Enzyme

Anti-Aging mit Enzymen

Entschlacken und entfalten

Enzymanwendungen spielen eine wichtige Rolle bei der kosmetischen Behandlung von Hautstörungen und Anti-Aging-Treatments gleichermassen. Lesen Sie, wie die Biokatalysatoren wirken und worauf ihr kosmetischer Nutzen basiert

Enzyme sind biologische Katalysatoren: Sie sind dafür verantwortlich, dass biochemische Reaktionen unter physiologischen Bedingungen ablaufen. Dabei können sie Reaktionen beschleunigen oder hemmen. Enzyme sind im Wesentlichen Eiweissmoleküle, das heisst, sie sind aus langen Aminosäureketten aufgebaut, die sich in einer bestimmten Weise räumlich anordnen.

Sie wirken Enzyme durch die Verbindung mit einem reaktiven Molekül – dem Substrat – indem sie vorübergehend einen Enzym-Substrat-Komplex bilden. Jedes Enzym hat eine spezifische Bindungsstelle, das „aktive“ Zentrum“, an die sich das dazu passende Substrat anlagern kann – man spricht auch vom Schlüssel-Schloss-Prinzip. Nach der Reaktion wird das umgesetzte Molekül freigesetzt, so dass sich ein neues Substrat anlagern kann. Das Enzym selbst verändert sich dabei nie und verbraucht sich auch nicht durch die Reaktion – es wird zur erneuten Verwendung wieder frei.

Der kosmetische Nutzen

Es gibt viele Enzyme, die – auf die Haut aufgetragen – nützlich sind. Manche wirken unterstützend bei der Entfernung abgestorbenen Zellmaterials (Enzym-Peelings), andere können Gase, Unreinheiten oder Unterlagerungen aus der Haut lösen. Im Wesentlichen geht es darum, die Haut durch die enzymatische Aktivität zu stimulieren.

Enzymbehandlungen können auch einen „plasmatischen Effekt“ in der Haut erzeugen. Durch die Weitstellung aller peripheren Kapillaren steht den Hautzellen mehr Sauerstoff zur Verfügung, so dass diese ausreichend Energie (ATP) mobilisieren können, um den Alterungsprozessen entgegenzuwirken. Man kann diesen Effekt nach einer Enzymmaske auf der Haut von Hals, Gesicht und Dekolleté erkennen: die Kapillaren zeichnen sich deutlich ab – was die tiefgehende enzymatische Wirkung beweist. Als Nebenwirkungen treten manchmal Erytheme auf.

Richtig zusammengestellt können Enzymmasken tief innerhalb der Epidermis eine Umkehrosmose erzeugen. Gemeint ist, dass durch den Einfluss der Enzymmaske ein „pulsierender Effekt“ entsteht, der dafür sorgt, dass der osmotische Druck zeitweise in den Kapillaren steigt und wieder fällt. Dadurch wird Flüssigkeit aus dem extrazellulären Raum in die Venen geleitet. Man geht davon aus, dass sich so viele „Schlacken“ und Zellgifte aus dem Gewebe drainieren lassen. Gleichzeitig muss jedoch gewährleistet sein, dass sich der osmotische Druck auf natürliche Weise wieder ausgleicht und das Flüssigkeitsgleichgewicht (Hydrostatik) der Haut gewahrt bleibt.

In der Praxis heisst das: Zeichnen sich die peripheren Kapillargefässe ab und fühlt sich die Haut kühl und fest an, war die Enzymmaske richtig zusammengesetzt bzw. wurde sie korrekt angewendet. Nach etwa 30 Min. sind die Kapillaren nicht mehr sichtbar. Ist die Haut hingegen nach der 45-minütigen Anwendung einheitlich gerötet und warm, war kein Effekt vorhanden. Laut Aussagen einiger Ausbilder der Dr. Vodder Lymphdrainage imitiert die oben beschriebene Art der pulsierenden Enzymanwendung die subtilen, fein gesteuerten Bewegungen der manuellen Lymphdrainage.

Autor: Dr. Danné Montague-King

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