Kleider machen Leute - Arbeitskleidung

Foto: Susanne Blair

Als Kosmetikerin sollten Sie immer auf ein gepflegtes Erscheinungsbild Wert legen und dazu zählt auch Ihre Kleidung. Was Sie dabei beachten sollten, verrät Ihnen Bekleidungsexpertin Susanne Blair.

 

Dass die Arbeitskleidung weit mehr kann, als zu zeigen, welcher Berufsgruppe man angehört, zeigt folgendes Gedankenspiel: Man stelle sich vor, während des Einkaufs begrüsse einen die Dame hinter der Käsetheke freundlich. Sie trägt einen Strickpulli in Knallrot. Auch ihre Kolleginnen sind leger unterwegs, vom Tanktop bis zur Latzhose ist alles dabei. Von der Verwunderung über diesen ungewohnten Aufzug abgesehen: Wie hoch wäre das Vertrauen in die Qualität der angebotenen Produkte? Das richtige Outfit drückt Kompetenz aus, schafft Vertrauen und zeigt, dass man jemandem gegenübersteht, der weiss, was er tut. Dies ist einer der Gründe, weshalb die meisten Berufe einen spezifischen Kleidungsstil pflegen.

 

Voraussetzungen

Je nach Einsatzbereich und Berufsgruppe muss die Bekleidung dabei ganz unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen. Das Material ist wichtig, wie auch der Schnitt, und während bei vielen Handwerksberufen die Funktionalität im Vordergrund steht, ist in anderen Bereichen vor allem die Optik wichtig. Darüber hinaus muss Berufsbekleidung, je nach Einsatzgebiet, bestimmte sicherheitsrelevante und hygienische Voraussetzungen erfüllen. Entspricht die Garderobe dem nicht, kann dies im schlimmsten Fall zu versicherungstechnischen und arbeitsrechtlichen Problemen führen.

Während Arbeitskleidung in vielen Jobs selbstverständlich ist, gibt es in anderen Bereichen Nachholbedarf. Speziell in Kosmetikinstituten, Nagelstudios und Wellnessinstituten ist eine einheitliche, der Tätigkeit angepasste Kleidung oft ein Kann, aber kein Muss. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von mangelnder Aufklärung bis zu wirtschaftlichen Aspekten. Grundsätzlich fehlt es jedoch an Vorgaben seitens der Verbände.

 

Regeln für die Branche

In der Kosmetik gibt es einige Regeln, die eingehalten werden sollten. Alltagskleidung wie Jeans, Hoodie und Co. haben in der Kabine und am Nageltisch nichts zu suchen – besonders dann nicht, wenn sie vorher noch zu Hause oder unterwegs getragen wurden. Im Institut ist Hygiene das höchste Gebot, weshalb die Arbeitskleidung auch nur dort getragen werden sollte.

Wer in der Beautybranche tätig ist, sollte zudem ihren Kerngedanken repräsentieren:

In keiner anderen Branche ist der erste Eindruck entscheidender. Deshalb sind Kleidungsstücke, die Zeichen langjährigen Tragens, zeigen, ebenso ungeeignet wie solche mit Flecken oder Schäden.

 

Einheitliche Garderobe

Eine einheitliche Garderobe birgt noch mehr Potenzial. Sie stärkt das Teamgefühl, vermittelt ein harmonisches Gesamtbild und schafft einen Wiedererkennungseffekt, der den Kunden positiv anspricht. Durch Materialien und passende Schnitte, die auf das Tätigkeitsgebiet abgestimmt sind, erleichtert Berufsbekleidung dem Träger zudem den Arbeitsalltag und lässt ihn voll in seine „Rolle“ schlüpfen. Studien zeigen, dass ein solches Outfit nicht nur von den Kunden positiv angenommen wird, sondern auch die Motivation der Mitarbeiter erhöht. Diese identifizieren sich stärker mit ihren Aufgaben, dem Unternehmen und dem Team, was auch nach außen wirkt. Die genannten Aspekte verstärken sich, je wohler man sich in seiner Kleidung fühlt. Deshalb sollte man bei der Wahl der passenden Garderobe bedenken, dass nicht nur die Aufgabengebiete der einzelnen Mitarbeiter variieren, sondern auch ihre körperlichen Voraussetzungen.

 

Corporate Fashion

Für alle, die mit dem Gedanken einer individuellen „Corporate Fashion“ für ihr Studio oder Unternehmen spielen, hier im Folgenden einige Empfehlungen, welche die Umsetzung erleichtern:

– Die Wahl des richtigen Materials sollte an erster Stelle stehen. Da man im Beautybereich stets nah am Kunden ist, muss es atmungsaktiv sein und dem Träger ausreichend Bewegungsfreiheit bieten. Spezielle Kunstfasern oder auch Baumwollgemische, kombiniert mit Stretchfasern wie beispielsweise Lycra, sind eine gute Wahl.

– Der Aspekt der Pflegeleichtigkeit darf nicht vernachlässigt werden, denn die Kleidung wird häufiger gereinigt als normale Kleidung. Flecken durch Make-up, Pflegemittel und Co. gehören zum Tagesgeschäft, weshalb einzelne Teile des Öfteren gewechselt werden müssen. Die Reinigung darf nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen und die Bekleidung muss schnell wieder einsatzbereit sein. Um die individuellen Bedürfnisse der Träger mit einbeziehen zu können, sollte der Rahmen nicht zu eng gesteckt werden. Oft kann schon durch die Wahl einer bestimmten Stilrichtung und eines festgelegten Farbschemas ein einheitliches Gesamtbild erreicht werden.

Innerhalb dieser Vorgaben ist es möglich zu wählen. Als Beispiel: Vorgegeben sind ein klassisch eleganter Stil in den Farben Schwarz und Bordeaux. Nun können die Mitarbeiter sich entscheiden, ob sie lieber ein Kleid möchten oder eine Hose mit Oberteil. Die Hose kann eng oder gerade geschnitten sein, das Oberteil normal lang oder im Tunikastil. Auch der Ausschnitt ist variabel, ebenso die Armlänge. Das Gesamtbild wird schlussendlich durch Schnitt, Material und Farbgebung zusammengehalten.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der BEAUTY FORUM Edition Swiss 7+8/17.

 

Susanne Blair

Ist ausgebildete Kosmetikerin und Geschäftsführerin der Firma Sugaring Cane. Sie ist zudem Gründerin und 1. Vorsitzende der Kosmetiker-Innung Bremen.