Pflege von Männnerhaut

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Dass die Haut von Männern einer anderen Pflege bedarf als weibliche Haut, ist bekannt. Die physiologische Erklärung dafür hat Autorin Anke Kleiner.

Männliche Haut ist im Gegensatz zu weiblicher Haut um etwa 20% dicker und im Regelfall unempfindlicher. Sie weist viel mehr und grössere Poren auf als weibliche Haut und zeichnet sich durch eine höhere Aktivität der Talgdrüsen aus, die bis zu doppelt so viel Talg produzieren. Dadurch ist auch der Hautschutzfilm wesentlich robuster, was dazu führt, dass der transepidermale Feuchtigkeitsverlust viel geringer ist als bei Frauen. Da die Haut Feuchtigkeit besser bindet und somit das Stratum corneum zumindest bis ca. zum 40. Lebensjahr besser durchfeuchtet ist, wirkt die Haut praller und neigt weniger zu Trockenheit. Trockenheitsfältchen sind daher eher selten. Während weibliche Haut ab 40 Jahren immer weniger Lipide produziert, bleibt die männliche Talgdrüsenaktivität bis ins hohe Alter gleichbleibend hoch. Zudem verfügt männliche Haut über mehr Kollagen, was der Haut Festigkeit verleiht. Die Faltenbildung tritt aufgrund der oben genannten Hauteigenschaften bei Männern später ein als bei Frauen. Bei fortschreitender Hautalterung verliert aber auch Männerhaut an Spannkraft, denn Kollagen wird im Laufe der Jahre kontinuierlich abgebaut. Bei Frauen wird dieser Abbau erst mit den Wechseljahren eklatant. Insgesamt scheint die Haut bei Männern später und langsamer zu altern. Allerdings geschieht dies dann relativ abrupt. Die Folge sind tiefere Falten im Gesicht, einhergehend mit einem Abbau der Gesichtsmuskulatur. Tränensäcke und dunkle Ringe unter den Augen sind bei Männern mit zunehmendem Alter weit verbreitet.

 

Trotzdem pflegebedürftig!

Grundsätzlich scheinen die Vorteile der männlichen Haut zu überwiegen. Es stellt sich die Frage, ob sie überhaupt gepflegt werden muss. Selbstverständlich, denn auch Männerhaut weist gewisse Defizite auf. Die durch das männliche Hormon Testosteron gesteuerte Hautbeschaffenheit bringt es beispielsweise mit sich, dass die Haut aufgrund der vermehrten Talgproduktion in jüngeren Jahren verstärkt zu Unreinheiten neigt. Es wird definitiv mehr Talg produziert, als die Haut benötigt. Das kann zu verstopften Follikelausgängen führen. Zudem ist das Porenbild viel grösser, sodass die Haut insgesamt weniger fein wirkt. Selbst wenn die Hautalterung viel später offensichtlich wird als bei Frauen, ist auch männliche Haut davor nicht gefeit. Nicht zu vernachlässigen sind die Strapazen der täglichen Rasur. Dadurch wird die äussere Hautschicht abgetragen und die Haut wird empfindlicher. Pickel oder sogar Rasurbrand können die Folge sein.

 

Problemlöser gesucht

Aufgrund der genannten Unterschiede ist es notwendig, Männerhaut anders zu pflegen als weibliche Haut. Eine Feuchtigkeitspflege, die auch rückfettend wirkt, ist hier eine gute Wahl. Natürlich darf man nicht pauschalisieren. Selbstverständlich gibt es auch Männer, die Empfindlichkeiten haben oder sogar ein trockenesHautbild aufweisen. Deshalb ist auch hier eine hauttypspezifische Gesichtspflege unerlässlich. Fundierte Beratung kann hier sehr hilfreich sein. Oft geht es Männern darum, ein akutes Problem wie Unreinheiten oder Rasurbrand zu lösen. Es reicht jedoch nicht, ein Pflegeprodukt für Männer zu benutzen, das dann alle Defizite beseitigen soll. Um das Hautbild nachhaltig zu verbessern, ist eine regelmässige, fundierte Hautanalyse nötig. Diese gibt Aufschluss über die aktuellen Bedürfnisse der Haut. Eine erfahrene Kosmetikerin kann hier die richtige Systempflege zusammenstellen, die die Jugendlichkeit der Haut lange bewahrt und nicht nur ein akutes Hautproblem löst.

 

Beliebtes Tool

Um männliche Neukunden anzusprechen, können Aktionen mit Hautanalysegeräten interessant sein. Die Methoden sind wissenschaftlich fundiert, zeigen etwaige Defizite analytisch auf und verleihen der Einschätzung der Kosmetikerin noch mehr Substanz. Ideal sind Geräte, die schnelle, aber prägnante Analysen ermöglichen, am besten unter Nutzung modernster Technologie. Neuartige Geräte unterstützen mit vollautomatischen Pflege-

und Behandlungsempfehlungen per E-Mail. Die Kosmetikerin gewinnt dadurch in ihren Aussagen noch an Glaubwürdigkeit und durch die automatische Pflegeempfehlung wird zugleich die Brücke zu mehr Verkaufsumsatz geschlagen. Eine interessante Win-win-Situation für beide Seiten.

 

Den vollständigen Text finden Sie in der BEAUTY FORUM Edition Swiss 10/17.

  

Anke Kleiner

Die studierte Betriebswirtin kam vor über 10 Jahren aus der Medizintechnik in die professionelle Kosmetikbranche. Sie leitet heute Marketing und Produktmanagement in der deutschen Niederlassung von Thalgo Cosmetic.