
Apparative Methoden im Überblick – War es früher nur das Gesicht, das es zu optimieren galt, nimmt im dermatologischen Praxisalltag inzwischen auch der Body einen immer grösseren Stellenwert ein. Welche Methode sich gezielt an welche Problemzone richtet, erklärt Dr. med. Christian Merkel.
Für viele beschränkt sich ein schönes Äusseres nicht mehr auf das Gesicht. Betrachtet man den häufigsten Wunsch der Patienten, steht ein geformter, schlanker Körper ganz oben auf der Wunschliste. Neue nicht und minimalinvasive Bodycontouringgeräte können dabei inzwischen ganz ohne Operation, Vollnarkose und Ausfallzeiten helfen.
Besonders im Fokus stehen dabei seit Jahren die immer gleichen drei Wünsche: Fettreduktion, Straffung erschlaffter Hautpartien und Reduktion von Cellulite. Das eine Multifunktionsgerät, das sich bei einer Anwendung allen drei Bereichen widmet, gibt es allerdings nicht. Jedes Körperformungstool ist vielmehr ein Spezialist für bestimmte Indikationen.
Deshalb empfiehlt sich für die Arztpraxis ein umfangreiches Leistungsportfolio diverser risikoarmer Contouringmassnahmen, die möglichst alle Problembereiche abdecken.
Der Vorteil: Viele der Verfahren lassen sich einfach miteinander kombinieren und ermöglichen dem Patienten, individuell auf Bedürfnisse und Ziele abgestimmt, garantiert ein zufriedenstellendes Ergebnis.
Stosswelle bei Cellulite
Die apparative Behandlung erfolgt – in Praxis oder Institut – durch akustische Wellen, die ohne Hautverletzungen durch das Gewebe hindurch geleitet werden und Cellulite jeder Ausprägung reduzieren.
Ursprünglich zum Zerstören von Nierensteinen eingesetzt, dienen die Wellen dazu, die Stoffwechselvorgänge im Gewebe anzuregen und den Abbau von Fett zu beschleunigen.
Und so funktioniert’s: Während der Behandlung führt der Arzt ein Handstück mit 36-Millimeter-Applikator kreisend, achtförmig gleitend sowie gitterartig über die zu behandelnden Regionen. Die Frequenz variiert dabei individuell zwischen 8 und 20 Hz, die Intensität zwischen 1,5 und 4 bar.
Anwendungen sind neben Oberschenkelvorder- und -rückseiten auch im Gesässbereich sowie an Reiterhosen, Waden und Armen möglich.
Für ein optimales Ergebnis sind acht Sitzungen innerhalb von vier Wochen notwendig.
HIFU bei Winkeärmchen
Durch die nicht invasive Straffungsmethode mit hochfokussiertem Ultraschall (HIFU) wird Winkeärmchen der Kampf angesagt. Bei dieser Behandlungsmethode kommt Ultraschallenergie zum Einsatz.
Hoch fokussiert wird der Ultraschall in die untere Dermis geleitet, ohne dabei die Haut zu verletzen. Währenddessen erwärmt sich das Bindegewebe – vom behandelnden Arzt kontrolliert – kurzfristig auf 65 bis 70 Grad. Das Resultat ist ein zweifacher Straffungseffekt: zum einen ein sofort sichtbarer durch das „Collagen Shrinking“ und zum anderen ein lang anhaltender aufgrund der Stimulation der Fibroblasten, die daraufhin wieder vermehrt Kollagen und Elastin produzieren.
Mit nur einer Behandlung lässt sich schlaffe Haut an den Oberarmen deutlich straffen. Aber auch an Bauch, Rücken und den Oberschenkeln können sichtbare Effekte erzielt werden. Einziger Wermutstropfen: Ergebnisse zeigen sich erst nach 180 Tagen.
Lipomassage für Hautstraffung
Vergleichbar mit einer manuellen Massage, allerdings deutlich intensiver, wirkt die Lipomassage. Ein spezielles Modul mit zwei elektrisch betriebenen, gegeneinander rotierenden Rollen arbeitet nach dem Saug-Walk-Prinzip. Wird das Handstück über die zu behandelnde Problemzone bewegt, entsteht eine Hautwelle, die sanft ein- und ausgerollt wird. Das stimuliert die Haut bis tief ins Bindegewebe, bringt den Stoffwechsel sowie den Lymphfluss in Schwung und fördert den Fettabbau. Gleichzeitig werden Kollagen- und Elastinbildung angeregt.
Im Idealfall lässt sich auf diese Weise die Körperkontur harmonisch formen, das Erscheinungsbild von Cellulite mindern sowie die Festigkeit der Haut erhöhen. Für einen bestmöglichen Effekt ist ein Behandlungspaket von zwölf Sitzungen ideal, das mit zwei Einheiten pro Woche beginnt.
Um das Ergebnis möglichst langfristig zu erhalten, empfiehlt sich im Anschluss an die Kur alle zwei bis vier Wochen eine Behandlung.
Laser bei Fettentfernung
Mit einem Laser, der verschiedene Wellenlängen miteinander kombiniert, ist es möglich, Fettansammlungen zu entfernen.
Die minimalinvasive, risikoarme Methode kombiniert verschiedene Laserwellenlängen miteinander. Nur durch die Kombination lässt sich auch in der Tiefe eine hautstraffende Wirkung erzeugen.
Über kleinste Einschnitte in das betäubte Gewebe eingeführt, verflüssigen dünne Laserfasern mithilfe von Wärme überschüssige Fettzellen. Vom Körper auf natürlichem Weg abgebaut, werden Kollagenstrukturen im Unterhautfettgebinde wieder neu aufgebaut.
Zurück bleibt ein anhaltender Straffungseffekt, der nicht nur Cellulite optisch mindert, sondern auch schwer zugängliche Regionen, wie ein vorhandenes Doppelkinn, behandelt.
RF und US zum Bodyforming
Mit einer Kombination aus Radiofrequenz (RF) und Ultraschall (US) können Problemzonen auch im Kosmetikinstitut behandelt werden. Nach dem Auftragen eines speziellen Kontaktgels wird das plattenförmige Handstück auf der Behandlungsregion platziert, um gezielt Ultraschallwellen an das Gewebe abzugeben. Dieses wird kontinuierlich auf bis zu 42 Grad Celsius erwärmt, wodurch die Membran selbst hartnäckiger Fettzellen porös und langfristig geschädigt wird. Radiofrequenzenergie von 40,68 MHz sorgt gleichzeitig für eine Erwärmung des Wassers in der Haut.
Der Effekt: Die Kollagenfasern im Bindegewebe ziehen sich zusammen und verdichten sich („Collagen Shrinking“). Am besten sollte eine Kuranwendung durchgeführt werden, die aus drei Sitzungen besteht.
Bis das endgültige Ergebnis sichtbar ist, bedarf es allerdings etwas Geduld. Dieses zeigt sich erst nach vier bis sechs Monaten. Behandelt werden können alle Bereiche des Körpers, an denen Fettpolster, Cellulite oder Schlaffheit der Haut reduziert werden sollen.

Dr. med. Christian Merkel – Der Autor ist Dermatologe, Allergologe und Ernährungsmediziner. Er leitet das Haut- und Laserzentrum an der Oper in München und ist Mitbegründer des Haarzentrums an der Oper.
www.haut-und-laser-zentrum.de