Kraft der Kräuter

Individuelle Bio-Behandlungen

 

Die Natur hält wahre Schätze für unsere Schönheit bereit: Bieten Sie Ihren Kunden ein besonderes Behandlungserlebnis – ganz im Einklang mit der Natur.

 

Begriffe wie „natürlich“, „pflanzlich“ und „nachhaltig“ stehen heute bei Kunden hoch im Kurs. Immer mehr Menschen kaufen Bioprodukte und interessieren sich dafür, was genau in ihrem Essen und in ihren Pflegepräparaten steckt. Lassen Sie sich dabei von den zahlreichen Kräutern inspirieren, die die Natur bietet. Die aromatischen Pflanzen sind dabei nicht nur in der gesunden Küche gefragt, frisch oder getrocknet dienen sie seit Jahrtausenden auch traditionell zur Schönheitspflege. Immer der Nase nach Die meisten Hersteller von zertifizierten Naturkosmetika führen komplette Pflegeserien mit Kräutern oder Kräuterzusätzen für individuelle Behandlungsmöglichkeiten. Die Wirkungen klassischer

Pflanzen wie Rosmarin, Salbei oder Rose sind dabei vielen Kunden geläufig. Sie verbinden sie mit einem bestimmten Aussehen und ihrem typischen Duft. Oft beobachtet man, dass gerade ein Mensch mit einem bestimmten „Wehwehchen“ das passende Kraut dazu besonders gut riechen kann. Daher sollten Sie nicht nur auf Ihre Nase hören, wenn Sie mit Kräutern arbeiten, sondern stets die Kundin nach ihren Vorlieben fragen.

Sie können Kräuter beispielweise nur in eine Gesichtsbehandlung integrieren oder auch Ihr ganzes Institut im Thema „Kräuter“ schwelgen lassen. Wer ein naturnahes Behandlungsthema wählen möchte, stimmt Dekoration, Produkte, Behandlungskabine und alle Leistungen darauf ab. Das Thema Kräuter wird dabei zum Konzept. Das unterstreicht Ihre Professionalität und ermuntert Ihre Kunden, auch andere Behandlungen auszuprobieren.

 

Ganzheitlich verwöhnen

Während Ihre Kundin den Duft der Kräuter durch die Nase entdeckt, bieten Sie ihr einen dazu passenden Kräutertee oder an wärmeren Tagen ein Kräuterwasser an. Die Behandlung selbst können Sie beispielsweise mit einem Fussbad mit frischen Kräutern beginnen oder mit einer Kräuterkompresse für den Nacken. Das macht Ihre Kundin neugierig auf die weiteren Treatments. Auch wenn sie speziell zur Fusspflege kommt, ist das Kräuterfussbad eine willkommene Abwechslung und wertet die Behandlung auf. Gerne darf es hier im Anschluss an die Pediküre eine pflegende Fusspackung mit Kräutern wie Rosmarin (durchblutungsfördernd), Salbei (desodorierend) oder Minze (erfrischend) sein. Bei einer Maniküre können Sie ein Öl-Handbad mit getrockneten Kräutern als Highlight anbieten. Besonders harmonisch wirkt es, wenn Sie anschliessend ein Handtuch in der Farbe der Pflanzenblüte benutzen, bei Salbei in Violett, bei Calendula in Orange oder einfach in einem saftigen Grün.

 

Bio-Gesichtsbehandlung

Für eine klassische Gesichtsbehandlung empfehlen sich ein Reinigungspräparat, ein sanftes Peeling oder alternativ eine Reinigungsmaske – abgestimmt auf das jeweilige Hautbild. Natürlich gehört auch das passende Gesichtswasser dazu. Hier ist die Auswahl an verschiedenen Kräuterzusätzen meist gross; achten Sie auf jeden Fall auf einen nicht zu hohen Alkoholgehalt. Für die Massage verwenden Sie eine pflegende, ruhig etwas reichhaltigere Gesichtscreme, gerne auch eine Nachtcreme mit den entsprechenden Kräutern. Die Maske oder Packung darf „neutral“ sein, so können Sie noch frische oder getrocknete Kräuter direkt hinzufügen – als besonderen Abschluss Ihrer Kräuterbehandlung.

 

Potpourri der Natur

Die Auswahl der Kräuter passen Sie am besten an die verwendete Kosmetikserie an. Einige Hersteller führen komplette Serien mit dem Fokus auf eine bestimmte Pflanze oder mehrere Kräuter. Salbei und Calendula, wie die Ringelblume auch genannt wird, passen besonders

gut zusammen. Salbei ist relativ kräftig im Aroma und die blau-violette Blütenfarbe bildet einen Komplementärkontrast zum fröhlich leuchtenden Orange-Gelb der Calendulablüten. Beide Kräuter sind im Allgemeinen gut verträglich und in vielen Naturkosmetika vertreten,

wie auch Rosmarin, Lavendel und Sanddorn. Sanddorn eignet sich insbesondere für die reife und müde Haut, da er viel Vitamin C enthält. Bei Kunden mit Allergien sollten Sie jedoch vorsichtshalber auf eine Anwendung im Gesicht verzichten, es sei denn die Kundin hat schon gute Erfahrungen in puncto Verträglichkeit gemacht. Achten Sie darauf, dass Sie frische Blüten und Blätter in ausgezeichneter Bio-Qualität verwenden. Fragen Sie bei Hof- und Bioläden, Reformhäusern und auf Märkten in Ihrer Nähe nach. Schön ist auch ein bepflanztes Arrangement im Eingangsbereich oder vor der Tür. Getrocknete Kräuter erhalten Sie bei Kosmetikherstellern oder in der Apotheke. Einige Firmen bieten ein Baukastensystem an. Hier kann die geschulte Kosmetikerin neutrale Basisprodukte mit individuellen Zusätzen kombinieren und so eine einzigartige und genau auf die Kundin zugeschnittene Behandlung kreieren.

 

Susanne Thölke

 

 

SO GEHT ’S:

Kräuter-Gesichtsbehandlung Schritt für Schritt

·         Wählen Sie die passenden Kräuter und Produkte aus.

·         Wenn Sie ein Vapozon mit Kräutereinsatz haben, können Sie es für die Bedampfung

mit frischen oder getrockneten Kräutern füllen.

·         Nach Reinigung und Peeling beziehungsweise einer Reinigungsmaske verteilen Sie etwas Gesichtswasser in Ihren Händen und halten Sie sie über das Gesicht Ihrer Kundin. Beim Einatmen nimmt sie so den typischen Duft der Kräuter wahr.

·         Stimmen Sie Ihre Kundin mit entspannenden Handgriffen auf die weitereBehandlung ein. Führen Sie beispielsweise mit zwei Calendulablüten eine rhythmische und dennoch sehr sanfte Streichmassage auf Dekolleté, Hals und Gesicht Ihrer Kundin durch. Die sanfte Stimulation spricht die Meissnerschen Tastkörperchen in der Haut an und wirkt so sehr angenehm und harmonisierend.

·         Anschliessend massieren Sie die Nackenpartie der Kundin, kreisen um ihre Schultern und enden schliesslich mit langen Streichungen. Wenn Sie Ihre Massage etwas variieren, ist dies für die Kundin ein zusätzliches Signal, dass sie eine „andere“, besondere Behandlung erhält. Zum Schluss tragen Sie eine Cremepackung auf und verteilen einige frische oder getrocknete Blütenblätter darauf.

·         Im Anschluss an Ihre Behandlung geben Sie Ihrer Kundin noch einen frischen Zweig oder eine Blüte als Give-away mit nach Hause. So bleibt die intensive Kräuterbehandlung länger im Gedächtnis, die Kundin kann das angenehm duftende Mitbringsel Freunden sowie Bekannten zeigen und wird Sie sicherlich gerne weiterempfehlen.

 

 

HEILPFLANZEN

 

Salbei · Der Name Salbei (Salvia officinalis) kommt vom lateinischen „salvare“. Das bedeutet „heilen“. Salbei war bereits im Altertum bekannt und fand seit dem Mittelalter einen festen Platz in Klostergärten. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind neben den ätherischen Ölen unter anderem Kampfer, Flavonoide, Gerbstoffe (Tannine), Salizylsäure und Saponine. In der Kosmetik macht man sich gerne die entzündungshemmenden, adstringierenden und antibakteriellen Eigenschaften zunutze. So findet man die Pflanze häufig in Pflegeserien für unreine und fettende Haut. Salbei verfügt ausserdem über anti oxidative Eigenschaften und eignet sich aufgrund seiner schweisshemmenden Wirkung auch gut für Fussbäder. Im Allgemeinen ist Salbei sehr gut verträglich, sollte jedoch nicht während der Schwangerschaft und der Stillzeit zum Einsatz kommen.

 

Calendula · Die Ringelblume (Calendula officinalis) war ab dem 12. Jahrhundert in Klostergärten vertreten. Man nutzte sie vor allem zur Behandlung von Verdauungsstörungen sowie von Entzündungen und Ekzemen der Haut. Flavonoide, Saponine, Sapogenine und Carotinoide gehören zu den wichtigsten Inhaltsstoffen. Für die Kosmetik interessant sind besonders die entzündungshemmenden, abschwellenden und antibiotischen Eigenschaften. Die Pflanze fördert ausserdem die Wundheilung. Häufig findet man Calendula in Produkten zur Babypflege. In der Naturkosmetik steckt sie oft in Pflegeserien für normale und Mischhaut oder in Massageölen.