Fusspflege-Ritual Hamam

Ein Hauch von Orient
Das türkische Dampfbad Hamam mit seinen Reinigungsritualen ist auch in der westlichen Welt beliebt. Elemente dieser wohltuenden Badetradition lassen sich in kleine Fusspflegeprogramme mit orientalischem Flair integrieren
Wellness lebt von der Kreativität seiner Anbieter. Eine Möglichkeit ist z.B., Programme, die für den ganzen Körper gedacht sind, nur auf einzelne Körperzonen anzuwenden und damit kleineren Dienstleistern wie etwa Fusspflegern und Kosmetikerinnen neue Möglichkeiten zu eröffnen, das bestehende Programm clever zu ergänzen.
Ein Besuch im Hamam, dem türkischen Dampfbad, dient nicht nur der Körperreinigung, sondern bietet auch ein Fest der Sinne: Wärme, Feuchtigkeit, Schaum, Düfte und Massagen ergeben ein komplexes Zusammenspiel im Dienste des Wohlbefindens und der Entspannung. Dabei bedeutet das arabische Wort „hamam“ eigentlich nur „wärmen“.
Sinnliche Pflegerituale aus der orientalischen Badetradition – Wassergüsse, Peeling mit rauem Handschuh, Reinigung mit Seifenschaum und Massage – lassen sich für die Fusspflege entlehnen. Starten Sie doch mal vom Bein über den Fuss bis in die Zehenspitzen mit dem Sinnesfest „Hamam“.
Vorbereitende Tätigkeiten
Da während der Behandlung mit Wassergüssen gearbeitet wird, sollte die Massageliege oder der Fusspflegestuhl aus abwaschbarem Material bestehen. Legen Sie eine rutschfeste Gummimatte im Arbeitsbereich aus und eine wasserfeste Auflage sowie saugfähige Tücher auf den Fussbereich der Liege bzw. des Stuhls. Am Kopfende platzieren Sie ein bequemes Schaumkissen.
Schneiden Sie ein Hamam- oder Baumwolltuch in breite Streifen, um damit warme Basaltsteine zu umwickeln (pro Bein ca. 5 Streifen). Breiten Sie diese Streifen auf der Liegefläche so aus, dass sie sich in der Mitte treffen und seitlich so herabhängen, dass Sie Ober- bzw. Unterschenkel umschliessen können.
Halten Sie auf einem kleinen Beistelltisch saugfähige Vliestücher, lauwarmes Wasser in einem Kännchen mit schmalem Ausguss, Olivenseife mit Seifenschale, Schaumschale, Pinsel, vorgewärmte Steine in einem heissen Tuch und spezielle Peeling-Handschuhe (Kese oder Lif) bereit. Für das passende Ambiente dunkeln Sie den Raum etwas ab und zünden eine Kerze in der Laterne an.
Olivenfussbad mit Waschung
Den Einstieg bildet eine Fusswaschung in einem hölzernen Saunakübel. Das Wasser können Sie z.B. mit Olivenöl und Sahne anreichern. Mit den Füssen im warmen Wasser darf der Kunde entspannen und einen Tee geniessen. Die Fusshaut wird mit einer Olivenseife gereinigt und die Seifenreste werden mit der Kelle abgespült. Danach trocknen Sie die Füsse gründlich ab und geleiten den Kunden in Einmalschläppchen zur Massageliege oder dem Behandlungsstuhl. (Dauer: ca. 10 Minuten)
Warme Steine
Sobald der Kunde bequem (auf dem Bauch) liegt, holen Sie die vorgewärmten Steine (in Fersensteingrösse), testen sie auf Temperatur und platzieren sie wie folgt auf beiden Beinen: zwei Steine auf der Rückseite des Oberschenkels, ein Stein in der Kniekehle, zwei Steine entlang der Wade. Sofern es für den Kunden angenehm ist, können Sie auch auf die Oberseite der Oberschenkel, analog zur Rückseite, zwei Steine legen. Nun schlagen Sie die Tuchstreifen seitlich nach oben und packen die Steine damit ein. Danach platzieren Sie kleinere Steine in den Zehenzwischenräumen und decken Füsse und Beine mit einem bzw. zwei Hamamtüchern (Pestemal) ab. Lassen Sie den Kunden ca. 10 Minuten ruhen und die Wärme geniessen.
Intensive Hautreinigung
Entfernen Sie alle Steine und Stoffstreifen. Die Haut ist aufgewärmt und bereit für den nächsten Behandlungsschritt. Nun kommt der Kese zum Einsatz, ein rauer Handschuh bzw. Waschlappen aus Rohseide. Er sorgt für ein intensives Peeling. Die Verwendung eines Kese beim Baden oder bei der Massage reinigt die Poren der Haut sehr gründlich von Schweiss, Fett und Schmutz, die Blutzirkulation wird angeregt, das Hautgewebe wird vitalisiert und es wird Falten und Cellulite vorgebeugt. Reiben Sie mit dem Kese die Beine in kreisenden Bewegungen gründlich ab. Arbeiten Sie von unten nach oben und wieder zurück. Benetzen Sie zwischendurch die Haut immer wieder mit einem warmen Wasserguss. Das Ergebnis der Anwendung ist eine intensiv gereinigte und glatte Haut (Dauer: ca. 10 Minuten).
Hamam-Massage
Nehmen Sie die Schaumschale (Hamam Tas) zur Hand und rühren Sie mit Olivenseife reichlich Schaum an, den Sie dann mit einem breiten Pinsel (z.B. Rasierpinsel, am besten mit Dachshaar) auf die Beine auftragen. Sind die Beine vollständig eingeseift, führen Sie eine klassische Seifenschaummassage durch. Arbeiten Sie dabei entlang der Energiebahnen. Nach der Massage waschen Sie den Schaum mit einem warmen Wasserguss wieder ab (Dauer: ca. 15 Minuten).
Lassen Sie den Kunden nun noch ca. 10 Minuten lang abkühlen und nachruhen und verabschieden Sie ihn mit einem Glas Tee.
Autorin: Ursula Schneider
