Mikrodermabrasion

Kristalle für einen strahlenden Teint

Wegen ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, der für die Kunden sofort spür- und sichtbaren Ergebnisse und der überschaubaren Investitionskosten ist die Mikrodermabrasion eine der beliebtesten apparativen Behandlungsmethoden im Institut

Unter einer Mikrodermabrasion (MD) versteht man die kontrollierte mechanische Abtragung der obersten Hautschichten – es erfolgt quasi ein mitteltiefes Peeling. Sie wird bei folgenden Indikationen eingesetzt:

  • Verfeinerung der Hautstruktur
  • Minderung der Faltentiefe – auch um die Augenpartie (Krähenfüsse)
  • Verschönerung von Narben
  • Behandlung von Dehnungsstreifen
  • grossporiger, unreiner und fettiger Haut sowie Acne vulgaris,
  • Vorbereitung der Haut auf die Aufnahme von Wirkstoffen
  • Verfeinerung der Lippenkonturen vor Permanent Make-up.
  • vor Laser-/IPL-Behandlungen, Faltenunterspritzungen bzw. ästhetisch-plastischen Eingriffen

Mittlerweile gibt es mehrere unterschiedliche Verfahren. Die klassische Form besteht in der schichtweisen Abschleifung mittels steriler Kristalle. Diese (häufig Aluminiumoxid) werden dabei mit Hilfe eines Vakuum- und Druckluftsystems gleichmässig über die Haut geleitet und zusammen mit den abgetragenen Zellen abgesaugt. Nach dem Abschleifvorgang werden auf der Haut verbleibende Kristalle mit einem Schwamm entfernt.

Inzwischen sind auch Geräte mit Diamantaufsätzen auf dem Markt. Über die Wahl des Aufsatzes (Stärke und Grösse) sowie die Bewegung über die Haut lässt sich der Grad der Abtragung kontrollieren. Die abgeschilferten Partikel werden ebenfalls per Vakuum abgesaugt und in einem Einwegfilter gesammelt. Die Behandlungsfläche bleibt immer sauber. Eine aus den USA stammende Variante ist die Hydrodermabrasion.

Aktivieren & stimulieren

Die Mikrodermabrasion löst durch die Kombination aus kontrollierter Abtragung im Stratum corneum und der Vakuum-Sogwirkung biologische Regenerationsmechanismen aus: So aktiviert sie beispielsweise die epidermal-dermale Zwischenschicht, stimuliert die Kollagenproduktion und kurbelt lokal die Mikrozirkulation an.

Die Stärke der kontrollierten Abtragung bestimmt die Tiefe der Abrasion, die bei längerer oder intensiv punktueller Einwirkungsdauer bis auf das Stratum papillare reichen kann, was jedoch nicht das Ziel ist. Vielmehr will man durch die MD die Aufnahmefähigkeit der Haut für Wirkstoffe steigern und die Hauttextur sowie den Teint sichtbar verbessern. Mit der Einstellung des Vakuum-Sogs variiert auch die Stimulation der Fibroblasten in tieferen dermalen Schichten und in welchem Mass die Mikrozirkulation angeregt wird.

Von Mal zu Mal schöner

Da die Abtragung bei der MD in der Regel oberflächlich ist, sind mehrfache Anwendungen notwendig, um die Hauttextur stetig zu verbessern. Nach ca. drei Sitzungen, im Abstand von 7–14 Tagen kann eine Stimulation der Basalzellschicht und eine Verdickung der Epidermis beobachtet werden. Mindestens sechs Sitzungen im 7–14-tägigen Intervall stimulieren die Neubildung kollagener und elastischer Fasern. Folgende Behandlungseffekte sind erfahrungsgemäss zu erwarten:

  • Die Zellneubildung wird angeregt, die Wirkstoffaufnahme verbessert sich.
  • Die lokale Mikrozirkulation in den Gefässen wird erhöht, die Bildung von Kollagen und Elastin gefördert.
  • Die Haut wirkt bereits nach einer Behandlung straff, elastisch und feinporig.
  • Der Teint wirkt gleichmässig, Pigmentflecken wirken optisch heller
  • Die Faltentiefe reduziert sich.

Im Team noch wirksamer

Die Mikrodermabrasion lässt sich gut mit Fruchtsäure- und mit Ultraschallbehandlungen (US) kombinieren. Letztere hat auf das Gewebe verschiedene Effekte, wobei die sog. Kavitation, das Einschleusen von Wirkstoffen durch die Hautbarriere (Sonophorese), entscheidend für die Anwendung in der Kosmetik ist. Durch die Kavitation entstehen im Gewebe kleine Luftbläschen, die oszillieren (schwingen) und damit Raum für das Einschleusen von Wirkstoffen schaffen. Die neu geschaffenen Poren bleiben nach neuesten Erkenntnissen ca. 48 Stunden offen, das so entstandene Wirkstoffdepot verteilt sich nach und nach in die Umgebung und ist ca. 7 Tage lang nachweisbar.

Besteht der Wunsch nach den kosmetischen Ergebnissen eines tiefen Peelings, kann man die MD mit Fruchtsäuren kombinieren. Hierbei ist allerdings mit sichtbaren Begleiterscheinungen, wie etwa Schorfbildung und Hautschälungen zu rechnen. Im Gegensatz dazu ist die Mikrodermabrasion ohne sogenannte Downtime durchführbar: Die Hautbarriere ist in der Regel nach 48 Stunden vollständig erholt. Am nächsten Tag darf ein leichtes Make-up aufgetragen werden.

Autorin: Dr. Katrin Middendorf