Trend Antipollution - Saubere Sache!

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Schädliche Einflüsse aus der Umwelt können sich negativ auf die Haut auswirken und begünstigen eine frühzeitige Hautalterung. Empfehlen Sie Ihrer Kundin also die richtige Pflege.

 

Antipollution heisst Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen. Etwa 20.000 Mal am Tag atmen wir ein, dabei inhalieren wir nicht nur den lebensnotwendigen Sauerstoff, sondern auch ein Gemisch aus Millionen kleinster Partikel. Feinstaub, Gase, Schwermetalle, Ozon und Zigarettenqualm können nicht nur durch unsere Atemwege in das menschliche System gelangen. Diese Luftschadstoffe sind auch purer Stress für die Haut und begünstigen eine frühzeitige Hautalterung.

 

Zellulärer Stress

Russpartikel, Dieselabgase und Kohlenstaub fallen auch unter die Kategorie Feinstaub. Sie erzeugen freie Radikale, sogenannte aggressive Sauerstoffmoleküle, als Abfallprozess des Zellstoffwechsels. In ihrem Entstehungsprozess kommt es zur Oxidation und sorgt so für zellulären Stress. Durch die geringe Grösse setzen sich die Partikel zusätzlich vermehrt auf der Haut ab. Die an ihnen haftenden Schadstoffe können in die Haut eindringen und sie schädigen. Die eigentliche Aufgabe der Haut ist es, den Organismus vor schädlichen äusseren Einflüssen zu schützen. Gerät sie aus dem Takt oder wirken extreme Umweltfaktoren ein, benötigt die Haut gezielte Unterstützung. Es reicht schon lange nicht mehr aus, sich von allen Verunreinigungen, die sich während des Tages angesammelt haben, durch eine gründliche Reinigung zu befreien.

 

Die Hautbarriere stärken

Das A und O ist, die Hautbarriere in ihrer natürlichen Abwehrfunktion zu stärken und sie zu unterstützen. Um der Haut einen Schutzschild vor schädlichen Umwelteinflüssen zu bieten, können Filmbildner als zweite Haut dienen. Zum einen verhindert eine nicht okklusive Schutzschicht das Eindringen der Schadstoffe in das Gewebe, zum anderen können am Ende des Tages die auf der Schutzschicht angelagerten Partikel mit der richtigen Reinigung besser von der Haut abgenommen werden. Dazu eignen sich z.B. Biosaccharide, welche sich durch eine hervorragende Verträglichkeit auszeichnen.

 

Antioxidanzien

Durch eine ausreichende Zufuhr an Antioxidanzien kann man sich aktiv gegen freie Radikale zur Wehr setzen. Diese Stress-Killer-Substanzen können u. a. sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole oder Flavonoide sein. Durch die positiven Eigenschaften von Resveratrol, einem Langlebigkeitsenzym, das in der Haut aktiviert wird und in den Alterungsprozess der Zellen eingreift, können wir unsere Hautzellen schützen. Zudem übernehmen Antioxidanzien auch die Reparatur entstandener Zellschäden und regenerieren die Zellen sowohl am Tag als auch in der Nacht. Innovative Verarbeitungsverfahren für Antioxidanzien können zudem die Bioverfügbarkeit erhöhen und lassen diese Substanzen besser in die Haut diffundieren und eine erhöhte Wirksamkeit erzielen.

 

Lichtschutz

Die tägliche Belastung durch UV-Strahlen sorgt für zusätzlichen Zellstress. Hierdurch kommt es zu einer gestörten Zellteilungsrate. Auch der Abbau von Kollagen und Elastin in den tieferen Hautschichten wird gefördert. Die Haut wird schlaffer und neigt zu Falten. Ein sonnengeschädigtes Hautbild tendiert ausserdem zu Pigmentstörungen und einer Erweiterung der Blutgefässe. Bei einer konzeptionell gut durchdachten Antipollutionpflege ist daher darauf zu achten, dass die Tagespflege einen integrierten Lichtschutz enthält. Chemische und physikalische Lichtschutzfaktoren schützen unsere Haut vor Schädigungen aufgrund von UVStrahlen und mindern das Risiko von Pigmentverschiebungen und frühzeitiger Hautalterung durch sogenanntes Photoaging.

 

Mehr Feuchtigkeit

Die Haut kann zusätzlich gestärkt werden, indem sie ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt wird. Denn eine gut durchfeuchtete Haut kann wie ein Schutzfilter gegen Umweltfaktoren wirken. Feuchthaltefaktoren wie z.B. Hyaluronsäure und Hautbarrierestärkende Wirkstoffe wie ß-Glucane bauen die Hautstruktur auf und bieten so Schutz vor äusseren Stressfaktoren.

Eine gesunde Hautflora trägt zur Stärkung der Abwehrkräfte bei. Ist die Hautbarriere beeinträchtigt, reagiert die Haut mit Juckreiz, Rötungen und Reizung auf äussere Stressfaktoren. Wichtig ist daher, die Haut stets gut zu versorgen, zu stärken und im Gleichgewicht zu halten. Aktivstoffe, die die Hautflora stärken, können dabei wie ein natürliches Antibiotikum wirken.

 

Fazit

Wer für den Kampf gegen schädliche Umwelteinflüsse gewappnet sein will, stimmt die Pflege auf die individuellen Bedürfnisse seiner Haut ab. Die richtige Reinigung, eine schützende Tagespflege, eine restrukturierende Nachtpflege und Zusatzprodukte wie Seren oder Masken bilden ein solides Fundament für eine intakte, gut versorgte Haut als unsere Schutzhülle nach aussen. Das Risiko von frühzeitiger Faltenbildung, Kollagenabbau, Pigmentflecken, einer hypersensiblen Haut, Entzündungen oder geweiteten Gefässen wird bewusst reduziert. Die geschulte Fachkosmetikerin hat jetzt alle Trümpfe in der Hand und kann durch gezielte Beratung innerhalb der Kosmetikbehandlung ein darauf abgestimmtes Antipollution-Heimpflegekonzept erstellen. Um ein rundes Konzept zu erhalten, sollte bei der Wahl der richtigen Pflegeprodukte also am besten darauf geachtet werden, dass sie die folgenden drei Antipollution-Kriterien erfüllt:

1. Schutz vor Verunreinigungen durch die Umwelt mithilfe von geeigneten Filmbildnern.

2. Schutz vor freien Radikalen durch die Zugabe von Antioxidanzien, sowie Lichtschutzfiltern.

3. Stärkung der Hautbarriere durch ausreichende Versorgung mit Feuchtigkeit.

Das Thema Antipollution betrifft jeden Hautzustand. Hier gilt also: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Ihre Kundinnen sollten sich rechtzeitig schützen.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der BEAUTY FORUM Edition Swiss 7+8/17.

 

Jasmin Hillenbrand

Die Chefkosmetikerin mit Spezialisierungen auf apparative Kosmetik und Problemhaut arbeitet für Rimpler Cosmetics als nationale/internationale Schulungsleiterin. Sie kennt die neuesten Trends in der Kosmetikbranche.

 

Sandra Zerbe

Die staatlich geprüfte Kosmetikerin und Chemielaborantin hat mehr als 10 Jahre Erfahrung in der Kosmetikindustrie. Bei Rimpler Cosmetics arbeitet sie in der Produktentwicklung und Qualitätssicherung.