Flugreisen

Flugreisen

Illustration: Barmaleeva/Shutterstock.com
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Beauty on Board
Im Flugzeug dürstet es Körper und Haut regelrecht nach Feuchtigkeit und Flüssigkeit. Das liegt an der sehr trockenen und sauerstoffärmeren Luft an Bord. Darauf kann man sich vorbereiten und auch während des Flugs einiges dafür tun, dass man entspannt, erholt und erfrischt am Reiseziel ankommt. Christiane Laszig gibt Tipps für die Reise über den Wolken.
Durst, gereizte Augen, gestresste Gesichtshaut und trockene Lippen – typische Symptome, die während eines längeren Flugs auftreten können. Da die trockene Luft im Flugzeug natürlich eingeatmet wird, bekommen manche auch Atem- und Schluckbeschwerden. In 10 km Flughöhe reduziert sich die Luftfeuchtigkeit auf etwa 10 Prozent (in der vorne gelegenen Ersten Klasse mit ihren grossen Sitzabständen sogar herunter bis auf 4,3 Prozent) – ein Fünftel von dem, was wir zum Wohlfühlen benötigen. Zu der geringen Luftfeuchtigkeit kommt noch ein weiterer Faktor hinzu, der vor allem Vielflieger interessieren dürfte: die kosmische Strahlung, der wir in grossen Höhen ausgesetzt sind, weil dort die Erdatmosphäre dünner ist und sie uns nicht mehr so effektiv dagegen schützt. Auf Langstreckenflügen ist die Strahlenbelastung am höchsten, vor allem dann, wenn wir über den Nord- oder Südpol und deren Umgebung jetten.

Vor dem Flug
Bereits vor dem Flug sollte man sich ein spezielles Pflegeprogramm zu Hause gönnen. Vor allem bei einer trockenen, sehr trockenen und trocken-fettarmen Haut macht es Sinn, sie auf den bevorstehenden Flug, insbesondere bei einem Langstreckenflug, gezielt mit intensiven Feuchtigkeits-, Sauerstoff-, Kollagen- bzw. Hyaluronsäurebehandlungen vorzubereiten. Es empfiehlt sich, vor dem Flug eine intensiv nährende Feuchtigkeitsmaske (keine fest werdende, keine Peel-off-Maske!) und anschliessend eine beruhigende Ampulle mit Fett und Feuchtigkeit aufzutragen. Reichhaltige Feuchtigkeitscremes mit Langzeitwirkung beugen gereizter Haut sehr gut vor und Fettcremes mit beispielsweise Sheabutter speichern die Feuchtigkeit länger. Cremes auf Wasser-in-Öl- oder Öl-in-Wasser-Basis benötigen einen erhöhten Lipidanteil. Zusätze von Feuchthaltesubstanzen in Pflegecremes auf Wasserin- Öl-Basis haben einen Okklusionseffekt, der ein starkes Verdunsten von Feuchtigkeit verhindert. Augencremes sollten ebenfalls auf Wasser-in-Öl-Basis sein. Eine getönte Tagescreme, am besten auf Wasser-in-Öl- Basis, oder ein leichtes Make-up ist besser als eine stark deckende Foundation. Der Lippenstift sollte fetthaltig und die Mascara wasserfest sein. Gefärbte Wimpern, Wimpernwellen und Wimpernextensions sind eine hervorragende Mascaraalternative auf Reisen!

Während des Flugs
Dr. med. Jens Kauczok, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aus Würzburg, weiss um die negativen Auswirkungen der Höhenstrahlung an Bord: „Während des Fluges ist es wichtig, viel zu trinken und die Haut gut zu versorgen. Man braucht meines Erachtens vor allem eine fetthaltige Tagescreme, Thermalwasserspray und unbedingt einen fetthaltigen Lippenbalsam“, so Kauczok. Sorgen Sie also auch während des Flugs für einen natürlichen Feuchtigkeitsaustausch zwischen den Hautzellen mittels kleiner Hyaluronsäurefiller. Mit einem Feuchtigkeitsgel, das die Feuchtigkeit bis zu zwölf Stunden bindet, eine geringe Verdunstungsrate besitzt und die Hautbarriere stärkt, ist die Haut optimal gepflegt. Bei besonders anspruchsvoller Körperhaut hilft Ureapflege. Auch die Augen benötigen in luftiger Höhe besondere Zuwendung. Wenn die Luft zu trocken ist, helfen Augentropfen/-spray oder kühlende Augengele. Mit Thermalwasser lassen sich Augenpartie, Gesicht und Hals immer wieder feucht halten. Es aktiviert alle Zellfunktionen der Haut, erfrischt, lindert und beruhigt gereizte Haut und bildet einen schützenden Film. Geschwollene Lider schwellen ab, ausserdem verbessert es die Aufnahme und Wirkung der nachfolgenden Pflegeprodukte. Je nach Bedarf kann es auch auf Dekolleté, Hände und Handgelenke gesprüht werden.

Nach dem Flug
Vor Ende der Reise ist eine gute Vorbereitung auf den Zielort angesagt. In wärmeren, tropischen bis subtropischen Gebieten sind eine Ampulle, ein hoher Sonnenschutz ohne Ölkomponente und ein leichteres Makeup aufzutragen. Es lässt sich jederzeit mit Thermalwasserspray auffrischen. Wer auch hier ein gut deckendes Make-up bevorzugt, braucht eine gute Feuchtigkeitsgrundlage – vor allem dann, wenn man nicht genug geschlafen hat und etwas müde aussieht. Hier hilft besonders ein Anti-Stress-Fluid, das die ß-Endorphin-Synthese stimuliert und stressbedingte Rötungen sowie Irritationen reduziert. Ich empfehle Sachets mit Quinoakeimen, viel Vitamin B und C, Mineralstoffen, Pflanzentocopherolen, ungesättigten Fettsäuren und Tryptophan (essentielle Aminosäure). Sie werden mit Wasser getrunken und helfen unserem Gehirn, Serotonin herzustellen und unsere Stimmung nach einem anstrengenden Flug aufzuhellen.

Wohlfühlen an Bord
Vor Reiseantritt sollte man bequeme Kleidung und gegebenenfalls Stützstrümpfe anziehen. Bei Venenproblemen sind gut sitzende Kompressionsstrümpfe Pflicht. Wer nur vorbeugen möchte, dem hilft ein Venenspray gegen Schwellungen. Auf längeren Flügen empfiehlt es sich für Menschen mit Thromboseproblemen, nach Absprache mit dem Arzt vor dem Flug eine Heparinspritze setzen zu lassen. Sinnvoll ist auch, während des Flugs kleine Fitnessübungen wie „die Venenpumpe“ auszuführen (abwechselnd auf die Zehenspitzen und Fersen stellen), den Po im Sitzen anzuheben, die Oberschenkel zusammendrücken und möglichst oft aufzustehen und herumzugehen. Wer zu Reisekrankheiten neigt, dem helfen Globuli, Pflaster, Kaugummi und Tabletten. Medikamente sollten eine halbe bis eine Stunde vor dem Abflug eingenommen werden. Bei Kopfschmerzen während des Flugs hilft ein kühlender Roll-on-Stift: einfach auf Handgelenke, Schläfen, Stirn und Nacken auftragen und tief durchatmen. Es sollte nur eine leichte, wenig fetthaltige Kost eingenommen werden. Von innen ist die Haut mit ausreichend Flüssigkeit (Obst- und Gemüsesäfte, Smoothies, Wasser, Kräutertees anstelle von Koffein oder Tein), Silizium und einer Kapsel Hyaluronsäure zu versorgen.

Was sonst noch guttut
Um sich innerlich und äusserlich rechtzeitig auf die Flugreise einzustellen, kann man ausserdem Folgendes tun:

  • eine Siliziumkur, die die Zellen versorgt und Elastizität gibt, oder eine innerliche Hautkur, die wohldosierte Vitalstoffe enthält, durchführen. Vitamin C und Kupfer wehren negative Umwelteinflüsse ab; Vitamin B12, Biotin, Niacin und Zink schützen die Zellen vor oxidativem Stress; Hyaluronsäure bindet Wasser.
  • Jetlag und Schlafproblemen kann vorgebeugt werden, indem Schlaf und Mahlzeiten um ein bis zwei Stunden Richtung Reiseziel verschoben werden.
  • Auf Alkohol sollte aufgrund der entwässernden Wirkung am Tag vor dem Abflug verzichtet werden.
  • Vor dem Schlafen auf einem Nachtflug sind Rituale wie Zähneputzen, Abschminken und Eincremen beizubehalten, um für ausreichend Fett und Feuchtigkeit zu sorgen. Unter der Pflegecreme sind eine Ampulle und/oder ein Serum ideal.
  • Mein persönlicher Tipp: Um besser einzuschlafen zu können, nehme ich täglich einen Beutel Nacht-Milchkristalle – ein Pulver, das besonders viel Melatonin (Schlafhormon) enthalten soll – ein. Damit beginne ich sechs bis sieben Tage vor Urlaubsbeginn und -ende.

Was darf ins Handgepäck?
Pro Person ist ein durchsichtiger Plastikbeutel erlaubt, der sich vollständig schliessen lässt und in dem alle mitgeführten Flüssigkeitsbehälter untergebracht werden müssen. Sein Fassungsvermögen von maximal 1 Liter darf nicht überschritten werden. Jeder Flüssigkeitsbehälter darf nur ein maximales Fassungsvermögen von 100 ml haben. Als „Flüssigkeiten“ werden nicht nur Getränke definiert, sondern auch Parfüm, Creme & Co., daher sind Mini- und Reiseprodukte ideal. Puderartikel, Sandpapierfeile, Nagelknipser und Bürste können ausserhalb des Plastikbeutels verwahrt werden. Spitze Gegenstände sind verboten.

Nicht vergessen
Ins Handgepäck gehören (vor allem wenn Zeitzonen überschritten werden):

  • Schlafmaske und/oder Ohrstöpsel,
  • Meditations-/Entspannungsmusik,
  • ein aufblasbares Nackenkissen,
  • Meerwasserspray zum Befeuchten der Nasenschleimhaut.

Christiane Laszig │ Die Fachkosmetikerin und Maskenbildnerin arbeitet für Film und Fernsehen und bildet Visagisten aus. Themenschwerpunkte der freien Autorin sind die Bereiche ganzheitliche Kosmetik, Anti-Aging und Make-up.

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