Hände lügen nicht

Foto: DenisProduction.com/Shutterstock.com
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Alterserscheinungen

 

Die Hände zeigen oft als Erste, dass ein Mensch altert. Schliesslich sind sie hohen Belastungen ausgesetzt und werden meist nicht so gepflegt wie Gesicht und Dekolleté. Unsere Expertin zeigt welche Alterserscheinungen es an Hand und Nagel gibt und was man dagegen tun kann. 

Jeder kennt es: Im Lauf der Zeit wird die Haut trockener und verliert an Elastizität. Die Haut erscheint fahler und schlaffer. Adern treten stärker hervor und Falten entstehen. Das gilt besonders für die Hände. Mit zunehmendem Alter werden weniger elastische Bestandteile wie Kollagen und feuchtigkeitsbindende Bestandteile wie natürliche Feuchthaltefaktoren produziert. Die durch die UV-Strahlung ausgelöste Radikalbildung führt zu Veränderungen der Proteine und beeinträchtigt ebenfalls die Kollagenproduktion. Zudem führt die UV-Strahlung zur Bildung von Pigmenten, die sich in bestimmten Bereichen sammeln und zu den sogenannten „Altersflecken“ werden.

Doch nicht nur die Haut altert, auch die Nägel zeigen Veränderungen. Sie werden rauer, wachsen langsamer, neigen dazu, brüchiger zu sein, werden blasser oder gelblich und Längsrillen zeigen sich. Dies wird nicht durch Nährstoffmangel, sondern durch die normale Hautalterung, die auch das Nagelbett betrifft, verursacht. Durch die langsamere Zellteilung verlangsamt sich auch das Nagelwachstum. Da verschiedene Zellen sich unterschiedlich schnell teilen und die Unterschiede grösser werden, bilden sich mehr und mehr Längsrillen auf den Nägeln. Um diesen Zeichen der Alterung an Händen und Nägeln entgegenzuwirken, gibt es einige Tipps und Tricks.

 

Handpflege

Der wichtigste Pflegetipp ist, die Hände nicht zu vernachlässigen, sondern bei der Pflege dem Gesicht und den Haaren gleichzusetzen. Gönnen Sie Ihren Händen regelmässig ein Wellnessprogramm, das sie verdient haben. Beginnen sie mit einem Peeling, das abgestorbene Hautzellen entfernt und für geschmeidige Hände sorgt. Eine anschliessende Massage mit einem reichhaltigen Pflegeprodukt verleiht der Hand Zartheit und entspannt den Körper. Handpflegeprodukte sind heute perfekt auf die Bedürfnisse der Hände und teilweise sogar der Nägel abgestimmt. Sie spenden Feuchtigkeit und reichhaltigere Cremes wirken sogar rückfettend. Achten Sie bei der Wahl des Handpflegeprodukts auf individuelle Bedürfnisse. So kann Kollagen für mehr Spannkraft sorgen und Q10 die Regenerationsfähigkeit erhöhen. Hyaluronsäure polstert trockene Haut auf und spendet Feuchtigkeit. Bei rissiger Haut helfen Produkte mit natürlichen Feuchthaltefaktoren wie Urea, um die Haut geschmeidig zu machen.

Viele Handpflegeprodukte enthalten zudem einen Lichtschutzfaktor oder sogar Substanzen wie Arbutin oder Niacinamid, die die Haut aufhellen und Pigmentflecken weniger stark erscheinen lassen. Bei besonders trockenen und rissigen Händen können zudem spezielle Paraffinbäder helfen. Dabei wird die mit einem Pflegeprodukt behandelte Hand in ein Bad mit warmem Paraffin getaucht, das um die Hand herum erhärtet. Dies wird etwa eine Viertelstunde auf der Hand belassen, damit die Wirkstoffe besser in die Haut einziehen. Die Hand dabei in einen Handschuh oder ein Handtuch einwickeln.Statt Paraffin kann auch eine Handmaske oder ein Handöl über Nacht unter einem Baumwollhandschuh genutzt werden.

 

Nagelbehandlung

Für schöne, gleichmässige Nägel gibt es ebenfalls viele Produkte. Gegen splitternde Nägel hilft es, die Nägel regelmässig mit einem speziellen Öl oder einer Nagelcreme zu behandeln. Diese Produkte sollten in die Nägel einmassiert werden. Das macht nicht nur die Nägel geschmeidiger, sondern erhöht auch die Durchblutung des Nagelbetts. Das wiederum erhöht die Nährstoffversorgung im Nagelbett, die das gleichmässige Wachstum der Nägel fördert. Nagelhaut sollte nicht geschnitten, sondern nur vorsichtig zurückgeschoben werden. Ist sie sehr hart, kann ein Handbad oder Nagelhautweicher helfen. Schieben Sie die Nagelhaut vorsichtig und ohne viel Druck aufs Nagelbett zurück, um Verletzungen zu vermeiden. Um die Nägel zur kürzen, sollte immer gefeilt und nicht geschnitten werden. Dabei ist die richtige Feiltechnik wichtig: immer vom Nagelfalz zur Nagelmitte hin feilen, um zu vermeiden, dass die Nägel brüchig und rau werden. Die Verwendung einer relativ feinen Feile verlangsamt den Prozess zwar, ist aber sanfter zur Struktur der Nägel. Mit groben Feilen sollten nur künstliche Nägel gefeilt werden, da sie durch ihre niedrige Körnung den Naturnagel zu stark aufrauen.

 

Wasserkontakt vermindern

Neben der Sonne gibt es einen weiteren Feind für Hände und Nägel: Wasser, besonders in Kombination mit Seife und Desinfektionsmitteln. Wasser entzieht der Haut Feuchtigkeit, Seife und Desinfektionsmittel zudem Lipide. Tragen Sie beim Geschirrspülen oder Putzen daher möglichst Handschuhe, um den Kontakt mit Wasser zu vermindern. Tragen Sie nach dem Händewaschen eine Pflegecreme auf, um die Hautfeuchtigkeit zu erhöhen und fehlende Lipide zu ersetzen. Wer viel Kontakt mit Wasser und Desinfektionsmitteln hat, sollte vorher spezielle Hautschutzcremes anwenden. Diese bilden einen Schutzfilm, der den Kontakt von Substanzen und Haut minimiert.

 

Invasive Techniken

Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit invasiven Techniken langfristige polsternde und straffende Effekte zu erzielen. So kann Hyaluronsäure unter die Handhaut injiziert werden. Dies polstert für etwa sechs Monate. Die Behandlung mit eigenem Plasma verspricht eine langfristigere Aufpolsterung. Dunkle Flecken können durch eine Laserbehandlung aufgehellt werden. All diese Behandlungen sollten nur von Fachpersonal mit einer entsprechenden Ausbildung ausgeführt werden.

 

Gesunde Ernährung

Und selbst Wasser kann hautfreundlich sein: Wenn Sie es reichlich trinken, ist es ein Jungbrunnen für Ihre Haut. Kombiniert mit einer ausgewogenen mineralstoff- wie vitaminreichen Ernährung ist das neben der Pflege der beste Tipp für eine gesunde, straffe und widerstandsfähige Haut – nicht nur an den Händen.

 

 

Dr. Evelyn Fein

Die Molekular- und Zellbiologin ist als Regulatory Affairs and Quality Managerin verantwortlich für die regulatorischen Aspekte und die Qualität der Kosmetikprodukte bei der Gustav Baehr GmbH.