Day Spa-Angebote

Zeit für Geborgenheit

Day-Spa-Angebote im Kosmetikinstitut – kann das funktionieren? Und wie! Welche räumlichen und servicebezogenen Voraussetzungen dazu erforderlich sind, schildert nachfolgend Beate Bernhard. In ihrem Kosmetikstudio setzt sie die mehrstündigen Verwöhnprogramme äusserst erfolgreich ein.

Sicher haben Sie auch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Kundinnen, die von ihrem Aufenthalt in einem Wellness-Hotel erzählt haben, nicht gerade begeistert waren. Das Ganze liegt oft darin begründet, dass viele Hotels nicht einhalten können, was ihre Hochglanzprospekte versprechen. Oft bleiben bei den „Grossraum“-Wellness-Angeboten die individuelle Zuwendung und die kleinen atmosphärischen Details auf der Strecke. Keine Kerzen, keine Blüten und Düfte – vor allem aber keine Ruhe und Erholung. Die Zeit für ein wahres Wellness-Vergnügen ist definitiv nicht gegeben.

Die Kunden sind nach solchen Erfahrungen oftmals enttäuscht – und genau das ist der Vorteil für uns Kosmetikerinnen: Bei uns gibt es keine „Massenbuchungen“. Unser grösstes Potenzial ist die intensive Zuwendung und die Zeit, die wir unseren Kunden widmen. Schliesslich bedeutet Wellness auch Harmonie, Ruhe, Wohlfühlen und sich verwöhnen zu lassen – eben Zeit für sich, Zeit zum Geniessen.

Natürlich sind gewisse räumliche Grundvoraussetzungen erforderlich, um aus einem Kosmetikinstitut ein Day-Spa zu machen bzw. „echte“ Day-Spa-Behandlungen anzubieten. Zwei der wichtigsten Faktoren sind ein Raum eigens für Körperanwendungen sowie ein Ruhebereich.

Die Spa-Basics

Um einen solchen Raum einzurichten, benötigen Sie eine Badewanne, eine beheizbare Wellness-Liege und eine gemütliche Sitzecke. Nun werden sich vielleicht Bedenken breitmachen, wie man in einen Raum zusätzlich eine Badewanne installieren kann. Dies ist eigentlich kein so grosses Problem: Die Wanne muss lediglich auf einem erhöhten Sockel stehen.

Da es im Institut ja einen Wasseranschluss/-abfluss gibt, sollte der Wellness-Raum möglichst nahe bei diesem liegen. Zusätzliche Rohre, die leider verlegt werden müssen, können ganz leicht mit Sperrholzplatten verkleidet werden. Der Sockel für die Badewanne ist deshalb notwendig, da es ein Gefälle zum Abfluss hin geben muss. Scheuen Sie sich nicht vor diesen evtl. erforderlichen Umbauarbeiten.

Die Wellness-Liege sollte unmittelbar neben der Badewanne stehen. Ideal ist es, wenn sich die Ruheecke in diesem Raum einrichten lässt; ansonsten kann sie auch in einem anderen Bereich des Instituts liegen.

Klare Linie bei den Farben

Bei der Einrichtung eines solchen Wellness-Zimmers ist es wichtig, ein Zwei-Farben-System aufzunehmen. Gestalten Sie einen solchen Raum nicht bunt – Farben bringen zum Schluss die Blüten, Gestecke, die Handtücher und die Kerzen. Dunkle Holztöne für den Fussboden und ein klassisches Weiss oder Creme für die Wände und die Badewanne sind beispielsweise eine sehr schöne Kombination.

Es muss auf jeden Fall möglich sein, den Raum abzudunkeln. Hierfür sind Schiebegardinen sehr praktisch: Man kann abwechselnd eine helle Farbe und eine dunkle Farbe einsetzen und je nach Anwendung ist der Raum individuell abdunkelbar. Hier einige Beispiele aus meinem Institut:

  • Bei erfrischenden Sommerbehandlungen lasse ich den Raum möglichst hell; dekoriert wird die Liege mit gelben Handtüchern und Deko-Zitronen oder mit türkisfarbenen Handtüchern. Als attraktiver Blickfang können auch kleine Muscheln auf der Liege verteilt werden.
  • Wenn bei kaltem und nassem Wetter Wellness-Tage gebucht werden, dann sind braune Handtücher kombiniert mit den klassischen Ayurveda-Farben Orange und Dunkelrot ein wahrer Hingucker. Auf jeden Fall müssen Kerzen aufgestellt sein. Besonders gut eignen sich Teelichter, die man in ein Glas stellt. Je mehr Kerzen Sie aufstellen, desto schöner ist die Atmosphäre.

Legen Sie für die Kundin immer einen Bademantel zurecht, auch wenn sie nur eine Massage bucht. Der Bademantel ist ein wichtiges Day-Spa-Element: Er lässt vorahnen, dass man jetzt behandelt wird, und macht ein heimeliges Gefühl. Auch Badeschuhe (am besten aus Kunststoff, denn sie lassen sich gut desinfizieren) und Einwegunterwäsche sind wichtig.

Entspannung von Anfang an

  • Begrüssen Sie eine Kundin immer erst mit einem Tee oder vielleicht auch mit einem Glas Prosecco. Angeboten werden sollte es auf jeden Fall – die Kundin bestimmt dann selbst, was sie möchte. Wichtig ist, dass sie ein paar Minuten Zeit bekommt, um sich auf die Behandlung vorzubereiten, und etwas vom Alltag „runterkommen“ kann – zum Beispiel bei einem Begrüssungsgetränk im Wartebereich.
  • Erst dann begleiten Sie die Kundin in den Day-Spa- bzw. Wellness-Raum. Dort findet sie dann ihren Bademantel vor, die Kerzen brennen, die Behandlungsliege ist vorgeheizt und sie kann sich in aller Ruhe umziehen.
  • In der Zwischenzeit bereiten Sie ein entspannendes Fussbad vor. Denken Sie dabei immer auch an eine ansprechende Optik: Dekorieren Sie die Fussbadeschüssel mit Zitronen- oder Orangenscheiben, Rosenblüten oder Ähnlichem.
  • Bereiten Sie ausserdem einen kleinen Servierwagen vor mit Teekanne, Säften oder anderen Getränken, damit die Kundin nicht warten muss, bis Sie ihr etwas nachschenken, sondern sie sich jederzeit selbst bedienen kann.

Autorin: Beate Bernhard