Wirkstoffe – die Grundlagen

Wirkstoffe – die Grundlagen

Foto: StockLite/Shutterstock.com
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Schönmacher

Wirkstoffe sind die Stars der Kosmetik, da sie in konzentrierter Form für ein exklusives Pflegeextra sorgen. Grund genug für Produktentwickler Marko Spannowsky, die wichtigsten
Basics zum Thema noch einmal für Sie zusammenzufassen.

Bevor ich auf den besonderen Nutzen einzelner Wirkstoffe eingehe, möchte ich die Frage beantworten: Wie funktionieren Wirkstoffe überhaupt? Grundsätzlich muss man sich zunächst überlegen, welches Hautbedürfnis behandelt werden soll. Daraufhin werden
Wirkstoffe ausgewählt, die das jeweilige Hautbedürfnis am effektivsten behandeln können. Die Haut ist bekanntlich ein sehr komplexes Organ, dessen Funktionen vor allem durch enzymatische und biologische Prozesse innerhalb und ausserhalb der Zellen gesteuert werden. Allgemein kann man sagen, dass Wirkstoffe in diese Prozesse positiv eingreifen, indem sie die Vorgänge beschleunigen oder verlangsamen. Oder dadurch, dass sie die Zellen mit bestimmten Molekülen versorgen, die ihre Aktivität fördern und optimieren.
Von der jeweiligen Funktion der Wirkstoffe hängt es auch ab, in welche Hautschichten sie eindringen und in welchen sie wirken sollen. Das Wissen darüber ist für den Entwickler von Kosmetika unerlässlich, um die optimale Wirkung zu erzielen.

Ein Wirkstoff kommt selten allein
Es ist in der Regel nicht ein Wirkstoff allein, der eine besondere Leistung vollbringt, sonders es sind Kombinationen bestimmter Substanzen, die bemerkenswerte Wirkungen zeigen.
Eine perfekt abgestimmte Kombination der Wirkstoffe erzielt die besten Effekte. Deshalb spreche ich von speziellen Designs von Wirkstoffkombinationen, die ich mit meinem
Team in der Produktentwicklung umzusetzen versuche. Schliesslich geht es darum, die allerbeste Wirkung in und auf der Haut zu erzielen, und dies ganz exklusiv und verpflichtend – im Sinne der Kosmetikerin, die sich für eine bestimmte Marke entschieden hat.

Höchste Konzentration
Zur Dosierung der Wirkstoffe und zur Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Aussage „Viel hilft viel“ antworte ich mit dem Spruch: „Die Konzentration macht das Gift“. Oder auf unsere Kosmetikprodukte angewendet: „Die Konzentration macht die Wirksamkeit“. Wie in der Medizin und der Pharmazie gilt jedoch auch in der Kosmetik: Viel hilft nicht immer viel, sondern die durch Testung bewiesene optimale Konzentration hat die entscheidende und beste Wirkung. Deshalb ist es mir besonders wichtig, bei der Auslobung von Substanzen niemals von der Höchstkonzentration zu sprechen, da dies keine ehrliche Aussage über die beste Wirkung ist, sondern ich spreche immer von der „optimalen Wirkkonzentration, bei der
der Wirkstoff am effektivsten wirken kann“.

Wirkstoffklassiker
Die richtige Dosierung ist für alle Wirkstoffe unerlässlich. Dies gilt auch für den Wirkstoffstar unserer Zeit, die Hyaluronsäure. Neben dem bekannten Feuchtigkeitsspender gibt es aber noch eine ganze Reihe weiterer klassischer Wirkstoffe, die man aus der Medizin schon lange
kennt und deren Wirksamkeit sich bewährt hat und bisher unübertroffen ist, beispielsweise
Allantoin, Panthenol oder Fruchtsäuren. Was allerdings neu ist: Diese Wirkstoffe werden oftmals modernisiert, um die Leistung noch perfekter auf die Erfordernisse der Haut abzustimmen. Ein Beispiel aus meinem Arbeitsbereich: Wir setzen schon lange Beinwell-Extrakt ein, er wirkt beruhigend, entzündungshemmend, porenverfeinernd – seit Neuestem aber Beinwellstammzellen-Extrakt, um eine noch bessere Wirkung zu erzielen.

Innovationen
Zu den relativ neu entdeckten Substanzen gehören zum Beispiel Peptide und Stammzellen, die mit ihrer extrem hohen Wirksamkeit die Fachleute überzeugt haben. Es geht jedoch nicht alleine um die Entdeckung neuer Wirkstoffe, sondern auch um deren noch effektivere Gewinnung und Nutzung – dank der Entwicklung fortschrittlicher Technologien. Ein Beispiel dafür ist das Vitamin C, das sich so, wie es früher in Kosmetika eingesetzt wurde, relativ schnell aufgelöst und verflüchtigt hat. Heute wird Vitamin C verkapselt, damit dies nicht
mehr geschieht. Auch heutzutage gibt es noch Regionen auf der Erde, die noch nicht
richtig erforscht wurden, oder Pflanzenarten, die man erst jetzt entdeckt hat. Ein gutes Beispiel dafür ist eine bestimmte schwarze Orchidee aus den amerikanischen Tropen, die
noch nicht so lange bekannt ist. Ich habe mich sofort für diese neue Substanz und ihre besondere regenerationsfördernde Wirkung interessiert und sie für die Entwicklung neuer Essenzen eingesetzt. Wie bei allen neuen Substanzen muss natürlich einer Verwendung die sorgfältigste Prüfung der Wirkung und vor allem der Sicherheit vorausgehen.

Optische Aspekte
Die Wirkstoffe und ihr Nutzen für die Haut sind allerdings noch kein Garant für den Erfolg eines Produktes. Wirkstoffreiche Produkte brauchen einen „Auftritt“ – eine gelungene Produktkommunikation sowie eine ansprechende Optik. Ich möchte es fast schon als Trend bezeichnen: Nicht nur der Inhalt eines Produktes, insbesondere im Luxusbereich, muss stimmen, sondern auch die Darstellung und Verpackung.
Beispiel: Anstatt einer herkömmlichen Ampulle, deren Glashals umständlich abgebrochen werden muss, schätzt der Verbraucher Essenzen in optisch attraktiver Aufmachung, die zudem praktisch zu handhaben sein sollen und das Gefühl von Luxus bieten. Die Synthese von absoluter Wirksamkeit und ästhetischer Darstellung – dies verleiht bei der Anwendung
nicht nur ein besonderes Hautgefühl, sondern auch ein extravagantes Lebensgefühl. Und darauf kommt es an!

Wirkstoffwissen
·         Die Funktionen des Organs „Haut“ werden vor allem durch enzymatische und biologische Prozesse innerhalb und ausserhalb der Zellen gesteuert.
·         Wirkstoffe greifen in diese Prozesse positiv ein, indem sie die Vorgänge beschleunigen oder verlangsamen, oder dadurch, dass sie die Zellen mit bestimmten Molekülen versorgen, die ihre Aktivität fördern und optimieren.
·         In der Regel sind nicht einzelne Wirkstoffe im Einsatz, sondern Kombinationen bestimmter Substanzen.
·         „Viel hilft viel“ gilt bei Wirkstoffen nicht unbedingt, entscheidend ist eine optimale Wirkstoffkonzentration.

Dipl.-Ing. Marko Spannowsky
Der „Créateur de Beauté“, in Fachkreisen auch der „Cremeflüsterer“ genannt, besitzt eine ausgeprägte Leidenschaft: hochwirksame und einzigartige Texturen zu entwickeln, um die jugendliche Schönheit zu bewahren. Als Leiter der Produktentwicklung bei Maria Galland verantwortet er seit mehreren Jahren die Entwicklung neuer Kosmetika.

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