Pigmente, Vitamine & Mineralien

Was in Make-up steckt
Nicht nur die Zusätze in Lebensmitteln sind für Verbraucher interessant. Sie wollen auch wissen, welche Inhaltsstoffe in dekorativer Kosmetik verwendet werden. Lesen Sie alles über die am häufigsten eingesetzten Ingredienzen
Bei der Auswahl einer Make-up-Linie für Ihr Kosmetikinstitut sollten Sie darauf achten, dass die Produkte für die tägliche Anwendung geeignet sind. Make-up für den täglichen Gebrauch hat eine niedrigere Pigmentdichte als dekorative Produkte für den Theaterbedarf, die natürlich stärkerer Transpiration standhalten müssen. Je schwächer dagegen die Pigmentdichte eines Produktes ist, desto mehr pflegende Anteile sind darin enthalten. Doch nicht alle Wirkstoffe der pflegenden Industrie eignen sich zur Herstellung eines Make-up Produktes. Die folgenden Inhaltsstoffe werden in Gesichtspflegeprodukten eingesetzt und sorgen zudem dafür, dass sich Make-up-Produkte auf der Haut komfortabler anfühlen.
Pflegendes im Make-up
- Vitamin E (Tocopherol) lässt sich in jedes Produkt der dekorativen Kosmetik einarbeiten und gewährt den Anwenderinnen einen zusätzlichen Schutz vor Umwelteinflüssen bzw. freien Radikalen. Durch die Anreicherung mit Vitamin E bietet ein Make-up-Produkt einen zusätzlichen Schutz der Gesichtshaut.
- Hyaluron (Sodium Hyaluronate) wird in der Kosmetikindustrie in drei unterschiedlichen Molekulargrössen verarbeitet. Das kleinmolekulare Hyaluron (light molekular weight oder very light molekular weight) ist weniger für die Herstellung eines Make-up-Produktes geeignet. Das Hyaluron, mit einer grösseren Molekularstruktur bindet nicht nur die Feuchtigkeit in der Haut, es lässt die Hornschicht der Haut gleichmässiger erscheinen. Somit ist die Grundierung auch für reifere Haut geeignet.
- Aloe-vera-Auszüge (Aloe Barbadensis Leaf Extract) eignen sich hervorragend um dekorativer Kosmetik einen feuchtigkeitsspendenden Effekt zu verleihen. Aloe-vera-Auszüge haben sich über die Jahre bei gereizter und empfindlicher Haut besonders bewährt; sie besitzen von Natur aus einen leicht UV-abschirmenden Effekt.
- Öle Durch die Zugabe von diversen Ölen bekommen Produkte, wie zum Beispiel loser Puder oder Rouge, eine besonders feine Textur und lassen sich weicher und gleichmässiger verarbeiten. Zusätzlich wirken diese Öle pflegend. Traubenkernöl (Vitis Vinifera) und Jojobaöl (Buxus Chinensis) machen das Produkt geschmeidig und pflegen und schützen zudem die Haut. Häufig findet auch Ricinusöl (Castor Oil) seine Anwendung in der dekorativen Kosmetik. Neben seiner hautpflegenden und rückfettenden Wirkung hat es zudem einen glanzgebenden Effekt, der für Lipgloss-Produkte genutzt wird.
- Wachse können die Haltbarkeit und Wasserfestigkeit eines Make-up-Produktes auf der Haut beeinflussen. In diesem Bereich gibt es einige natürliche Wachse, die sowohl eine pflegende Wirkung auf die Haut haben als auch einen Vorteil für die Herstellung bilden. Diese Wachse bilden eine Alternative zu den verwendeten Paraffinen in unterschiedlichen Schminkprodukten. So dient Bienenwachs (Cera Alba) bei der Herstellung eines Schminkproduktes als Emulgator und verfügt über hautpflegende und antibiotische Eigenschaften. Carnaubawachs (Cera Carnauba) wirkt ebenfalls schützend und pflegend und dient als Konsistenzgeber für Lippenstifte.
Keine Farbe ohne Pigmente
Neben dem pflegenden Aspekt sollte die Wichtigkeit der verarbeiteten Pigmente (vom lateinischen Wort „Pigmentum“ für Farbe). nicht ausser Betracht gelassen werden. Die Qualität eines Pigmentes bestimmt neben der Anreicherung der pflegenden Inhaltsstoffe, die Verträglichkeit eines Make-up-Produktes. In der dekorativen Kosmetik oder bei der Herstellung von Permanent-Make-up Farben werden anorganische von organischen Pigmenten unterschieden. Die anorganischen Pigmente unterscheidet man in natürliche und künstliche.
Zu den natürlichen Pigmenten zählen Mineralien, die mechanisch aufbereitet werden, wie zum Beispiel durch Mahlen. Je nach Mahlverfahren fühlt sich das Produkt später softer oder grobkörniger an. Die meisten sogenannten Mineral-Powder-Produkte sind auf der Basis der natürlichen Pigmente aus dem anorganischen Bereich.
Künstliche Pigmente sind zum Beispiel Metallfarben oder auch Kohlenstofffarben. Diese sogenannten Synthese-Produkte werden über verschiedene Herstellungsverfahren gewonnen. Der Vorteil der meisten anorganischen Pigmente besteht darin, dass diese mit dem Sauerstoff der Luft nicht chemisch reagieren und hitzebeständig sind.
Anorganische Pigmente weisen gegenüber den organischen Pigmenten eine geringere Vielfalt auf. Sie sind, speziell im Bereich der künstlichen Pigmente, teilweise gesundheitlich bedenklich, wenn es sich um Schwermetallverbindungen handelt, wie zum Beispiel Cadium-, Chrom- und Bleipigmente.
Organische Pigmente kommen in der Natur als „Pflanzenfarben“ oder auch „tierische Farben“ vor. Hierzu zählt zum Beispiel das Rebschwarz, welches durch das vollständige Verbrennen von Weinholz entsteht, sowie Hämoglobin, der Blutfarbstoff. Organische Pigmente können durch die Aufnahme oder Abgabe des Sauerstoffs der Luft ihre Farbe verändern.
Die synthetisch organischen Pigmente nennen sich Azopigmente. Diese sind sehr farbstabil und zeichnen sich durch ihre grosse Leuchtkraft aus. Die Kosmetikindustrie verwendet zudem gerne sogenannte Perlglanzpigmente. Sie bestehen aus meist natürlichem Glimmer wie zum Beispiel Titandioxid. Es findet ebenfalls seine Verwendung in Sonnenschutzprodukten, da es zusätzlich eine lichtschützende Wirkung aufweist. Perlglanzpigmente gelten als gesundheitlich bedenkenlos und sind von der FDA auch zum Einfärben von Lebensmitteln zugelassen.
Autor: Rolf Stehr
