Geschützt geniessen

UV-Strahlung und Haut

Sonnenstrahlen auf der Haut fühlen sich nicht nur wunderbar an, sie verursachen auch Hormonausschüttungen, die für gute Laune und Entspannung sorgen. Um die positiven Seiten der Sonne geniessen zu können, ist ein zuverlässiger UV-Schutz jedoch unerlässlich

Wer viel Zeit in der Sonne verbringt, bleibt biologisch gesehen jünger, fanden jüngst englische und amerikanische Wissenschaftler in einer breit angelegten Studie heraus. Grund ist das Vitamin D3, das unser Körper mit Hilfe von UV-Strahlen in der Haut selbst bildet. Es nimmt demnach positiven Einfluss auf die Chromosomen der weissen Blutkörperchen, die im direkten Zusammenhang mit dem Alterungsprozess stehen. Wer einen hohen Vitamin-D3-Spiegel im Blut hat, kann bis zu fünf Jahre älter werden als Personen mit einem Vitamin-D3-Defizit. Trotzdem warnen diese Wissenschaftler davor, sich übermässig viel und ungeschützt in der Sonne aufzuhalten, um die negativen Wirkungen der UV-Strahlung zu vermeiden.

Um der lichtbedingten Hautalterung und gesundheitlichen Schäden vorzubeugen, steht UV-Schutz an erster Stelle. Bei den heutigen Produkten ist der UV-A-Schutz an den UV-B-Schutz angepasst. Erreicht wird die Wirksamkeit der Sonnenschutzprodukte durch den Einsatz von UV-Filtersubstanzen:

  • UV-A-Filtersubstanzen schützen vor UV-A-Strahlen (Wellenlänge: 320–400 nm), die vor allem Hautalterung und -veränderungen, wie z.B. Sonnenallergie, hervorrufen können. Sie dringen durch die Basalzellschicht in die Lederhaut ein. Dort erzeugen sie freie Radikale, die die Zellmembranen schädigen, und regen den Abbau der Bindegewebsfasern übermässig an. Das Bindegewebe verliert dadurch seine Wasserbindungsfähigkeit und Elastizität – die Haut trocknet aus, Falten bilden sich bzw. werden tiefer. UV-A-Strahlen gelangen bis zu den Blutgefässen.
  • UV-B-Filtersubstanzen schützen die Hautvor UV-B-Strahlen (Wellenlänge: 280–320 nm). Sie regen in der Epidermis die Melaninbildung an und sorgen für Hautbräunung. UV-B-Strahlen können bis zur untersten Schicht der Oberhaut vordringen. Dort bewirken sie eine schnellere Zellteilung, die nach einigen Tagen eine Lichtschwiele (Verdickung der Hornschicht) entstehen lässt. Die Lichtschwiele ist ein weiterer Schutzfaktor gegenüber UV-B-Strahlung.

Sind die hauteigenen Schutzmechanismen überlastete, löst die UV-B-Strahlung ein Erythem (Sonnenbrand) aus. Durch direkte Schädigung der Erbsubstanz der Zellen der Oberhaut ist UV-B an der Entstehung von Hautkrebs und seinen Vorstufen beteiligt.  

Getönter Teint ist attraktiv

Wirksamer Sonnenschutz ist also wichtiger denn je. Voraussetzung für einen optimalen Schutz ist die richtige Anwendung der Produkte. Inwieweit sich die Bevölkerung mit Risiken des UV-Lichts auskennt und wie ihr Verhalten und ihr Umgang mit der Sonne ist, wurde Mitte 2007 in einer Studie mit 1’501 Personen untersucht. Die Ergebnisse:

  • Zwei Drittel der Befragten finden Sonnenstrahlen angenehm und gebräunte Haut attraktiv. Den meisten sind die Risiken der UV-Strahlung zwar bewusst, sie schätzen sich selbst aber als nicht besonders gefährdet ein.
  • Die empfohlene Obergrenze von nicht mehr als 50 intensiven Sonnenbädern pro Jahr überschreiten viele erheblich, hauptsächlich im Urlaub, beim Sonnenbaden im Alltag sowie bei Arbeiten und Hobbys im Freien. Solariennutzer überschreiten sie nur gering. Intensiv genutzt werden Solarien von jungen Frauen unter 18 Jahren.
  • Beim Strandurlaub und Sonnenbaden finden UV-Schutzmassnahmen, ausser Bekleidung, häufig Anwendung. Wer im Freien arbeitet oder dort seinem Hobby nachgeht, trifft eher keine geeigneten Massnahmen. Die Einstellung, Hautbräunung sei attraktiv, wirkt sich hier negativ auf das Sonnenschutzverhalten aus.
  • Die Befragten wissen gut über ein richtiges Sonnenschutzverhalten Bescheid, wenn auch nur ca. 20 Prozent die Bedeutung des UV-Indexes kennen. Nach ihrer eigenen Einschätzung gefragt, verfügen sie über ein mittleres Mass an Wissen über UV-Gefahren und Schutzmassnahmen. 45 Prozent schätzen ihr Wissen als ausreichend ein.

Grosser Beratungsbedarf

Aufklärung tut deshalb not. Aufgrund der Studienergebnisse wurden für eine erfolgreiche UV-Kommunikation vier Zielgruppen unterschieden:

Zielgruppe 1: die Uninteressierten -  Bei ihnen gilt es Interesse zu wecken und ein Informationsbedürfnis für das Thema UV-Strahlung und -Schutz zu schaffen. Vor allem Themen wie Schönheit, Alter, Gesundheit und Wohlbefinden liefern gute Ansatzpunkte.

Zielgruppe 2: die nicht richtig Informierten und falsch Eingestellten -  Sie schätzen nicht nur ihre Einstellung zum Sonnenbaden und die eigene Gefahr falsch ein, sondern auch die Wichtigkeit eines ausreichenden Schutzverhaltens. Hauptsächlich, weil bei ihnen massive Informationsdefizite bestehen. Dadurch rücken Aussagen wie „Braune Haut ist attraktiv“ und „UV-Risiken betreffen mich nicht“ in den Vordergrund. Risiken betreffen uns alle, können aber bei guter Aufklärung minimiert werden.

Zielgruppe 3: die sich ausreichend informiert Fühlenden- Von 45 Prozent der Befragten kann man kein Interesse an Informationen zu UV-Risiken und Sonnenschutz erwarten, weil sie ihr Wissen als ausreichend einschätzen. Das ist eine sehr schwierige Zielgruppe, bei der es einiges bedarf, um dieses Vorurteil aufzubrechen und ihre falsche Einschätzung zu erschüttern. Interesse an aktuellen Informationen zum Thema UV-Schutz lässt sich allenfalls über Verantwortungsbewusstsein anderen gegenüber wecken.

Zielgruppe 4: die Festgefahrenen - Ca. 17 Prozent besuchten 2007 mind. ein Mal ein Sonnenstudio, sechs Prozent davon sogar mind. ein Mal pro Woche, weil sie sich dadurch besser, gesünder und attraktiver fühlen. Sich auch im Solarium optimal zu schützen, wäre bereits ein Fortschritt.

Unser derzeitiges Schönheitsideal ist nicht mehr die braune, sondern die gesunde gebräunte Haut. Als Kosmetikerin haben Sie ideale Möglichkeiten, Ihre Kunden umfassend aufzuklären und deren Hautbewusstsein dauerhaft positiv zu verändern. 

Autorin: Chrsitane Laszig