PigMANtation

Permanent Make-up für Männer

Unter dem Begriff "facial tattoo for men" oder "PigMANtation" werden die Techniken von Starvisagist Holger Hoffmann bei Männern international angewendet. Exklusiv für BEAUTY FORUM-Leser gibt er Tipps, wie Sie Männer mit PMU noch schöner machen können 

"Sehr überrascht, wie hoch der Zuwachs in der Männerkosmetik ist, war ich, als ich in der financial times einen Bericht über die Situation in der Kosmetikbranche gelesen habe“, berichtet Holger Hoffmann. „Seit über 15 Jahren beobachte ich die internationalen Entwicklungen und Neuerungen im Bereich Permanent Make-up und habe festgestellt, dass viele in dieser Zeit ‚geschlafen’ und sich nur um die Hälfte der Zielgruppe gekümmert haben. Nirgendwo wurden spezielle Techniken für den Mann angeboten oder gar durchgeführt.

Als Visagist und Trainer sah ich mich gefordert, für meine ‚Brüder’ neue Techniken zu entwickeln und bestehende Anwendungen auf die Ansprüche des Mannes umzuwandeln. Ich bin erstaunt, wie viele Männer bereit sind, sich diese Art der Verschönerung zu gönnen und wie viel Umsatz durch diese neue Zielgruppe gemacht werden kann.“

Oberstes Gebot in Sachen Pigmentierung beim Mann ist, dass die Zeichnungen besonders unauffällig und nahezu unsichtbar sein sollten. Dies erfordert gerade im Bereich Mund/Lippen besonders viel Fingerspitzengefühl. Bei Damen ist die Pigmentierung auf zwei Behandlungen ausgelegt, bei Herren sollte man diese langsamer aufbauen und drei Behandlungen einplanen.

Die Augen

Sind die Brauenhärchen in Breite und Länge ausreichend vorhanden, kann die Fülle der Brauen innerhalb der gewünschten Form verstärkt werden. Dazu eignet sich besonders eine zwei- oder mehrfarbige Strähnchentechnik. Hierbei wird die Glanzreflexion der natürlichen Haare berücksichtigt, was einen sehr natürlichen Effekt mit sich bringt. Sollte es nötig sein, die Form der Brauen (bei spärlichem Wuchs) zu ändern, d.h. Hautareale zu pigmentieren, wo keine Härchen wachsen, eignet sich die Pixelschattentechnik. Das Ergebnis dieser Schattensetzungstechnik ist vergleichbar mit einem Computerbild, das aus vielen unterschiedlich farbigen Pixeln besteht. Es werden zunächst sogenannte Pixelschatten mit verhältnismäßig hellerem Pigment und im gleichen Arbeitsgang Gerüsthaare (kräftiger als normale Härchenzeichnung) mit dunklerem Pigment gearbeitet.

Im Bereich medizinisch indizierter Pigmentierungen (z.B. bei Alopecia areata oder bei der Kaschierung von Narben) müssen Augenbrauen in der Härchentechnik gearbeitet werden, jedoch deutlich burschikoser und viel weniger „aufgeräumt“ und frisiert, als diese bei einer weiblichen Kundin gearbeitet werden. Soll der Augenausdruck durch einen Lidstrich intensiviert werden, eignen sich neben der bekannten Wimpernverdichtung auch hier die Pixelschattentechnik sowie Lichteffekte, die mit einem speziellen Highlight-Pigment gesetzt werden.

Mund und Lippen

Unser Auge ist eine exakte Lippenkontur beim Mann nicht gewohnt und diese würde daher geschminkt und unnatürlich wirken. Sollte es z.B. durch Narben unumgänglich sein, innerhalb der Lippe zu arbeiten, eignet sich eine Schattiertechnik, bei der die Farbe halbtransparent aufgebracht wird. Gearbeitet wird netzartig und ohne Kontur entlang des Lippenrands.

 Bei 90% der Männerlippen sieht die „Licht- und Schattenzeichnung“ perfekt, sexy und voluminös aus. Diese Technik besteht aus zwei völlig unterschiedlichen Arbeitsabläufen. Zunächst wird das Lippenlicht (Pigmentierung im Herzbereich der Oberlippe) mit einem speziell dafür entwickelten Highlight-Pigmentfarbton gearbeitet. Hierbei handelt es sich nicht um eine Farbe im herkömmlichen Sinne. Das Highlight-Pigment besteht aus zu Kugeln geschliffenen, lichtreflektierenden Pigmenten. Aber Vorsicht! Das Liplight muss genauso symmetrisch und perfekt gleichmässig gearbeitet werden wie bei jeder anderen Konturtechnik auch. Das Lippenlicht beim Mann gibt nicht nur Volumen, sondern gleicht auch kleine Formfehler der Oberlippe optisch aus. Danach wird die Unterlippe optisch vergrössert.

Durch eine „Wasserschattentechnik“, eine Technik, die speziell für die Pigmentierung beim Mann entwickelt wurde und sich Aquarellverläufe zunutze macht, wird der natürliche Schlagschatten einer vollen Lippe vorgetäuscht. Es sollte hierzu unbedingt ein dunkles Pigment ohne Rotanteil verwendet werden, da nur dadurch der Schatten echt wirkt. Helle Farben, deckend aufgebracht, wirken appliziert und unnatürlich.

Wem es gelingt, Pigmentierungen beim Mann sehr exakt und dabei superdezent durchzuführen, dem kann sich ein neuer Kundenstamm erschließen. Erfahrungsgemäß sind zufriedene männliche Kunden sehr treu. Außerdem wird der Mann Ihr Institut in kürzeren Intervallen besuchen, denn aufgrund der besonders zarten Pigmentierung ist eine Nacharbeit pro Jahr erforderlich.

Autor: Holger Hoffmann