Wellness für Schwangere - Behandlungstipps

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Schwangerschaft und Geburt sind sowohl körperlich als auch mental eine grosse Herausforderung für Frauen. Zeit für Entspannung ist gerade in der Schwangerschaft sehr wichtig. Worauf Sie als Kosmetikerin bei schwangeren Kundinnen achten sollten, erklärt Ihnen die Besitzerin des Sassa B Day Spas, Alexandra Burger.

 

Eine Schwangerschaft ist ein bedeutsamer und prägender Einschnitt im Leben vieler Frauen. Die Schwangerschaft bringt viele Veränderungen mit sich – nichts ist mehr so, wie es vorher einmal war. Die werdende Mutter muss sich auf die neuen Umstände und Bedingungen einstellen. In dieser Zeit benötigt nicht nur die Haut besonders viel Pflege und Zuwendung. Viele Frauen haben zudem vermehrt Muskelverspannungen vor allem im Rücken- und Nackenbereich, die mit bestimmten Wellnessbehandlungen, wie zum Beispiel Massagen, gelöst werden können. Ganz bewusst haben wir deshalb in unserem Spa unsere Zielgruppe um die Schwangeren ergänzt, um Frauen in dieser Zeit zu einem entspannten Körpergefühl zu verhelfen. Leider wurden über das Thema „Schwangerschaftsmassage“ zahlreiche Fehlinformationen, Mythen und Ammenmärchen verbreitet. Viele Behandler erhalten falsche oder sich widersprechende Auskünfte über Massagen an schwangeren Frauen. Um das Thema professionell anzugehen, haben wir eine qualifizierte Schulung am Institut für Perinatale Massage absolviert. Aus diesem Grund konnten mein Team und ich alle Unsicherheiten ausräumen, weil wir alles Wissenswerte über mögliche Kontraindikationen sowie physiologische und psychische Veränderungen in der Schwangerschaft erfahren hatten.

 

 

Entspannung ist das A und O

Bei der Behandlung von Schwangeren sind folgende Etappen der Schwangerschaft zu beachten:

 

1: Im ersten Trimester (Woche 0–12)

fühlen sich Frauen öfters müde; auch klagen viele über Übelkeit. Ihr Körper steckt viel Energie in die Entwicklung der Plazenta. Auch wenn eine Massage den Embryo nicht gefährden kann und die natürlichen Prozesse nicht gestört werden, soll eine Massage in den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft nicht ausgeführt werden. Während der ersten drei Schwangerschaftsmonate ist die Gefahr für Komplikationen am grössten.

 

2: Im zweiten Trimester (Woche 13–28)

dehnt sich der Uterus bis zum Bauchnabel aus. Die Frau bekommt wieder mehr Energie und meist ist die typische Schwangerschaftsübelkeit auch verschwunden. Der Fokus der Schwangerschaftsmassage liegt auf den Gelenken und Muskeln, die am meisten durch das erhöhte Gewicht beansprucht werden. Die Massage sollte speziell in dieser Zeit die Lymphzirkulation unterstützen.

 

3: Im dritten Trimester (Woche 29–40)

dehnt sich der Uterus bis zum Sternum aus. Schmerzende Muskeln und Gelenke sowie Druck auf den Ischiasnerv und Ödeme (Wassereinlagerungen) sind häufige Beschwerden

während dieser Zeit. Wenn das Baby im Mutterleib heranwächst und immer mehr Raum einnimmt, kommt noch die Kurzatmigkeit hinzu. Die Nacken- und die Rückenmuskulatur sind nun besonders beansprucht und entwickeln nicht selten schmerzhafte Triggerpunkte. Auch der Beinund Pomuskulatur sollte man viel Beachtung schenken, weil der Körper einen anderen Schwerpunkt bekommt. Durch das zusätzliche Gewicht des Bauches wird die Beinmuskulatur vermehrt beansprucht, um den Körper auszubalancieren.

 

 

Das sollten Sie beachten

 

Generelle Kontraindikationen für Massage:

Fieber, Infektionserkrankungen, Diabetes, Entzündung, hoher Blutdruck

 

Lokale Kontraindikationen:

Herpes, Krampfadern, entzündete Nerven, Ekzeme

 

Schwangerschaftsbedingte absolute Kontraindikationen:

Risikoschwangerschaft, Blutungen, vorzeitige Wehen

 

Positive Wirkung der Massage:

Lockerung von Verspannungen, den bevorstehenden Stress der Geburt ausgleichen (körperlich und psychischer Stress)

 

Aromaöle für die Massage:

Bei Rückenschmerzen: Lavendel, Mandarine, Kamille und Weihrauch; bei Schwangerschaftsstreifen: Lavendel, Neroli

 

Wichtig – Darauf sollten Sie achten:

Es sollten immer naturreine und biologisch unbelastete Öle verwendet werden. Stimmen Sie immer mit der Schwangeren persönlich ab, ob ein Öl erwünscht und nicht als unangenehm empfunden wird.

 

 

Alexandra Burger

ist Kosmetikerin und Visagistin mit einer 14-jährigen Berufserfahrung in der Spa-Welt. Sie sammelte Erfahrungen in der 5-Sterne-Hotellerie und auch in verschiedenen Beauty-Instituten in anderen Grossstädten.