Alltagskniffe gegen Falten

Foto: www.awaken-beauty.de; Haare: Ehlen- Die Friseure Wittlich; Make-up Technik: Beautist®

 

Ob Schlafen auf dem Bauch, mit dem Strohhalm trinken oder in die Sonne gehen: All das sind tägliche Verhaltensweisen, fördern aber die Falten im Gesicht. Kosmetikerin Stephanie Seng erklärt, welche Tipps gegen Faltenbildung Sie Ihrer Kundin mitgeben können.

 

Es gibt in unserem Institutsalltag verschiedene Hautprobleme, z.B. die fettarme Haut, die feuchtigkeitsarme Haut, die empfindliche Haut und die unreine Haut. Eines haben alle Hauttypen gemeinsam, die Mimikfältchen. Es ist ja leider so: Hat man erst einmal die jugendliche unreine Haut hinter sich gebracht, kann man sich direkt und ohne Umwege auf die Faltensuche begeben. Denn alles, was wir bis hierher erlebt und gelebt haben, finden wir als kleine Fältchen in unserem Gesicht wieder. Ein gelebtes Leben und auch schon ein junges gelebtes Leben zeigen alle unsere Emotionen. Von Ärger über Freude bis hin zu Sorgen und Anspannungen, ob wir oft lachen oder oft unsere Stirn runzeln – all das finden wir in unserem Ausdruck wieder.

 

Wie entstehen Falten?

Unser Gesicht hat insgesamt 26 Muskeln, acht hiervon sind für unsere Mimik verantwortlich. Immer, wenn sich diese Muskeln zusammenziehen, faltet sich die damit verbundene Hautpartie. Mit der Zeit verliert die Haut an dieser Stelle die Spannkraft und die ersten Linien und Fältchen bilden sich. Bestimmte tägliche Angewohnheiten fördern diesen Prozess; schauen wir doch einmal, welche das sind. Aber bitte niemals mit dem Lachen aufhören. Denn die Lachfältchen um die Augen herum verleihen jedem Gesicht, ob jung oder alt, ein freundliches Erscheinungsbild.

 

1)    Unsere beliebte Schlafposition kann durchaus Falten verursachen.

Denn schlafen wir auf dem Bauch oder auf der Seite, so kann das „Hineinwühlen“ ins Kissen Druck auf unsere Kollagenund Elastinfasern ausüben. Über die Jahre führt dies zu Falten auf den Wangen, der Stirn und dem Kinn. Was tun? Schlafposition ändern: Immer auf dem Rücken schlafen und ein Kopfkissenbezug aus Satin reduzieren die Knitterfaltenbildung beim Wenden in der Nacht.

 

2)    Und dann gibt es da noch die Aussage, dass die Mimik ein Hauptfaktor der Kommunikation ist.

Klar, niemand möchte sich mit einem starren Gesicht unterhalten, aber sich ständig wiederholende Gesichtsausdrücke graben sich tief in die Haut ein. Denn durch die vielen Wiederholungen verspannt sich die Gesichtsmuskulatur irgendwann und verliert die Flexibilität. Dadurch entstehen nicht nur kleine feine Linien, sondern oft prominente Falten.

 

3)    Übrigens, auch ein unbewusstes Bewegen der Muskeln

kann diese überreizen. Daher sollte ein starkes Ziehen und Zerren während der Reinigung oder des Schminkens vermieden werden.

 

4)    Bei meinem letzten Zahnarztbesuch wurde mir empfohlen, mit dem Strohhalm zu trinken.

So werden Zucker und Säuren an meinen Zähnen vorbeigeschleust. Sicherlich ein grossartiger Tipp für die Zähne, jedoch nicht für meine Oberlippe. Macht man den Test und schürzt die Lippen einmal, sieht man gleich die Fältchen und diese können auf Dauer bleiben. Dasselbe gilt natürlich auch für das Rauchen – wobei dies ja generell die Hautalterung fördert. Bleibt die Entscheidung: schöne Zähne oder eine schöne Lippenkontur.

 

5)    Auch das Tragen von Kontaktlinsen bzw. die Art, wie sie eingesetzt und herausgenommen werden, spielt eine Rolle.

Denn dabei können kleine Fältchen, Linien und unschöne Tränensäcke entstehen. Hierbei ist es wichtig, dass man sich genügend Zeit nimmt und dies ganz sanft und entspannt macht. Denn wenn es schnell gehen muss, tut man dies eventuell auch mal etwas harscher.

 

6)    Die Heizungsluft im Winter führt häufig zu einer trockenen und feuchtigkeitsarmen

Haut.

Durch die wiederum können vermehrt kleine Plissee-Fältchen entstehen. Gleiches gilt auch für die trockene Luft aus der Klimaanlage.

 

7)    Selbst unser Handy verursacht Fältchen und Linien.

Denn wer ständig auf das Display starrt, runzelt häufig angestrengt die Stirn, und der Hals ist geknickt. Hierbei entstehen Fältchen an Augen, Stirn und Hals. Mein Tipp: Öfter mal beiseitelegen. Denn dies entspannt generell unser Leben.

 

8)    Selbstverständlich darf die UV-Strahlung hier nicht fehlen.

Es ist nicht neu, dennoch wird häufig übersehen, dass wir die UV-Strahlung als lebenswichtige Quelle für das Vitamin D benötigen. Es fördert sogar die Regeneration von Hautzellen und setzt etliche Prozesse des Körpers in Gang. Extreme Sonnenzeiten zwischen 10 und 16 Uhr sollten unbedingt gemieden werden, der „Akku“ hingegen kann am besten in den frühen Morgenstunden aufgeladen werden.

 

9)    Viele von uns lieben die heisse Dusche am Morgen oder Abend.

Doch durch die starke Wärme werden der Haut ihre natürlichen Öle entzogen, die als Schutzbarriere dienen. Ohne diesen Schutz wird unsere Haut anfälliger für die Fältchenbildung.

 

10) Diäten sind leider auch ein Faltenproduzent.

Durch eine zu fettarme Ernährung verlieren wir unsere guten Omega- 3-Fettsäuren in der Haut. Diese festigen nämlich als Baustein in unserer Zellmembran unsere Haut. Ausserdem unterstützen gute Fette die Aufnahme von Antioxidanzien, die gegen eine Faltenentstehung ausgesprochen wirksam sind.

 

Ideen gegen Falten

Dies waren zehn Ursachen bzw. Angewohnheiten, die die Entstehung von Falten begünstigen können. Spätestens an dieser Stelle des Textes hat sich sicherlich bei jedem eine Sorgenfalte gebildet. Tipps und Ideen gegen die Bildung von Fältchen sind angebracht und auch wichtig. Aber auch umsetzbar? Betrachte ich meinen eigenen Lifestyle, sage ich Nein. Ich sage bewusst Nein, denn würde ich all diese Angewohnheiten ändern, so wäre mein Gesicht nicht faltenfreier. Es gäbe nur andere Falten wie z.B. Sorgenfalten, Zornesfalten und tiefe Stirnfalten, weil ich mich ständig fragen würde, warum ich keinen Spass mehr im Leben habe. Ja, ich schlafe auf der Seite und ich finde es toll. Denn am Morgen bin ich ausgeruht und gehe erst einmal unter die heisse Dusche. Im Winter freue ich mich sehr, wenn die Heizung an ist und ich nicht frieren muss. Wenn ich Freunde treffe, trinke ich auch gerne mal mit dem Strohhalm, und man sagt mir nach, dass ich eine starke Gesichtsmimik bei der Kommunikation habe. Diese sehe ich übrigens nicht als wichtigen Kommunikationsfaktor an, sondern einfach nur als vorhanden. Im Sommer sitze ich auch sehr gerne mal mit meinen Freundinnen zum Mittagessen in der Sonne und geniesse es. Diäten mache ich generell sehr selten, aber ob die Fette, die ich zu mir nehme gut oder böse für meine Haut sind, beachte ich eher selten.

 

Fazit

Falten gehören zu unserem Leben, zu unserer Mimik und zu uns selbst. Sie sind Ausdruck unseres Seins. Natürlich steht es jedem frei, die Merkmale zu beachten, aber macht das glücklich und zufrieden? Für mich ist es in jeder Behandlung wichtig, meinen Kunden auch in ihrem Selbstvertrauen und Bewusstsein zu stärken. Dank der heutigen Möglichkeiten in der Gesichtspflege kann man vieles ausgleichen und verschönern.

 

 

Den vollständigen Text mit Beispielbildern finden Sie in der aktuellen Ausgabe 09/17 der BEAUTY FORUM Edition Swiss.

 

Stephanie Seng

Die Kosmetikerin und Hautpflegeexpertin betreibt ihr eigenes Kosmetikinstitut Schoonheid Cosmetics in der Nähe von Freiburg (Deutschland). Sie hat sich auf die Gesundheit der Haut und das individuelle Hautpflege- und Skincoaching spezialisiert.