Der Körper als offenes Buch

Foto: Africa Studio/Shutterstock.com
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Schwachstellen im Körper können sich auf vielfältige Art und Weise mitteilen. Vieles ist uns von Arztbesuchen bekannt. Dort schaut der Arzt auf die Färbung der Haut, die Farbe des Augenweiss, ob Gelenke geschwollen sind, die Zunge belegt ist usw. und er tastet den Körper ab, um Rauigkeit, Druckschmerz und Ähnliches zu ermitteln. Diese Körperschau vermittelt ihm einen ersten Verdacht auf eine Krankheit oder ein Krankheitsgeschehen, welches er dann gegebenenfalls durch apparative Diagnoseverfahren und Untersuchungen von Blut, Urin etc. zu bestätigen sucht. Der ganze Körper kann Schwachstellen aufweisen.

Sichtbare Zeichen

Viele dieser sichtbaren Zeichen können uns in unserem kosmetischen Alltag begegnen. Vieles dazu haben wir unter Umständen schon während unserer kosmetischen Ausbildung gelernt. Zum Beispiel, dass Rosacea eine Gefässerkrankung ist und somit nicht nur das Gesicht betrifft. Haben Sie also einen Kunden mit dieser Diagnose, können Sie ihm auf den Kopf zusagen, dass er bzw. sie zumindest unter Besenreissern, wenn nicht gar unter Krampfadern an den Beinen leidet. Diese Information kann auch für Sie sehr wichtig sein, wenn Sie z.B. eine Massage der Beine durchführen wollen. Im Normalfall befassen wir uns im kosmetischen Alltag allerdings mit der Region des Gesichtes, des Halses und des Dekolletés. Daher soll hier auch der Schwerpunkt liegen. 

Schuppige Haut

Schuppige Haut ist ein sehr weit verbreitetes Problem, das den ganzen Körper befallen kann. Oftmals ist die Ursache genetisch bedingt. Im Winter verschlimmert sich der Zustand durch die reduzierte Eigenfettproduktion.

Mögliche Ursachen: 

Erkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis oder Ichtyosis. Es kann auch ein Pilzbefall vorliegen. Achtung: Sind nur einzelne Stellen vornehmlich an sonnenexponierten Stellen betroffen, kann es sich auch um eine aktinische Keratose handeln. Zur Diagnose der Ursache sollte an einen Arzt verwiesen werden.

Behandlungsmöglichkeiten durch die Kosmetikerin: 

Verwendung von kalziumhaltigen Produkten, da diese die Produktion des hauteigenen Fetts verbessern, oder die Verwendung von Produkten mit hautidentischen Ceramiden zur Barrierereparatur. Auch ein pH-Wert-Management der Haut durch Verwendung von ansäuernden Produkten empfiehlt sich. Optimal sind hier Puffersysteme, die die Haut in einem sauren Milieu halten. Alle oben genannten Massnahmen sollten die Kunden zu Hause in der Heimpflege fortführen. Oftmals möchten die Kunden ihre schuppige Haut durch vermehrtes Peeling beseitigen. Das führt dann allerdings zu einer Schädigung der ohnehin schon gestörten Hautbarriere und die Schuppen können sich verstärken. Ein apparatives Peeling im 
Institut wie die Mikrodermabrasion kann dennoch sinnvoll und geeignet sein. Aber: Es sollte grundsätzlich erst eine ärztliche Diagnose gestellt werden, damit die Kosmetikerin die weiteren kosmetischen Behandlungsmöglichkeiten richtig einschätzen kann. Und: Wir behandeln beim Vorliegen einer Erkrankung diese nur therapiebegleitend.