IPL- und Laseranwendungen in der Praxis – Expertenmeinungen

IPL- und Laseranwendungen in der Praxis – Expertenmeinungen

Wer im Kosmetikstudio ein IPL- oder Lasergerät einsetzen will, muss sich mit zahlreichen Bestimmungen auseinander setzen. Umfangreiche Weiterbildungen und die Schulung zum Laserschutzbeauftragten stehen dann auf dem Plan. Doch auch das Wissen, wo die Grenzen im Institut liegen, sollte die Kosmetikerin haben. Lesen Sie hier Meinungen von Experten.

Dr. Susanne Kristof ist Fachärztin für Dermatologie und Venerologie FMH. Ihr Leistungsspektrum in der Hautarztpraxis Rapperswill umfasst auch medizinische wie kosmetische Laserbehandlungen. BEAUTY FORUM (Schweiz) sprach mit ihr über die Möglichkeiten und Grenzen von IPL- und Lasergeräten im Kosmetikstudio.

Welche Voraussetzungen sollte eine Kosmetikerin mitbringen, um IPL- und Lasergeräte sicher anzuwenden?
Die Kosmetikerin sollte in jedem Fall einen Laserschutzkurs besucht haben. Ausserdem ist es wichtig, dass sie auch technisches Verständnis für diese Geräte mitbringt. Zudem sollte sie eng mit einem Arzt zusammenarbeiten. Viele Parameter ändern sich von Behandlung zu Behandlung, haben aber wesentlichen Einfluss auf die Einstellungen (z.B. Sonnenbräune des Areals, das gelasert werden soll). Daher sollte der Arzt vor der Behandlung wichtige Einstellungen übernehmen.
Leider befinden sich auch viele unseriöse Mitbewerber auf dem Markt, die Lasergeräte schlechter Qualität verkaufen. Daher empfiehlt es sich, auch bei der Anschaffung eines Geräts, mit einem Arzt zusammen zu arbeiten. Die ärztliche Supervision ist auch sehr sinnvoll, wenn es einmal zu Komplikationen kommt, die die Kosmetikerin alleine nicht behandeln kann. Insgesamt kann durch die enge Zusammenarbeit von Arzt und Kosmetikerin eine sehr gute Symbiose entstehen, von der sowohl Arzt und Kosmetikerin, als auch die Kunden bzw. Patienten profitieren können.

Welche Anwendungen sollte sie nicht durchführen?
Es gibt Indikationen, Lokalisationen und Laser- oder IPL-Geräte, deren Anwendung mehr oder weniger gefährlich ist bzw. deren therapeutische Breite sehr unterschiedlich ausfallen kann. Eine Epilation der Beine ist beispielsweise nach guter Instruktion, Einstellung der Parameter und Schulung sehr gut von einer Kosmetikerin durchführbar. Von allen pigmentierten Läsionen sollte die Kosmetikerin in jedem Fall die Hände lassen, denn es muss vorher klar sein, ob es sich um einen harmlosen „Altersfleck“ (Lentigo senilis) handelt oder um einen melanozytären Naevus („Muttermal“). Der zuletzt genannte darf niemals gelasert werden. Bei diesen Läsionen kann es durch das hochenergetische Laserlicht zu Veränderungen kommen – im schlimmsten Fall also zur Entstehung von schwarzem Hautkrebs (potenziell lebensbedrohlich!). Auch rote Äderchen im Gesicht oder Besenreiser gehören in die Hände eines Arztes. Bei den Teleangiektasien (sichtbare, erweiterte Gefässe) im Gesichtsbereich kommt es häufiger zu Schwellungen. Für eine effektive Behandlung von Besenreisern sind Lasergeräte notwendig, die tief in die Haut eindringen können – was auch wieder Gefahren birgt.

Worauf muss man besonders bei Laserlicht-Anwendungen achten?
Eine grosse Rolle spielen Sonnenbräune und Hauttyp des Patienten. Beim Augenschutz der Kunden und bei sich selbst muss die Kosmetikerin sehr sorgfältig vorgehen. Weitere wichtige Punkte sind die Arbeitsfähigkeit der Kunden nach der jeweiligen Anwendung, eine gute Pflege sowie ein sehr guter Sonnenschutz der frisch behandelten Haut. Die Auswahl des richtigen Lasergeräts muss sehr sorgfältig getroffen werden. Ebenso muss die Kosmetikerin bei der Einstellung der Parameter äusserst genau vorgehen. Nicht zu vernachlässigen ist auch eine gute Aufklärung der Kunden.

Wie ist Ihre berufliche Verbindung zu IPL- und Laseranwendungen?
In meiner Praxis verfüge ich über eine Vielzahl von Lasersystemen und eine moderne Blitzlampe. Ich behandle Aknenarben; Altersflecken, Äderchen im Gesicht oder Besenreiser werden sichtbar weniger und durch gezielte Kollagenaktivierung habe ich mit einigen Geräten bereits eine beeindruckende Rejuvenation des Gesichts erreichen können. Ausserdem habe ich einige Patienten in Behandlung, die von störenden Tattoos, Alterswarzen oder anderen Hautanhängseln befreit werden wollen. Das dermatologische Spektrum hat sich durch diese Geräte wesentlich verbreitert und verbessert. Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass all diese Geräte auch ihre Grenzen haben und nicht alles möglich machen. Noch immer gibt es beispielsweise Schwierigkeiten bei der Behandlung von Striae (Schwangerschaftsstreifen), Narben oder auch Melasmen (Hautflecken). Im Umgang mit diesen Geräten ist es zwingend notwendig, sich ständig weiterzubilden, um mit dem Stand der Wissenschaft Schritt halten zu können. Dies sind wir nicht zuletzt uns und unseren Kunden bzw. Patienten schuldig.

Eine gute Ausbildung und umfassende Schulungen an den Geräten sind das A und O einer sicheren Anwendung. Falk Dörstling, Geschäftsführer und Referent der Swiss Laser Academy, gab sein Wissen über die richtige Anwendung bereits an viele Schulungsteilnehmer weiter. BEAUTY FORUM (Schweiz) stand er Rede und Antwort.

Welche Voraussetzungen sollte eine Kosmetikerin mitbringen, um IPL- und Lasergeräte sicher anzuwenden?
Für eine Kosmetikerin ist es unerlässlich, dass sie über eine gute Fachausbildung mit den nötigen dermatologischen Grundkenntnissen verfügt. Darüber hinaus sollte sie sich spezifisch in den jeweiligen Licht- und Lasersystemen schulen lassen. Weiterhin muss im Kosmetikstudio eine Mitarbeiterin zur Laserschutzbeauftragten geschult sein – das kann die Kosmetikerin, die die Geräte benutzt, selbst sein, es reicht aber auch, wenn eine Kollegin den Laserschutzbeauftragtenkurs besucht hat.

Welche Anwendungen sollte die Kosmetikerin nicht durchführen?
Invasive und ablative Laserbehandlungen gehören unbedingt in die Hand eines Arztes und sollten nicht von der Kosmetikerin angewendet werden.
Worauf muss man besonders bei Laserlicht-Anwendungen achten?
Bei Laserlicht-Anwendungen ist es wichtig, dass die Dosierung stimmt. Sie muss dem jeweiligen Haut- und Haartyp individuell angepasst werden.
Wie ist Ihre berufliche Verbindung zu IPL- und Laseranwendungen?
In den vergangenen Jahren habe ich gute Praxiserfahrungen gesammelt. Diese gebe ich in Form von Seminaren und Schulungen gerne an die Anwender weiter.

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