Tiefenreinigung

Peelings für alle Fälle

Ein Peeling löst nicht nur abgestorbene Hautzellen – es steigert auch die Durchblutung und macht die Haut empfänglicher für die Wirkstoffpräparate, die bei der anschliessenden Pflegebehandlung eingearbeitet werden.

Einer Tiefenreinigung der Haut geht immer eine gründliche Reinigung mit einem geeigneten Reinigungspräparat voraus. Das Reinigungspräparat wird am besten mit dem Ziegenhaarbürstchen des Frimators eingearbeitet. Talg, Schweiss, Verschmutzungen sowie Make-up-Reste werden so gelöst und können anschliessend mit einem Schwämmchen oder einer warmen Kompresse entfernt werden.

Weg frei für die Wirkstoffe

Da unsere Haut ständig Epidermiszellen bildet, werden die alten und verhornten Zellen abgestossen oder abgeschilfert. Um diesen Prozess zu unterstützen, wenden wir ein Peeling (engl. to peel, abschälen) an. Abgängiges Epithel der Haut wird gelöst, das Bindegewebe wird besser durchblutet, die Haut wird geglättet und somit ist gewährleistet, dass Wirkstoffpräparate besser eingearbeitet werden können. Auch das Entfernen von Unreinheiten wird hiermit erleichtert.

Das Peeling kann Hauptbestandteil einer Gesichtsbehandlung sein, aber auch als Einleitung einer Gesichtsbehandlung fungieren. Vor dem Benutzen eines Selbstbräuners ist ein Körperpeeling ebenfalls empfehlenswert.

Bei verschiedenen Hauttypen ist eine Abschilferung des abgängigen Epithels notwendig, z.B. bei reifer und atrophischer Haut, bei Seborrhoea oleosa/Seborrhoea sicca mit grossen Follikelöffnungen und einer Hyperkeratose der Epidermis, fahler und schlecht durchbluteter sowie hyperpigmentierter Haut.

Mit Körnchen und Kristallen

Mechanisch wirkende Peelingpräparate enthalten abrasive Granulatpartikelchen oder adsorptive Peelingsubstanzen. Beim Einmassieren, Abrubbeln oder Abziehen von abrasiven oder adsorptiven Peelings werden die lockeren Hornzellen der Oberhaut abgerieben. Dies kann mit Kunststoffkügelchen, feinen Bimssteinteilchen, Pulver aus Obstkernen, Salz, Zucker, Seesand, Kleie, Aluminiumoxiden oder auch Kieselsäure sein.

Die Intensität eines abrasiv wirkenden Peelings wird verstärkt durch die Menge, die Grösse und die Form der eingearbeiteten Peelingkörnchen. Manche „natürliche“ Schleifmedien sind auf Grund ihrer Ecken und Kanten, die man sehr gut unter einem Mikroskop sehen kann, nicht geeignet bei empfindlicher oder unreiner Aknehaut: Sie können durch zu starken Druck Mikroverletzungen und sogar Schmierinfektionen der Haut hervorrufen. Deshalb sollte man bei dem beschriebenen Hautbild lieber auf ein andere Peelingart zurückgreifen.

Mit abrasiven Granulatpeelings werden in der Regel auch Ganzkörperpeelings (siehe Foto) durchgeführt. Bei der Bürstenmassage z.B. wird neben der Abtragung des verhornten Epithels auch der Blutkreislauf angeregt.

In manchen Ländern werden vorzugsweise sogenannte Gommagen angeboten. Dies sind weisse cremige Pasten mit mineralischen Schleifmedien. Sie werden mit dem Pinsel dünn aufgetragen und nach einer kurzen Einwirkungszeit mit den Fingern abgerubbelt. s Adsorptive Peelingsubstanzen wirken durch die Anlagerung der Inhaltsstoffe an der Oberhaut und als Peelingmaske durch Adsorbieren von Ablagerungen beim Antrocknen.

Bei der kosmetischen Dermabrasion (Mikrodermabrasion) wird die Abtragung der Hornschicht durch Mikrokristalle erreicht. Der Haupteffekt liegt in der danach erhöhten „Aufnahmebereitschaft“ der Haut. Die kosmetische Dermabrasion wird bei Akne, Narben, Striae und lichtgeschädigter Altershaut eingesetzt. Diese Behandlung gilt als schmerzfrei. Eine flächenhafte Ablösung der Epidermis tritt nicht auf und mit einer Entzündungsreaktion der Haut ist bei fachgerechter Anwendung nicht zu rechnen.

Hier wirken Enzyme

Biologisch wirkende Peelingpräparate enthalten z.B. Enzyme. Das sind hochmolekulare Eiweisse, die als Biokatalysatoren Stoffwechselvorgänge einleiten und beschleunigen. Sogenannte Proteasen, also Enzyme, die Eiweisse abbauen, haben dabei in der Kosmetik die grösste Bedeutung. Sie zerstören die aus Eiweiss bestehende Kittsubstanz ohne die Haut mechanisch zu beanspruchen und ohne gesundes Gewebe zu zerstören. Nur die wirklich abgestorbenen Hornzellen werden aus ihrem Verbund gelöst, deshalb sind biologisch wirkende Peelingpräparate bei einer empfindlichen Haut gut geeignet.

Da diese Peelings fertig angemischt grundsätzlich instabil sind, werden sie als Pulver angeboten und erst kurz vor der Behandlung mit dem Aktivator bzw. mit Wasser angerührt. Die Wirkung von Enzymen als Peeling ist abhängig von der Temperatur, dem pH-Wert und der zur Verfügung stehenden Menge des Aktivators. Wärmezufuhr, z.B. durch Dampf oder auch eine Infrarotlampe, kann ihre Wirkung noch verstärken.

Ein Enzympeeling empfiehlt sich besonders bei Seborrhoea oleosa/Seborrhoea sicca, bei reifer und atrophischer Haut sowie bei sonnengeschädigter Haut. Die Anwendungshäufigkeit ist vom Hautzustand abhängig, sollte aber generell nicht öfter als einmal in der Woche erfolgen.

Fruchtsäuren & Co

Chemisch wirkende Peelingpräparate werden eingesetzt, um Fältchen zu glätten, die Hautstruktur zu verbessern, krankhafte Verhornungen zu beseitigen und um tief liegende Hautveränderungen bzw. Hautanomalien zu mildern, wie z.B. Narben oder Sommersprossen. Enthalten sind z.B. Fruchtsäuren (Alphahydroxysäuren, kurz AHA), Salicylsäure (Betahydroxysäuren), Milchsäure oder auch Vitamin-A-Säure. Diese bewirken eine Schälung der Epidermis. Die Behandlung sollte nur unter der Aufsicht eines Arztes erfolgen.

In der Kosmetikindustrie werden Fruchtsäurepeelings für die kosmetischen Behandlungen in ihrer Wirkstoffkonzentration meist geringer dosiert als für die Arztpraxen; es steht die feuchtigkeitsspendende Wirkung der Fruchtsäuren im Vordergrund. Je niedriger der pH-Wert und je höher die Konzentration, desto ausgeprägter ist der Schäleffekt. Deshalb sollte die behandelnde Kosmetikerin die Konzentration und Einwirkungszeit genau auf den Hautzustand der Kundin abstimmen. Von der Konzentration abhängig, können nur die obersten Hornzellen oder weitere Zellschichten der Epidermis abgeschält werden.

Weisen Sie Ihre Kundin darauf hin, dass nach biologischen bzw. chemischen Peelings/Schälkuren ein Pflegepräparat mit hohem Lichtschutzfaktor unerlässlich ist, da Pigmentverschiebungen eine häufige Nebenwirkung eines mangelhaften Lichtschutzes nach der Behandlung sind.

Autorin: Ulrike Kesselbacher