Intim-Sugaring

Ein delikates, aber gefragtes Angebot
Ob „Brazilian“ oder „Landing Strip“: Die Depilation im Intimbereich ist in. Doch viele Kosmetikerinnen scheuen sich (noch), diese trendige Dienstleistung anzubieten
Vor allem junge Frauen und Männer enthaaren sich nicht nur an den Beinen, Brust, Rücken oder Achseln, sondern zunehmend auch im Intimbereich. Meistens wird der Rasierer eingesetzt, gefolgt vom Epilierer – und ganz Mutige setzen auf Heisswachs. Doch bei diesen Methoden treten insbesondere im Intimbereich häufig Probleme auf: Bei der Rasur ist die Verletzungsgefahr recht gross, beim Epilieren und beim Heisswachs ist der Schmerz ein wichtiges und oft auch abschreckendes Thema. Viele Kunden suchen daher nach einer besseren Möglichkeit, unerwünschte Haare „da unten“ loszuwerden. Eine sanfte und effektive Alternative ist hier das Body Sugaring, also die Depilation mittels Zuckerpaste.
Hemmungen überwinden
Ein Kosmetikinstitut, das die Intimenthaarung mit Body Sugaring anbietet, kann seinen Kunden einen grosse Nutzen bieten und sich ein lukratives Umsatzpotenzial erschliessen. Dennoch scheuen viele Kosmetikerinnen davor zurück, die Intimenthaarung anzubieten. Dafür gibt es mehrere Gründe: eigene Scham, Angst, es nicht fachgerecht ausführen zu können, Angst, den Kunden Schmerzen zuzufügen oder vor sexueller „Anmache“. Wem es jedoch gelingt, seine Hemmungen zu überwinden (z.B. in einer Schulung zu diesem Thema), der kann vor allem sehr treue Stammkunden gewinnen.
Vorteile für die Kunden
Die Zuckerpaste, die bei der Body-Sugaring-Methode verwendet wird, klebt nicht an der Haut, sie verbindet sich nur mit der Struktur des Haares. Das hat den grossen Vorteil, dass die zarte Haut des Intimbereiches (Schamlippen, Hodensack, Anus) nicht gereizt oder verletzt wird und trotzdem alle Haare entfernt werden können – sogar sehr feine und kurze Haare.
Da die Paste Körpertemperatur besitzt und das Haar in seiner natürlichen Wuchsrichtung aus dem Follikel gehebelt wird, reduziert sich die Schmerzbelastung erheblich. Von Behandlung zu Behandlung wird sie geringer. Nach der Depilation ist die Haut weich und zart. Schon beim Folgetermin, der innerhalb von 4–8 Wochen erfolgen sollte, werden die Kunden feststellen, dass weniger „Nachwuchs“ vorhanden ist. Das neu gebildete Haar wird zudem immer feiner, spärlicher und sitzt nicht mehr so fest im Follikel. Bei einer professionellen Ausführung des Body Sugaring wird ausserdem das Problem eingewachse-ner Haare und die damit verbundene „Pickelplage“ gelöst.
Die Behandlung
Die Intimenthaarung stellt ganz besondere Anforderung an das Verhältnis zwischen Kosmetikerin und Kunden. Ein gutes Vertrauensverhältnis ist für beide Seiten wichtig. Für die Kosmetikerin, weil diese Behandlung eine handwerkliche Herausforderung darstellt und die Konzentration auf die Arbeit notwendig ist. Für die Kunden, weil sie sich nur auf diese Dienstleistung einlassen werden, wenn sie das Gefühl haben, mit Achtung und Respekt behandelt zu werden.
Das Ambiente – Während der Behandlung dürfen keine Störungen erfolgen. Der Raum sollte vom übrigen Institut abgetrennt sein. Ein Vorhang, der nur eine optische, aber keine akustische Trennung bedeutet, reicht hier nicht aus. Kunden dürfen sich nicht wie auf einem „Präsentierteller“ fühlen.
Günstig ist, die Behandlungen auf eine ruhigere Tageszeit zu legen, wenn im Institut keine Hektik oder Andrang besteht. Da sich die Kunden im Intimbereich komplett entkleiden müssen, sollte ein Handtuch bereit liegen, unter das sie schlüpfen können.
Die Arbeitstechnik – Während der Behandlung werden immer an beiden Händen Handschuhe getragen. Die Kunden werden niemals mit blossen Händen berührt, das wäre eine Grenzüberschreitung. Bei der Vorbereitung der Haut wird immer ein Trägertuch benutzt, sowohl für die Reinigung, als auch für die Verteilung des Tonics und Puders.
Die Spannung der Haut ist bei der Intimenthaarung sehr wichtig, vor allem beim Mann bei der Enthaarung des Hodensacks. Bevor eine Körperpartie berührt wird, ist dies mit dem Kunden abzuklären und immer ein kleines Tuch zwischen Haut und Spannhand zu nutzen, damit eine Distanz gewahrt bleibt.
Übrigens müssen die Kunden weder die „Hündchenstellung“ vollführen, noch die Beine in die Luft strecken oder auf einem Gynäkologenstuhl Platz nehmen: Sie bleiben während der gesamten Behandlung in einer entspannten Rücken- oder Seitenlage.
Die Nachbehandlung führen die Kunden selbst durch: Man gibt ihnen ein Pflegeprodukt auf die Hände, mit dem sie die behandelten Hautpartien eincremen können.
Die Zielgruppe
Die Motive für eine Intimenthaarung sind sehr unterschiedlich: eine bessere Hygiene, ein angenehmes Hautgefühl, aber auch ein stärkeres Lustempfinden beim Sex. Es sind längst keine Exoten mehr, die diese Dienstleistung wünschen, sondern vor allem körperbewusste Menschen: Frauen und Männer im Alter von ca. 16–26 Jahren, Sportler, Saunagänger sowie modebewusste Menschen jeden Alters.
Werbung in örtlichen Sportclubs, Saunawelten, Freizeitbädern, Fitnessclubs oder beim Frauenarzt wird diese Zielgruppe erreichen. Oft ist schon der Anknüpfungspunkt im Institut gegeben, wenn das Gespräch auf das Thema Enthaarung im Allgemeinen und Probleme bei der Bikinienthaarung im Besonderen gebracht wird. Wenn Sie in dieser Situation der Kundin die Angst vor Schmerz nehmen und das Vertrauensverhältnis stimmt, haben Sie eine neue Stammkundin gewonnen. Meist dauert es dann auch nicht lange, bis deren Partner ins Institut kommt.
Autorin: Soja Beck-Niederkirchner
