Dos and Don’ts bei Akne

Dos and Don’ts bei Akne

Lisa A / Shutterstock.com
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Finger weg!

Akne ist eine Erkrankung der Talgdrüsen und eine Verhornungsstörung an den Follikelausführungsgängen – ein Hautbild, das meist bei Jugendlichen, häufig jedoch auch im Erwachsenenalter auftritt. Was ist zu tun, wenn der geplagte Kunde sich hilfesuchend an Sie wendet?

Da Akne – statistisch gesehen – zu den häufigsten Hauterkrankungen zählt, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie im Laufe Ihres Berufslebens wiederholt mit dieser Hauterkrankung zu tun haben. Daher ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit diesem Thema zu beschäftigen. In vielen Kosmetikschulen wird zwar über das Hautbild bei Akne in der Theorie referiert, jedoch der praktische Umgang oftmals nur peripher behandelt. Die Behandlung der Akne ist ein klassisches Feld für die Zusammenarbeit zwischen Facharzt und Fachkosmetikerin. Die in Absprache mit dem Dermatologen durchgeführte manuelle kosmetische Ausreinigung stellt hier einen wichtigen Behandlungsbaustein dar. Wichtig ist es zu wissen, dass der Kosmetik Grenzen gesetzt sind. Ist die Haut krankhaft und anhaltend verändert, sollten Sie kosmetische Massnahmen unbedingt vorher medizinisch abklären.

Ausreinigen – ja oder nein?
Mir wird in der Praxis immer wieder von Kunden berichtet, dass ihre bisherige Kosmetikerin die Haut nicht ausgereinigt habe, weil man das nicht mehr machen würde. Solche Aussagen nehme ich mit grosser Verwunderung zur Kenntnis. Die gründliche Ausreinigung der Aknehaut hat einen grossen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung, denn Komedonen sind wesentlich an der Entstehung von Pickeln beteiligt. Werden diese beseitigt, fehlt den Aknebakterien die Grundlage für ihre explosionsartige Vermehrung. Es ist aber auch immer wieder die Meinung zu hören, dass man nicht mehr manuell ausreinigen müsse, da man dies elegant durch die Mikrodermabrasion erledigen lassen könne: Die Haut wird mechanisch gepeelt, durch ein Vakuum werden die Hautschuppen abgesaugt – und der Komedo gleich mit. Das kann man bei einer Haut, auf der nur offene Komedonen sind, so handhaben. Aber: Sobald die Haut von Papeln (Knötchen) und Pusteln (Bläschen) gezeichnet ist, ist die Mikrodermabrasion kontraindiziert! Bei dieser mechanischen Behandlung ist die Gefahr einer Schmierinfektion viel zu gross und sollte daher bei diesem Hautbild unterbleiben.

Die ersten Schritte
Zu Beginn der Zusammenarbeit mit einem Akne-Betroffenen ist es sehr wichtig, sich Zeit für den Kunden zu nehmen, um die alltäglichen und wöchentlichen Pflegegewohnheiten zu erfahren. Stellen Sie hierbei offene Fragen, um möglichst detaillierte Informationen zu erhalten. Seien Sie dabei zwar einerseits sensibel (der Kunde leidet ja unter dem Hautbild), andererseits jedoch neugierig: Um dem Kunden die bestmögliche Behandlung und Pflegeanleitung zukommen zu lassen, sollten Sie wissen, wir er mit seiner Haut umgeht. Um also die beste Pflege für die Zukunft zu gestalten, sollten Sie wissen, was in der Gegenwart getan wird – und offensichtlich nicht zur Besserung der Haut beigetragen hat. Anschliessend machen Sie eine gründliche Hautanalyse. Die Ergebnisse der Befragung und der Hautanalyse sollten Sie mit dem Kunden vor Behandlungsbeginn besprechen und einen individuellen Behandlungs- und Pflegeplan erstellen. Es ist sinnvoll, dies vor Behandlungsbeginn offen und ehrlich zu besprechen, denn nur so hat der Kunde die Möglichkeit, sich bewusst für Ihr Behandlungskonzept zu entscheiden. Sie vermeiden damit, dass Sie Preise verschleiern oder nur scheibchenweise Informationen übermitteln, z.B. wenn Sie eine Pflegeumstellung für notwendig erachten. Bei einer offenen Informationspolitik fühlt sich Ihr Kunde wohl und verstanden und weiss, was ihn erwartet! Hat der Kunde Ihren Behandlungsplan abgesegnet, können Sie mit der Behandlung beginnen. Nutzen Sie dabei die Zeit, die Sie gemeinsam verbringen, um den Kunden detailliert darüber aufzuklären, was nun in der Heimpflege getan werden soll und was dringend unterbleiben muss (siehe Kasten)!

Griff in die Trickkiste
Um Ihrem Kunden die schnellstmögliche Hautbildverbesserung zu ermöglichen, dürfen Sie ruhig ein wenig tiefer in die Trickkiste greifen. Die klassische Ausreinigungsbehandlung ist zwar auf alle Fälle sinnvoll, kann jedoch durch weitere Bausteine ergänzt werden. Bei einer stark entzündlichen Haut kann eine manuelle Lymphdrainage recht gute Erfolge bringen; Entzündungen und Schwellungen können schneller abklingen. Sehr gute Erfolge bringen auch Behandlungs – kuren mit Fruchtsäure, kombiniert mit einer fruchtsäurehaltigen Heimpflege. Hier muss auch an einen Sonnenschutz gedacht und eine intensive Kur gegebenenfalls in die lichtarme Jahreszeit gelegt werden. Gut bewährt hat sich auch der Einsatz von Hochfrequenz, allerdings muss dann gerade bei einer stärker entzündlichen Haut das Thema Schmierinfektion beachtet werden. Sind sehr viele offene Komedonen vorhanden, kann man mit einer speziellen Ampulle arbeiten (Einarbeiten mit Ultraschall oder Iontophorese), die durch den physiologischen Prozess der Verseifung Talg löst, der sich anschliessend abwaschen lässt.

Don’ts für die Kundin
·         Rubbelpeelings
·         Exzessive Dampfbäder (bei zahlreichen Entzündungen sollte eine starke Wärmezufuhr unterbleiben, denn das könnte die Entzündungsreaktion zusätzlich anheizen)
·         Dauerhaft stark austrocknende Präparate zur grossflächigen Anwendung benutzen
·         Komedogene Pflegepräparate benutzen
·         Eigenständiges Manipulieren an Unreinheiten
·         Unbedachtes Tasten und Drücken im Gesicht, ob sich schon wieder irgendwo ein Pickel entwickelt – das permanente Abtasten mit „schmutzigen“ Fingern führt ganz sicher dazu, dass bald ein Pickel spriesst
·         Abstützen des Kopfes bei der Arbeit auf einer Handfläche oder den Fingern – an solchen Stellen kann man das vermehrte Auftreten von Komedonen, Papeln und Pusteln beobachten

Dos für die Kundin
·         Milde, aber gründliche, ggf. entzündungs – hemmende Reinigung
·         Enzympeeling durchführen lassen, Häufigkeit der Anwendung entsprechend dem Hautbild
·         Ggf. lokales Intensivpräparat gegen Entzündungen anwenden
·         Nichtkomedogene Pflegepräparate benutzen
·         Nichtkomedogenes Make-up anwenden
·         Nichtkomedogenen Sonnenschutz benutzen
·         Vergrösserungsspiegel aus dem Bad verbannen (die Betroffenen verbringen mitunter sehr viel Zeit vor dem Vergrösserungsspiegel und suchen nach Komedonen, an denen sie dann manipulieren „müssen“)
·         Regelmässige professionelle Ausreinigungsbehandlung durchführen lassen – zu Beginn mitunter alle ein bis zwei Wochen –, bis sich das Hautbild normalisiert hat. Hiermit erreichen Sie einerseits eine schnelle Normalisierung des Hautbildes, andererseits kann sich der Betroffene motivieren, immerhin eine Woche durchzuhalten und nicht eigenständig zu manipulieren
·         Spezialbehandlungen und Präparate je nach Hautzustand durchführen lassen

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Daniela Hambek | Die Diplom-Biologin, Heilpraktikerin und Kosmetikerin war viele Jahre in der medizinischen Grundlagen- und Auftragsforschung tätig. Heute leitet sie ein Institut für medizinische Kosmetik.

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