Überzeugende Vorher-nachher-Treatments

Schneller schön!
Kunden wünschen sich heute nach der Kosmetikbehandlung sofort einen sichtbaren Unterschied zu vorher. Doch bei welchen Hautbildern ist das überhaupt möglich? Autorin Susanne Thölke stellt Ihnen einige Treatments mit Soforteffekt vor.
Mit Effektbehandlungen in der Kabine verbinden Kunden meist einen totalen Wow-Effekt. Das Ziel: dass die Haut nach der Behandlung signifikant anders aussieht als vorher. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob solch ein Effekt von kürzerer oder längerer Dauer ist. Gerade bei den Liftingtreatments, die eine sofortige Straffung versprechen, wird besonders gern mit Feuchtigkeitsboostern wie Hyaluronsäure oder Algen gearbeitet. Auch durchblutungsfördernde Massnahmen wie beispielsweise die Thermomodellage erzielen schnell sichtbare Ergebnisse. Bei diesen Behandlungsvarianten spricht man daher gern von einem Soforteffekt. Lässt die Feuchtigkeit oder Durchblutung nach, ist der Effekt allerdings dahin. Daher sollten Kosmetikerinnen deutlich zwischen Treatments mit Kurzzeiteffekt und solchen, deren Ergebnisse länger andauern, unterscheiden.
Tipp: Machen Sie keine Versprechungen, die Sie nicht halten können. Unterschätzen Sie nicht den psychologischen Aspekt – grosse Versprechungen schüren auch grosse Erwartungen. Ist das Ergebnis jedoch besser als erwartet, ist der Kunde meist noch zufriedener.
Für viele Anlässe geeignet
Effektbehandlungen mit Soforteffekt und eher kurzzeitiger Wirkung eignen sich besonders für bestimmte Anlässe, zum Beispiel eine glamouröse Abendveranstaltung. Bieten Sie Ihren Kunden diese Treatments ganz gezielt unter diesem Motto an und ermöglichen Sie Behandlungstermine auch am späten Nachmittag oder frühen Abend, gern auch in Kombination mit einem festlichen Make-up. Apparativ gehören ganz klar die Mikrodermabrasion und der Ultraschall in die Kategorie der Effektbehandlungen. Aber auch mit der Iontophorese und dem Hochfrequenzstab lassen sich gute und schnelle Ergebnisse erzielen. Längerfristige Effekte erreicht man oftmals mit Powerpeelings oder sogenannten (Tiefen-)Schälkuren. Hier lässt der Effekt – je nach Art des Peelings und Herstellers – jedoch unter Umständen einige Tage auf sich warten, denn es braucht einige Zeit, bis sich die Haut entsprechend erneuert. Diese Behandlung bietet sich bei unreiner, unebenmässiger Haut ebenso wie bei atrophischer und sonnengeschädigter Haut an.
Wichtig: Finden Sie heraus, ob sich die Kundin wirklich einen Soforteffekt wünscht oder eine langfristige Verbesserung des Hautbildes anstrebt. Nachhaltiger ist sicherlich eine längerfristige Verbesserung, die Sie ebenfalls mit einer Effektbehandlung initiieren können (z. B. Tiefenpeeling). Gerade bei kritischen Kunden kann man mit solch einer Behandlung zeigen, was möglich sein kann.
Wirken statt verwöhnen
Gerade wenn mit hochwirksamen Präparaten und Cosmeceuticals gearbeitet wird, kann sich die Haut durch eine kosmetische Behandlung sichtbar verbessern – anders als bei reinen Verwöhnbehandlungen, bei denen das Wohlfühlen im Vordergrund steht. Daher sollten Sie in Ihrem Institut ganz klar zwischen diesen beiden Varianten unterscheiden. Nur so können Sie auf die Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Kunden klar eingehen.
Hautbild unbedingt beachten
Ob die Kundin einen Soforteffekt oder eine längerfristige Verbesserung wünscht, hängt meist vom aktuellen Hautbild ab. Hat sie eher eine unproblematische Haut und wünscht sich zum Beispiel für einen bestimmten Anlass eine besonders ebenmässige oder straffe Haut, lässt sich das relativ einfach realisieren. Es gibt jedoch auch Hautbilder und -zustände, bei denen sich nicht sofort der gewünschte Effekt einstellt: bei unreiner Haut, bei Hyperpigmentierungen und bei extrem trockener, schuppiger, irritierter Haut. Hier ist eine Abfolge von mehreren Behandlungen mit kürzeren Abständen ebenso notwendig wie eine passende Heimpflege. In solchen Fällen ist eine umfassende Beratung und Aufklärung der Kundin wichtig, damit sie Verständnis für Ihr Vorgehen hat. Es gibt natürlich auch Effektbehandlungen in anderen Bereichen, zum Beispiel Paraffin – bäder für die Hände, Körperwickel im Anti-Cellulite-Bereich und Brustmodellagen.
Effektbehandlungen bei Falten
Klassische Effektbehandlungen sind oftmals die sogenannten Liftingtreatments mit Ampulle und Spezialmaske. Hier kann die Kosmetikerin gut auf Kollagenvliese, Algenmodellagen oder Thermomodellagen zurückgreifen. Straffende Ampullen mit viel Feuchtigkeit und in – telligenten Glattmachern, Retinolpräparate und leichte Fruchtsäuren gehören unbedingt in diese Behandlung. Im Fokus stehen dabei die Faktoren Durchblutung und Feuchtigkeit: Durch eine vermehrte Durchblutung wird der Gewebsstoffwechsel angeregt, die Zellen arbeiten auf Hochtouren und der Teint erscheint rosiger. Ausserdem werden die Zellen so stärker mit Sauerstoff versorgt und Schlackenstoffe schneller abtransportiert. All diese Faktoren sind Grundvoraussetzung für eine straffere und glattere Haut.
Wichtige Präparate
Feuchtigkeit ist der Glattmacher mit Soforteffekt, besonders beliebt ist die Hyaluronsäure. Dieser Stoff kann das Vielfache seines Eigengewichts an Wasser binden und sorgt so für ein Boosting. Aufgrund ihrer Molekülgrösse ist es Hyaluronsäure allerdings nicht möglich, in tiefere Hautschichten zu penetrieren. Hier kann die Kosmetikerin mit Microneedling und Mesobehandlung nachhelfen. Feine Knitterfältchen lassen sich damit für eine gewisse Zeit reduzieren. Wichtig ist allerdings auch eine hohe Flüssigkeitszufuhr von innen, denn nur wenn die Zellen gut mit Feuchtigkeit versorgt sind, wirkt die Haut auch prall. Auch Retinol, eine Vorstufe der Vitamin-A-Säure, ist mittlerweile nicht mehr aus der Kosmetik wegzudenken. Es sorgt für eine gesunde Zellteilung und fördert ein optimales Zellwachstum. Dies ist für die reifere Haut besonders wichtig, da die Zellen der Epidermis oftmals nicht mehr optimal ausgebildet sind. Es unterstützt die Fibroblasten und somit die Kollagenpro – duktion. Ausserdem reguliert es die Verhornung der Epidermis, verbessert die Elastizität der Haut und vermindert die Faltentiefe. Algen und Algenextrakte, auch als Algin deklariert, befeuchten die Haut durch Polysaccharide und Mucopolysaccharide. Ausserdem glätten sie die Haut, regenerieren sie durch essentielle Aminosäuren sowie ungesättigte Fettsäuren und stimulieren die Kollagensynthese.
Susanne Thölke | Die staatlich geprüfte Kosmetikerin und Heilpraktikerin mit eigener Praxis hat sich auf die Bereiche dermatologisch-medizinische Hautpflege, Sugaring und besondere Massagen spezialisiert. Ausserdem ist sie als Fachautorin und Referentin tätig.