Gesunde Haut durch gesunde Ernährung

Gesunde Haut durch gesunde Ernährung

Was esse ich heute?

Die Haut ist nicht nur Spiegel der Seele – auch die Ernährungsgewohnheiten hinterlassen ihre Spuren. Pickel, Falten und Co. lassen sich durch die richtige Wahl an Lebensmitteln gezielt beeinflussen.

So unterschiedlich verschiedene Ratgeber sind, in einem sind sich alle einig:
Eine ausgewogene vitalstoffreiche Ernährung ist mit frischem Obst, Gemüse und grundsätzlich mit Produkten aus biologischem Anbau oder biologischer Aufzucht sinnvoll. Diese Herstellungsverfahren erhöhen die Chance, dass die Lebensmittel genügend Nährstoffe unter anderem für die Versorgung der Haut enthalten. Doch sogenannte Bio Produkte regelmässig oder gar ausschliesslich zu konsumieren, ist leichter gesagt als getan. Der berufliche Alltag mit Kantinenessen oder finanzielle Einschränkungen sind nur zwei der vielen „Stolpersteine“, die das erschweren. So kann auch die Unterstützung in Form von hochwertigen und gezielten Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein. Neben einer ausgewogenen Ernährung braucht die Haut zudem genügend Flüssigkeit – mindestens zwei Liter Wasser pro Tag. Dies ist wichtig, denn sie dient als Medium für chemische Reaktionen und Stoffwechselvorgänge, reinigt den Körper und hilft der Haut dabei, schädliche Stoffe auszuscheiden.

Vitalstoffe und ihre Bedeutung
Antioxidative Nährstoffe sind zur Vorbeugung der Hautalterung sinnvoll. Hierzu zählen Nahrungsmittel, die reich an den Vitaminen A, C und E sind, sowie die Carotinoide. Auch die Spurenelemente Zink und Selen, das Coenzym Q10 und alle sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, wie sie zum Beispiel in Grüntee, Kakao oder Granatapfel vorkommen, unterstützen die Hautzellen im Kampf gegen freie Radikale, die zu Alters – flecken und Falten führen. Da der Coenzym-Q10-Spiegel ab dem 40. Lebensjahr zurückgeht, ist eine gezielte Einnahme eines entsprechenden Präparates als Nahrungsergänzung sinnvoll.
Tipp: Derzeit im Trend und tatsächlich reich an antioxidativen Nährstoffen sind das indische Gewürz Kurkuma und die Açaí-Beere. Um die Spannkraft der Haut zu erhalten, kann die Bildung von elastischen und kollagenen Fasern durch eine ausreichende Versorgung mit den richtigen Nährstoffen unterstützt werden. Hierbei kommt es auf hochwertiges Eiweiss, zum Beispiel aus Fisch, magerem Fleisch oder fettarmen Milchprodukten, sowie auf Zink, Eisen, Selen, B-Vitamine und Vitamin C an.
Auch Schwefelverbindungen in den Aminosäuren Zystein und Methionin, zum Beispiel enthalten in Radieschen, Rettich und Kohlgemüse, sind wichtig, um die Entgiftungsfunktionen im Körper zu unterstützen und damit auch die Haut zu entlasten.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus Pflanzenölen und fettreichen Fischen wirken sich günstig auf das Immunsystem und die Linderung von Entzündungen aus. Zudem unterstützen sie den physiologischen Schutzmantel und beugen somit einer vorzeitigen Faltenbildung vor. Ein Mangel an Linol- und Linolensäure verursacht Rötungen und ein Abschuppen der Haut. Dann gehören hochwertige Pflanzenöle wie Lein-, Borretsch-, Walnuss-, Raps- und Weizenkeimöl, aber auch fettreiche Fische wie Lachs, Makrele und Hering regelmässig auf den Speiseplan.

Essen und Trinken bei Hauterkrankungen
Bei der Neurodermitis liegt ein individuelles Spektrum an Lebensmittelunverträglichkeiten
vor. Daher gibt es keine allgemeingültige Ernährungsempfehlung. Allerdings empfiehlt es sich, möglichst wenig Nahrungsmittel mit künstlichen Zusatzstoffen zu konsumieren. Da bei Schuppenflechte (Psoriasis) in der Regel eine Überproduktion entzündungsfördernder Substanzen vorliegt, sollten arachidonsäurehaltige Lebensmittel, wie Schweinefleisch, Wurst und Eier, gemieden werden. Besser sind Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in Lachs, Hering und Sardinen vorkommen. Auch können Fischölkapseln, Raps-, Lein- und Nussöl vermehrt auf dem Speisezettel stehen. Daneben ist die Einschränkung von schnell resorbierbaren Kohlehydraten sinnvoll. Das beugt einem sprungartigen Anstieg des Insulinspiegels vor, was sich günstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Studien zeigen, dass sich eine kohlenhydratarme Ernährung auch auf Akne positiv auswirkt. Die Talgbildung geht zurück und die entzündlichen Akneläsionen lassen nach.

Dr. Michael D. Wagener | Der Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Pharmazeutische Medizin, Orthomolekulare Medizin und Mesotherapie leitet in Binningen ein Zentrum für Anti-Aging und Prävention.

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