es auch sehr unterstützend sein, die Kundin persönlich zu begleiten. Bestellen Sie sie zu Kontrollterminen, in denen Sie die Haut begutachten, eventuell eine passende Maske auftragen und Durchhalteparolen ausgeben. Sollte die Kundin keine Zeit für diese Institutsbesuche haben, sollten Sie mit ihr telefonische Beratungstermine vereinbaren, um so die Umstellungsphase lenken zu können. Genauso wie bei der konventionellen Kosmetik gilt hier auch in der Naturkosmetik, dass nur mit einer konsequenten Heimpflege entsprechend Ihrer Empfehlung das gewünschte Ergebnis erreicht werden kann. Wichtig ist dabei, dass die Kundin nicht zusätzlich noch andere Kosmetikprodukte mit Paraffinen, Parabenen oder chemischen Konservierungsmitteln benutzt, um die Umstellung der Haut so problemlos wie möglich zu gestalten. „Anti-Aging“ oder „Happy-Aging“ ist auch hier ein Zauberwort, das diese Kundinnen aufhorchen lässt. Auch wenn das Thema schon hinreichend bei den Kundinnen bekannt ist, sprechen Sie unbedingt die UVA- und UVB-Strahlung als ersten und wichtigsten Hautalterungsgrund an. Und bieten Sie dazu passende Schutzprodukte an.

Vorlieben beachten
Wie alle Kundinnen lieben auch die „Kundinnen im Wechsel“ die persönliche Ansprache. Notieren Sie sich daher unbedingt alles, was Sie über Ihre Kundin wissen, um sie dann beim nächsten Termin entsprechend ihren Wünschen bedienen und verwöhnen zu können. Das kann z.B. die Vorliebe für Wärme sein, so dass Sie die Liege entsprechend vorheizen oder aber ein Wärmekissen bereithalten, oder aber die Abneigung gegen bestimmte Gerüche, die dann möglichst gemieden werden sollten. Doch Achtung, gerade während der Zeit des Wechsels wechseln auch die Wünsche! Leidet die Kundin gerade unter „Hitzewallungen“, wird ihr die Wärmedecke, die ihr beim letzten Besuch noch so gutgetan hat, jetzt sicherlich zu viel sein! Also fragen Sie hier unbedingt immer die aktuelle Befindlichkeit und ihre aktuellen Wünsche ab, also etwa: „Frau X, beim letzten Mal erzählten Sie mir, dass Sie Wärme als besonders angenehm empfinden. Darf ich Ihnen heute auch die Liege anwärmen?“ Eine solche Fürsorge weiss die Kundin in der Regel sehr zu schätzen und belohnt Sie gerne mit ihrer Treue.

Natur hilft
Da sich in diesem Alter die ersten Trokkenheitsfältchen zeigen, ist eine Pflege mit einem hohen Aloe-vera-Anteil zur Regulierung des Feuchtigkeitsgehaltes der Haut sehr vorteilhaft. Das reine frische Aloe-vera-Gel erhalten Sie im Frischpflanzenblatt. Es wirkt nicht nur hervorragend durchfeuchtend, es hilft auch, nach der Ausreinigung oder der Depilation vorhandene Rötungen schnell zu reduzieren, und ist damit die „Feuchtigkeitsampulle“ in der Naturkosmetik. Sind die erwähnten Hautunreinheiten vorhanden, helfen Pflegeserien auf Moorbasis (Black Mud), sie auszugleichen. Als „Akuthilfe“ ist auch ein Tropfen naturreines Teebaumöl auf der Pustel zu empfehlen. Es wirkt antibakteriell und hilft oftmals sehr schnell, die Entzündung zu reduzieren. Wer eine reichhaltigere Pflege benötigt, kann z.B. auf naturreine Basisöle bzw. Samenkernöle zurückgreifen. Oftmals werden sie in praktischen Einmalkapseln als Ersatz für die sonst üblichen Ampullenkonzentrate angeboten.

Schnelle Hilfe
Auch wenn in der Naturkosmetik traditionell die Apparatekosmetik nicht im Vordergrund steht, so kann sie doch mit ihr kombiniert werden. Ein Aloe-vera- Gel lässt sich sehr gut mithilfe von Ultraschall einarbeiten. Der Ultraschallspatel befreit die Haut zuvor von überflüssigen Hautschuppen, die intensive Mikrodermabrasion unterstützt die Hauterneuerung. Dies alles lässt sich gut mit Naturkosmetikbehandlungen kombinieren, so dass die Kundin bei der Behandlung neben den „Streicheleinheiten“ für Haut und Seele nicht auf den Anti-Aging-Effekt verzichten muss. Um einen schnelleren Effekt erzielen zu können, sind diese Kundinnen oftmals auch für Kurbehandlungen zu begeistern. Dies kann z.B. eine Behandlungskur mit Ultraschallanwendung oder Mikrodermabrasion sein. Aber auch wenn Sie eine besondere Straffungsmaske oder eine besonders effektive Massageform in Ihrem Programm haben, die nur eine kurze Zeit in Anspruch nimmt, sollten Sie sie der Kundin anbieten. Denn gerade wenn die Zeit „knapp“ ist, sind Kurzbehandlungen von den Kunden sehr begehrt. „Natürlichkeit“ und „Effektivität“ sind die Schlagworte für Ihr Programm und sie gelten auch für Ihre Angebote im Bereich dekorative Kosmetik. Die neuen Mineralpuder-Make-ups sind hier ideal, um die Natürlichkeit der Kundin zu unterstreichen und gleichzeitig kleine Makel der Haut effektiv abzudecken. Beenden Sie deshalb Ihre Behandlung mit dem Auftragen eines passenden Puders, damit die Kundin merkt, wie schnell und einfach er in der Handhabung ist. Auf Wunsch gibts dann noch Wimperntusche und einen natürlichen Lippenstift oder ein Lipgloss und die Kundin kann sich wie „neu geboren“ fühlen!

Gut beraten
Und noch ein Tipp am Rande: Meiner Erfahrung nach treten die Frauen in der heutigen Zeit oftmals viel früher in die Wechseljahre ein als noch unsere Mütter. Darauf sind viele Frauen nicht vorbereitet und verschwenden deshalb auch keinen Gedanken daran, dass die eingetretenen Hautveränderungen etwas mit den einhergehenden hormonellen Veränderungen zu tun haben könnten. Hier ist viel Fingerspitzengefühl erforderlich, die Kundin auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Bei Kundinnen, die dieses vehement ablehnen, empfehle ich auch schon mal die Erstellung eines Hormonstatus bei ihrem Gynäkologen, der dann Gewissheit liefern kann. Die Behandlung der vielfach auftretenden Begleiterscheinungen wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen ist dem Arzt oder Heilpraktiker vorbehalten. Oftmals hilft schon die Umstellung der Ernährung z.B. auf Sojaprodukte und die Einnahme von Nahrungsergänzungen, die Beschwerden zu verbessern. Auch bei den Edelsteinen gibt es Hilfen z.B. durch den blauen Chalcedon oder den blauen Calcit. Informieren Sie sich hier einfach mithilfe entsprechender Fachliteratur. Ihre Kundin wird sicherlich für solche Hinweise von Ihnen dankbar sein.

Ranina Monika Janz – Die Heilpraktikerin,Naturkosmetikerin und Wellness-Trainerinleitet gemeinsam mit ihrer Kollegin das Institut„spirit of beauty“ und gibt ihr Wissen u.a. in Wellness-Seminaren weiter.

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