Sauer vs basisch

Foto: Jentschura International GmbH
Foto: Jentschura International GmbH

Ganze neun Monate liegt der Embryo im basischen Fruchtwasser mit einem pH-Wert von 8,5. Zu keinem späteren Zeitpunkt ist unsere Haut so gesund, duftend und basisch wie direkt nach der Geburt. Im Laufe des Lebens sinkt jedoch der pH-Wert unserer Haut zunehmend in den sauren Bereich. 

Sämtliche Stoffwechselprozesse in unserem Körper sind abhängig von bestimmten pH-Werten in unserer Umgebung. Unsere heutigen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten gestalten sich zunehmend säurelastig, wodurch die Tendenz im Körper zum Säureüberschuss geht. Dieser Überschuss muss vom Organismus abgepuffert oder ausgeleitet werden, um die Säure-Basen-Balance auf Dauer zu halten. Dieser Ausgleich erfolgt im Blut und im Bindegewebe, in Lunge, Nieren und Knochen. Ein Grossteil der Ausscheidungen erfolgt über unsere Haut, wodurch sich der niedrige pH-Wert (durchschnittlich pH 5,5) an ihrer Oberfläche erklärt. Eine Überlastung dieses Stoffwechselweges und die damit verbundenen sauren Ausscheidungen führen bei vielen Menschen zunehmend zu unangenehmen Hauterscheinungen.

Übermässiges Schwitzen, Juckreiz, unreine Haut, Hautallergien oder Schuppen sind also Hinweise auf eine Dysbalance im Säure-Basen-Haushalt. Der Schweiss besteht zu 99% aus Wasser; weitere Bestandteile sind Natrium, Kalium, Harnstoff, Ammoniak, Zucker, Cholesterin und einer Vielzahl an Säuren wie bspw. Harnsäure, Milchsäure, Fettsäuren, Ascorbinsäure und Aminosäuren. Die Schweisszusammensetzung zeigt deutlich, dass sich der Organismus über das Schwitzen von schädlichen Stoffwechselendprodukten entlasten möchte. 

Basische Treatments

Basische Körperpflege unterstützt die wichtige Ausleitung von Säuren über die Haut und sorgt langfristig für ein gesundes Hautmilieu. Ein weiterer angenehmer Effekt basischer Körperpflege ist die gesunde Eigenrückfettung der Haut, die durch regelmässige basische Anwendungen angeregt wird. Der hauteigene Hydrolipidmantel wird somit gestärkt und regeneriert. Die Unterstützung der Entsäuerung durch basische Körperpflege über unser grösstes Ausscheidungsorgan Haut entlastet zudem die Nieren und die Lunge in ihrer Abpufferfunktion. 

Da Säuren und Basen stets aufeinander reagieren, kann die basische Hautpflege den Organismus dazu anregen, abgelagerte Säuren aus den Zellen zu lösen und an die basische Umgebung abzugeben. Die Säuren werden von den OH--Ionen im basischen Wasser wie von einem Magneten angezogen. Saure Körperpflegemittel hingegen unterbinden die Austauschvorgänge über die Haut, weil sie die Poren verschliessen. Basische Treatments sind:

 

  • basische Vollbäder,
  • basische Fussbäder, 
  • basisches Duschbäder,
  • basische Wickel,
  • basische Körper- und Gesichtsbehandlungen.

 

Durch basische Hautpflege wird das Hautmilieu ins Gleichgewicht gebracht und der Hydrolipidmantel gestärkt. Daher ist sie für jeden Hauttyp geeignet, besonders auch für Kunden mit empfindlicher Haut. Bei pflegebedürftiger Haut kann im Anschluss an die basische Körperreinigung zusätzlich eine naturbasierte basische Hautpflege verwendet werden. 

Zustand der Haut wichtig

Die Auswahl des richtigen Pflegeproduktes treffen Sie nach einer ausführlichen Hautanalyse entsprechend dem Hautzustand Ihrer Kundinnen. Dabei ist nicht der Hauttyp entscheidend, sondern der Zustand der Haut, welcher durch das innere Milieu des Körpers bestimmt wird. Der pH-Wert des Treatments sollte individuell auf den Hautstatus Ihrer Kundinnen abgestimmt werden. Problemhaut, oftmals resultierend aus einem Übermass an Schadstoffen, kann zunächst mit leicht sauren Pflegeprodukten natürlichen Ursprungs zurück in die Balance gebracht werden. 

Basische Versorgung

Machen Sie Ihre Kundinnen darauf aufmerksam, dass sie neben der äusserlichen Pflege die Versorgung von innen mit basenbildender Ernährung unterstützen können. Um den Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen, sollten 80 Prozent basenbildende und neutrale Lebensmittel wie Gemüse, Obst, gute Pflanzenöle und glutenfreie Pflanzen verzehrt werden. Die anderen 20 Prozent bilden dabei säurebildende Nahrungsmittel, die in Massen genossen auch wichtig für den menschlichen Stoffwechsel sind, wie proteinreiche Hülsenfrüchte, Geflügelfleisch, Fisch und Milchprodukte. Eine gesunde, mineralstoffreiche Ernährung unterstützt den Körper über alle Puffersysteme bei der Entsäuerung und trägt zu einem schönen Hautbild bei. Mit einem omnimolekularen Pflanzengranulat wird die Säureausscheidung gefördert, da Säuren und Schadstoffe neutralisiert und die Ausscheidungsorgane gestärkt werden. Zudem sollte auf eine ausreichende Zufuhr von mineralstoffarmen Wasser geachtet werden, um die Säuren und Schadstoffe besser ausscheiden zu können.